Kali Linux 2017.1 bietet OpenVAS 9, Luminance HDR 2.5.0 und Superposition 2017 Benchmark

26 April 2017 Kein Kommentar Autor: Jürgen (jdo)
  • Kali Linux 201.7.1 mit neuen Funktionen ist da. Abbilder für Raspberry Pi wurden ebenfalls aktualisiert.
  • Luminance HDR 2.5.0 ist da
  • Kodi diskutiert über DRM
  • Vivaldi 1.9 RC2
  • Happy Birthday (30!) Canon EOS!
  • Ubuntu Phones werden noch bis Juni 2017 mit Updates versorgt
  • Superposition 2017 ist ein neuer Benchmark für Linux
  • Security-Updates für Nextcloud verfügbar

Kali Linux 2017.1 mit neuen Funktionen und OpenVAS 9

Kali Linux ist eine Security-Distribution, die früher als BackTrack Linux bekannt war. Die Entwickler haben Kali Linux 2017.1 Rolling Release mit diversen Updates und neuen Funktionen zur Verfügung gestellt. Unter anderem wurde der Kernel aktualisiert und Kali Linux 2017.1 unterstützt damit neuere Hardware.

In der Ankündigung ist zu lesen, dass Unterstützung für RTL8812AU Wireless Card Injection vorhanden ist. Die Treiber für drahtlose Chipsätze des Typs RTL8812AU sind nicht im Standard-Kernel enthalten. Weiterhin wurden sie modifiziert, um Injection zu erlauben. Diese Chipsätze ermöglichen 802.11 AC und damit ist der Treiber einer der ersten, der Injection-basierte Angriffe mit diesem Standard ermöglicht. Wenn Du den Treiber installieren möchtest, dann kannst Du das via Kommandozeile erledigen:

apt-get update
apt install realtek-rtl88xxau-dkms

Weiterhin gibt es verbesserte Unterstützung für CUDA GPU Cracking. Mit Tools wie zum Beispiel Hashct und Pyrit lassen sich NVIDIA CPUs nun komplett in Kali nutzen.

Weil Cracking in und mit der Cloud immer populärer wird, haben sich die Entwickler auch auf diesen Bereich konzentriert. Amazons AWS P2-Series und Microsofts Azure NC-Series unterstützen Pass-Through für die GPU und deswegen gibt es entsprechende AWS- und Azure-Abbilder von Kali, die CUDA GPU Cracking ohne weiteres Eingreifen unterstützen.

Der Schwachstellen-Scanner OpenVAS 9 befindest sich in den Repositories, wenn Du das installieren möchtest:

apt-get update
apt install openvas
Schwachstellen-Scanner OpenVAS 9 ist in Kali Linux 2017.1 (Quelle: kali.org)

Schwachstellen-Scanner OpenVAS 9 ist in Kali Linux 2017.1 (Quelle: kali.org)

Eine kurze Erinnerung zu Kali Linux 2017.1

Ich schreibe es eigentlich jedes Mal und möchte es trotzdem wiederholen. Security-Distributionen wie Kali Linux 2017.1 sind gemacht, um Schwachstellen zu finden und das Netzwerk auf Herz und Nieren zu testen. Nur wer die Schwächen kennt, kann auch reagieren. Du kannst mit Distributionen wie dieser sehr viel Unsinn anstellen, begibst Dich aber schnell auf illegales Terrain. Deinen eigenen Router zu hacken, das sollte in Ordnung sein. Greifst Du aber fremdes Equipment an, ohne dass der Besitzer etwas davon weiß, ist das nicht in Ordnung.

Möchtest Du Deine Umgebung in der Firma mithilfe von Kali Linux 2017.1 auf Schwachstellen testen, dann spreche das unbedingt vorher mit Deinem Vorgesetzten ab – das ist meine Empfehlung.

Download Kali Linux 2017.1

Kali 2017.1 Rolling Release kannst Du aus dem Download-Bereich der Projektseite beziehen. Wer eine bestehende Installation hat, kann online aktualisieren (die Repositories wurden kürzlich auf HTTPS und HTTPS apt Transport aktualisiert):

apt update
apt dist-upgrade
reboot

Updates gibt es auch für die Kali Virtual Images und Kali-ARM-Abbilder. Unter den letzteren findest Du Images, die sich auf einem Raspberry Pi 2 oder Raspberry Pi 3 installieren lassen. Für ODROID und Banana Pi sind ebenfalls Abbilder verfügbar.

Kali Linux 2017.1 lässt sich auf einem Raspberry Pi 3 betreiben

Kali Linux 2017.1 lässt sich auf einem Raspberry Pi 3 betreiben

Luminance HDR 2.5.0 – HDR unter Linux

Mit für Linux verfügbare Software lassen sich Fotos nicht nur hervorragend stitchen, sondern auch HDR ist möglich. Dazu kannst Du die kostenlose Software Luminance HDR verwenden. Nun gibt es seit langer Zeit wieder mal ein Update und Luminance HDR 2.5 ist da. Wie Du damit HDR realisieren kannst, habe ich ausführlich in diesem Beitrag beschrieben.

Luminance HDR 2.5

Luminance HDR 2.5

Luminance HDR 2.5.0 bringt mit Ferradans und Mai zwei neue Tonemapping-Operatoren mit sich. Außerdem kannst Du über die Einstellungen einen dunklen Modus aktivieren, der sich derzeit aber noch in einer Beta-Version befindet. Im nachfolgenden Screenshot siehst Du sowohl Ferradans als auch Mai bei den Operatoren sowie den dunklen Modus.

Luminance HDR 2.5.0 im dunklen Modus

Luminance HDR 2.5.0 im dunklen Modus

Die Entwickler haben Luminance HDR 2.5.0 außerdem eine Fast-Export-Funktion spendiert.

Luminance HDR 2.5.0 mit Fast Export

Luminance HDR 2.5.0 mit Fast Export

In der offiziellen Ankündigung erwähnen die Entwickler außerdem bessere Unterstützung für HiDPI. Den Quellcode für Luminance HDR 2.5 findest Du hier. Anwender von Ubuntu und Derivaten wie zum Beispiel Linux Mint haben Glück, denn sie können ein PPA für die Installation von Luminance HDR 2.5.0 nutzen:

sudo add-apt-repository ppa:dhor/myway
sudo apt update
sudo apt install luminance-hdr

Für die Erstellung von HDRs gibt es auch Photomatix für Linux. Die Software ist nicht kostenlos, kann aber durch die diversen Voreinstellungen Zeit sparen.

Kodi und DRM

Die Entwickler von Kodi haben einen lesenswerten Beitrag zum Thema DRM und Kodi geschrieben. Unterm Strich geht es darum, dass die Kodi-Entwickler gerne mit Anbietern von DRM-Inhalten zusammenarbeiten würden, ihnen das Leben aber wegen Piraterie-Vorwürfen schwer gemacht wird. Weiterhin seien einige Anwender besorgt, ob man künftig Kodi nur noch mit DRM betreiben kann. Das ist natürlich Blödsinn, denn Kodi ist ein Open-Source-Projekt, das auch ohne DRM läuft. Nur eben gewisse Inhalte lassen sich über Kodi nicht abspielen. Also das stimmt nun wieder bedingt.

Die Kodi-Entwickler können keine proprietären DRM-Blobs mit ausliefern, weil sich das mit der GPL beißt. Was aber funktioniert, ist die Unterstützung von Low-Level DRM. Dafür verwenden die Entwickler einfach die Komponenten, die im System vorhanden sind und mit denen sich DRM-Inhalte abspielen lassen. Kodi könnte zum Beispiel Komponenten oder existierende Software in Android verwenden, um die Inhalte wiederzugeben. Damit müsstest Du Kodi nicht verlassen.

Auf jeden Fall ist das Thema DRM schwierig und man wird sich noch den Kopf darüber zerbrechen, wie man DRM unterstützen kann und inwieweit man das möchte. Es wird intern über die Ethik diskutiert, wenn man sozusagen DRM-Inhalte Huckepack abspielt.

Vivaldi 1.9 geht auf die Zielgerade

Es gibt einen ersten und einen zweiten Release-Kandidaten von Vivaldi 1.9. Die größte Neuerung von Vivaldi 1.9 liegt unter der Haube, genauer genommen ist es ein Update der Chromium-Basis. Wer den Browser Vivaldi 1.9.818.29 ausprobieren möchte:

Vivaldi 1.9 RC2

Vivaldi 1.9 RC2

30 Jahre Entwicklung von Canon EOS Kameras als Video

Da ich selbst unter anderem mit einer Canon EOS hantiere, gefallen mir natürlich solche Evolutions-Videos. Im März 1987 wurde das EOS-System vorgestellt und seitdem hat sich einiges getan.

Kurz notiert

Canonical wird das Ubuntu Phone noch bis Juni 2017 mit Updates versorgen und danach ist Schluss, hat networkworld.com erfahren. Ende 2017 wird dann auch der Ubuntu App Store geschlossen und Besitzer von Ubuntu Smartphones oder Tablets können Anwendungen ab diesem Zeitpunkt nicht mehr herunterladen. Das Ubuntu Phone und die damit zusammenhängenden Komponenten wurden bekanntlich offiziell eingestampft.

Unigine hat mit Superposition 2017 einen neuen Benchmark zur Verfügung gestellt, der auch unter Linux funktioniert. Mindestvoraussetzungen sind 64-Bit Linux oder 64-Bit Windows, AMD Radeon HD 7xxx oder Intel HD 5xxx oder NVIDIA GeForce GTX 6xx, zwei GByte Video-Speicher und sieben GByte Festplattenplatz.

Die Nextcloud-Entwickler haben Wartungsversionen zur Verfügung gestellt. Im Detail sind das Nextcloud 11.0.3, 10.0.5 und 9.0.58. Die Änderungen findest Du im Changelog.

Nette Pi-Konstellation

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