Ubuntu 17.04 und was ich sonst noch in den letzten beiden Wochen verpasst habe

19 April 2017 2 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

Ich war knapp zwei Wochen in Istanbul und habe in Sachen IT natürlich einiges verpasst. So langsam aber sicher habe ich mich nun durch die beiden letzten Wochen gewühlt und mir einen Überblick verschafft. Ich möchte meine Favoriten festhalten, auch damit sie mir im Gedächtnis bleiben. Natürlich ist Ubuntu 17.04 ein dominantes Thema der letzten Zeit, auch wenn es keine LTS-Version ist.

Ubuntu 17.04 Zesty Zapus und Gefolge

Ubuntu 17.04 ist eine Version, die sich irgendwie komisch anfühlt. Das gilt zumindest mit Blick auf die Haupt-Version mit Unity. Irgendwie würde der Name Zesty Zapus mit dem letzten Buchstaben im Alphabet besser zu Ubuntu 17.10 passen, denn mit Ubuntu 18.04 wird eine neue alte Ära eingeleitet. Ubuntu geht zurück zu GNOME. Die meisten Interessierten haben bereits mitbekommen, dass Unity, Mir, Konvergenz, Ubuntu Touch und das Ubuntu Phone eingestampft wurden. Unity 7 wird noch gewartet, bis die Unterstützung für die derzeitige LTS-Version, Ubuntu 16.04 Xenial Xerus, ausgelaufen ist und dann wird das Kapitel abgeschlossen. Zumindest offiziell von Canonical. Es sind bereits Forks von Unity angekündigt. Unity 8 ist bei Ubuntu 17.04 Zesty Zapus noch als alternative Sitzung möglich.

Ubuntu 17.10 bringt Linux-Kernel 4.10 mit sich. Weiterhin wird treiberloses Drucken unterstützt. Bei den Druckern sprechen wir von IPP Everywhere und Apple AirPrint. Es funktionieren aber auch einige PDF-, Postscript- und PCL-Drucker. LibreOffice wurde auf Version 5.3 aktualisiert und diverse GNOME Apps sind als 3.24 vorhanden. Das gilt nicht für den Dateimanager Nautilus (3.20), Terminal (3.20), Evolution (3.22) und Software (3.22).

Somit ist die Unity-Version in Sachen Desktop meiner Meinung nach wesentlich weniger interessant als die Abkömmlinge und die Server-Version.

Ubuntu 17.04 unterstützt die Container-Technologien Kubernetes, Docker, LXD und Snaps. Als Server-Variante ist eine Distribution mit neun Monaten Unterstützung freilich nicht relevant, aber es gibt einen guten Ausblick auf die Zukunft. Außerdem können Administratoren, Linux-Spielkinder und Technik-Interessierte mit den Technologien experimentieren.

Kubuntu, Xubuntu, Ubuntu GNOME, Ubuntu MATE, Lubuntu und so weiter

Wie üblich sind mit Ubuntu 17.04 auch die offiziellen Ableger erschienen. Die große Frage ist, was wird aus Ubuntu GNOME wenn Ubuntu 18.04 sowieso wieder GNOME einsetzt. Möglicherweise gibt es durch die Unity-Forks irgendwann eine Unity-Variante und Ubuntu GNOME ist dann einfach eben Ubuntu. Ubuntu GNOME 17.04 gibt es auf jeden Fall noch und die offizielle Ankündigung ist hier.

Weniger Kopf muss sich Ubuntu MATE machen. MATE ist bekanntlich der Fork von GNOME 2 und erfreut sich bester Beliebtheit. Die Highlights bei Ubuntu MATE 17.04 sind natürlich der MATE Desktop 1.18.0 und der Abschluss der Umstellung auf GTK3+. Erwähnenswert ist auch das Brisk Menu, das im neuen Pantheon Layout (über MATE Tweak einstellbar) integriert ist. Weitere Informationen findest bei ubuntu-mate.org.

Das MATE-Ableger von Ubuntu 17.04: Pantheon mit dem Brisk Menü lässt sich über Ubuntu Tweak einrichten

Das MATE-Ableger von Ubuntu 17.04: Pantheon mit dem Brisk Menü lässt sich über Ubuntu Tweak einrichten

Kubuntu 17.04 bringt Plasma 5.9, KDE Frameworks 5.31 und die KDE Applications 16.12.3 mit sich. Außerdem haben die Entwickler diverse Programme aktualisiert – wie zum Beispiel Calligra Office Suite 3.0.1.

Hinweise zu den weiteren Ablegern findest Du in den Veröffentlichungshinweisen zu Lubuntu, Ubuntu Budgie, Ubuntu Studio und Xubuntu.

Vivaldi 1.9 mit Selbstbestimmung

Der flexible Browser Vivaldi ist als Test-Version 1.9 verfügbar. Die Entwickler haben eine Funktion implementiert, mit der sich die Reihenfolge der Erweiterungen in der Statusleiste anpassen lässt. Du kannst die jeweiligen Erweiterungen oder Extensions einfach mit der linken Maustaste markieren und dann an eine andere Stelle ziehen.

Darüber hinaus darfst Du den Ordner selbst bestimmen, wo der Browser die Screenshots speichern soll.

Weiterhin gibt es beim zweiten Snapshot von Vivaldi 1.9, der ebenfalls veröffentlicht wurde, ein Update auf die Chromium Engine 58. Die Entwickler haben die Autovervollständigung verbessert und es gibt einen Fix für das Chromecasting von Tabs.

Die aktuelle Entwickler-Version ist Vivaldi 1.9.811.13 und Du kannst den Browser hier herunterladen:

Das Changelog für die aktuelle Version findest Du in der Ankündigung.

Mit Anbox Android Apps nativ unter Linux ausführen

Sehr spannend finde ich Anbox oder Android in a Box. Damit kannst Du Android Apps direkt ausführen als wären Sie Teil des Desktops. Ein Emulator ist nicht notwendig.

Das ist möglich, weil die Entwickler Container-Technologie einsetzen (LXC), um das Android-Betriebssystem vom Host abzukapseln. Die Android-Version ist laut eigenen Angaben irrelevant. Die Entwickler versuchen, immer die aktuelle Version aus dem Android Open Source Projekt einzusetzen.

Um Anbox auf einer Linux-Distribtution installieren zu können, muss sie Snaps unterstützen. Vor einer Installation solltest Du auf jeden Fall im Hinterkopf behalten, dass sich Anbox in einem Alpha-Stadium befindet und keineswegs als stabil deklariert ist:

snap install --classic anbox-installer && anbox-installer

Weitere Informationen und Antworten auf häufige gestellte Fragen findest Du unter anbox.io.

Kurz notiert

Es gibt ab sofort einen cirrus7 nimbus v2 mit Intel Kaby Lake. Laut eigenen Angaben ist das Gerät aber nicht nur ein Prozessor-Upgrade. Die Entwickler konnten die Kühlleistung um 50 Prozent verbessern. Die Kühlrippen haben einen engeren Abstand und es befinden sich sechs massive Kupferkerne direkt über der CPU. Du kannst den Rechner ohne Aufpreis mit Linux Mint 18.1, Ubunti 16.04 LTS Xenial Xerus oder Ubuntu 17.04 Zesty Zapus vorinstallieren lassen. In einer eher Rohfassung kostet der Rechner ungefähr 600 Euro. Wenn Du in Sachen Hardware die feinsten Komponenten und alle Storage-Optionen konfigurierst, dann liegst Du aber bei knapp 4000 Euro. Da hauen dann aber die beiden Samsung SSD 850 Pro mit je zwei TByte mit 2000 Euro aber schon ordentlich rein.

Bei instructables.com ist eine Anleitung für ein Steampunk Notebook aufgetaucht, das mithilfe eines Raspberry Pis gebaut wurde. So ein Ding würde ich mir auch ins Wohnzimmer stellen.

Steampunk Notebook mit Raspberry Pi (Quelle: instructables.com)

Steampunk Notebook mit Raspberry Pi (Quelle: instructables.com)

Am 28. April findet eine erste Bug Hunting Session für LibreOffice 5.4 statt. Wer sich daran beteiligen möchte, soll einfach dem Link im Satz davor folgen.

Nette Pi-Konstellation

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2 Kommentare zu “Ubuntu 17.04 und was ich sonst noch in den letzten beiden Wochen verpasst habe”

  1. Tom sagt:

    2 Fehler haben sich eingeschlichen:

    ... 2 GByte ... <- du meinst wahrscheinlich TByte

    und

    ... In einer eher Rohfassung kostet der Rechner ungefähr 600 Euro. Wenn Du in Sachen Hardware die feinsten Komponenten und alle Storage-Optionen konfigurierst, dann liegst Du aber bei knapp 400 Euro. ...

    Gemeint sind wahrscheinlich 4000€

    Ist mir nur aufgefallen.

    • jdo sagt:

      Du hast natürlich völlig Recht. Danke für die Hinweise. Den Fehler mit 400 / 4000 könnte ich noch auf eine neue Tastatur schieben, an die ich mich gewöhnen muss. Der Dreher GByte / TByte aber leider nicht, das muss ich komplett auf mich nehmen 🙂

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