Firefox 51 mit WebGL2, Tails 2.10 mit Tor Browser 6.5 und Lavabit ist wieder da

25 Januar 2017 Kein Kommentar Autor: Jürgen (jdo)

Mozilla hat Firefox 51 ausgegeben. Ubuntu 16.04.2 verspätet sich leicht und KDE Neon setzt künftig auf Calamares. The Amnesic Incognito Live System(Tails) ist als Version 2.10 verfügbar und der neueste stabile Tor Browser ist 6.5. Vivaldi wirft Microsoft unfaires Verhalten beim Browser vor.

Mozilla Firefox 51 ist da

Mozilla hat mit Firefox 51 eine neue Version des Open Source Browsers zur Verfügung gestellt. Es gibt einige Neuerungen, die erwähnenswert sind.

Firefox 51 ist da

Firefox 51 ist da

Zunächst einmal hat der Anwender die Möglichkeit, die Passwörter vor einem Speichern noch einmal zu begutachten. Nun kann man sich darüber streiten, ob das Speichern von Passwörtern überhaupt eine gute Idee ist. Aber Firefox 51 gibt Dir auf jeden Fall die Möglichkeit einer Überprüfung. Firefox 51 kann nun auch Passwörter in Formularen speichern, die keine Senden-Schaltfläche haben.

In der URL-Leiste gibt es bei Firefox 51 nun eine Schaltfläche für das Zoomen. Ändert der Anwender das Zoom-Niveau, dann zeigt der Browser alles über und unter 100 Prozent an. Klickt der Nutzer auf die Schaltfläche, stellt Firefox 51 den Standard von 100 Prozent wieder her. Hier ein Bild mit 80 Prozent Zoom.

Die Zoom-Schaltfläche in Firefox 51

Die Zoom-Schaltfläche in Firefox 51

Die Entwickler geben an, dass die Video Performance für Anwender ohne GPU-Beschleunigung verbessert wurde. Die CPU wird weniger belastet und Vollbildschirm funktioniert laut eigenen Angaben besser. Weiterhin gibt es ab sofort Unterstützung für FLAC (Free Lossless Audio Codec). Unterstützung für WebGL 2 ist ebenfalls vorhanden. Hier ein Demo:

Firefox 51 warnt Anwender, wenn eine Login-Seite keine sichere Verbindung aufweist.

Bei Linux wird nun für das Rendern von Inhalten die 2D-Grafik-Bibliothek (Skia) verwendet.

Du findest das Changelog hier und kannst Firefox 51 wie üblich von der Projektseite herunterladen.

Wine 2.0 ist fertig gestellt

Es ist vollbracht und Wine 2.0 ist da. Ungefähr ein Jahr haben die Entwickler an Wine 2.0 gearbeitet und es sind in etwa 6000 individuelle Änderungen eingeflossen. Es gibt viele Änderungen, Verbesserungen und Neuerungen in Sachen Direct3D, Sound, Video, Internet, Netzwerk und so weiter.

Als Highlights dürfen wohl die Unterstützung von Microsoft Office 2013 und Support von 64-Bit-Anwendungen und macOS herausgestellt werden.

Wine 2.0 ist die erste Version, die einem jährlichen Ausgabeplan folgt. Sind Funktionen nicht fertig geworden, werden sie in die nächste Version verschoben. Als Beispiele geben die Entwickler unter anderem volle HID-Unterstützung und die Android-Grafiktreiber an. Unter der offiziellen Ankündigung befindet sich ein ausführliches Changelog.

Den Quellcode kannst Du von einem der nachfolgenden Links herunterladen: 

Binärpakete und Installationsanleitungen für diverse Distributionen gibt es wie immer im Download-Bereich der Projektseite. Bei PlayOnLinux ist die finale Version von Wine 2.0 noch nicht zu sehen. Dort ist die letzte Version der RC6. Das sollte sich aber bald ändern.

Tails 2.10 und Tor Browser 6.5 sind veröffentlicht

The Amnesic Incognito Live System (Tails) 2.10 bessert diverse Security-Probleme mit der Distribution aus. Außerdem gibt es diverse Upgrades und Updates. Mitunter ist Linux-Kernel 4.8 vorinstalliert. Damit kommt Tails 2.10 auch mit neuer Hardware zurecht. Icedove 45.6.0 und Tor Browser 6.5 sind vorhanden. Zum Browser gibt es anschließen ein separates Kapitel. AdBlock Plus wurde durch uBlockOrigin ersetzt. Apt wurde so konfiguriert, dass Debians Onion Services venutzt werden. Ebenfalls gibt es Unterstützung für exFAT und der Grafiktreiber AMDGPU ist installiert. Das sollte neuere AMD-Grafikkarten unterstützen.

Neuerungen gibt es ebenfalls. Die Entwickler haben OnionShare installiert. Das ist ein Tool, mit dem Du anonym File Sharing betreiben kannst.

Onion Share für anonymes File Sharing (Quelle: tails.boum.org)

Onion Share für anonymes File Sharing (Quelle: tails.boum.org)

Im Tor Browser ist Circuit View aktiviert.

Circuit View (Quelle: tails.boum.org)

Circuit View (Quelle: tails.boum.org)

Du findest alle Informationen in der offiziellen Ankündigung. Dort gibt es auch einen Download-Link. Von der Versionen 2.7 und 2.9.1 kannst Du automatisch aktualisieren.

Tor Browser 6.5 ist ab sofort verfügbar. Der Browser basiert auf Firefox 45.7.0esr und hat auch sonst wichtige Updates spendiert bekommen. Tor wurde auf 0.2.9.9, OpenSSL auf 1.0.2j, Torbutton auf 1.9.6.12, HTTPS-Everywhere auf 5.2.9 und NoScript auf 2.9.5.3 aktualisiert. Das Changelog ist hier und die neueste Version findest Du wie immer in der Download-Sektion der Projektseite und Tor Browser 6.5 gibt es auch auf Deutsch.

Tor Browser 6.5 gibt es auch auf Deutsch

Tor Browser 6.5 gibt es auch auf Deutsch

Ubuntu 16.04.2 LTS Xenial Xerus verspätet sich

Für das Upgrade sind wohl noch diverse Klimmzüge in Sachen HWE Stack notwendig und deswegen haben die Entwickler von Canonical angekündigt, dass Ubuntu 16.04.2 erst am 2. Februar 2017 erscheinen wird. Diverse Schmankerl aus Ubuntu 16.10 werden zurückportiert.

Für den neuen Hardware Stack soll nicht nur Linux Kernel 4.8 verfügbar sein. Canonical plant anscheinen auch, den Mesa Stack zu aktualisieren. Ubuntu 16.04 benutzt das nicht mehr unterstützte Mesa 11.2.0. Es wird gemunkelt, dass Mesa 13.0.3 Einzug halten könnte. 

Wer in Sachen X.Org, MEsa, Grafiktreiber und so weiter ungeduldig ist und eine Haswell-Architektur sein Eigen nennt, kann dieses PPA versuchen. Es gibt allerdings keine Garantie und Du solltest Dein System im Notfall selbst reparieren können. Darüber bekommst Du die Git-Version von Mesa 17 installiert. Das PPA ist für Ubuntu 16.04 und 16.10 ausgelegt.

Entroware liefert Gaming-Hardware nach Deutschland

Gute Nachrichten für Linux-Zocker. Entroware bietet ab sofort zu Linux kompatible Spiele-Hardware auch in Deutschland an. Beziehungsweise liefert die Firma nach Deutschland.

Wer lieber auf einem Notebook zockt, den dürfte das Gerät Athena interessieren. Das Spiele-Notebook gibt es mit den GPU-Optionen NVIDIA 970M oder 980M. Bei der Tastatur gibt es allerdings nur die Möglichkeit, eines UK Keyboards. Vielleicht ändert die Firma das noch in Zukunft. Ansonsten musst Du Dir mit Aufklebern helfen, eine externe Tastatur verwenden und so weiter.

Als Betriebssystemen bietet Entroware Ubuntu 16.04 LTS und Ubuntu MATE 16.04 sowie Ubuntu 16.10 und Ubuntu MATE 16.10 an. Eine Auslieferung ohne Betriebssystem ist ebenfalls möglich. Du kannst das Notebook mit bis zu 64 GByte Arbeitsspeicher bestücken. Wenn Du die feinsten Komponenten konfigurierst, dann kannst Du richtig Geld für ein Athena ausgeben. Ich bin doch recht schnell auf über 1900 Pfund Sterling gekommen. Das entspricht in etwa 2200 Euro. In der Grundausstattung kostet das Notebook 1064 Pfund Sterling (zirka 1030 Euro). Der Versand schlägt dann noch mal mit umgerechnet zirka 40 Euro zu Buche.

Die Desktop-Rechner sind in der Grundausstattung wesentlich günstiger. Aber auch hier kann es schnell ins Geld gehen, wenn Du sie mit der aktuellsten Hardware konfigurierst.

Verschlüsselter Webmail Service Lavabit opertiert wieder

Die Geschichte um Edward Snowden und dem verschlüsselten Webmail Service Lavabit kennt jeder Technik-Interessierte. Im Jahre 2013 wollte die US-Regierung eine Backdoor und der Service hat lieber die Pforten geschlossen als seine über 400.000 Anwender zu entblößen. Der Lavabit-Gründer Ladar Levison zog lieber vor Gericht.

Über drei Jahre sind ins Land gezogen und Lavabit ist wieder da. Dass der Service mit der Einsetzung von Trump als Präsident zusammenfällt, dürfte kaum ein Zufall sein. Der Service ist nun so aufgestellt, dass keine Backdoor mehr möglich ist. 

2014 wurde mithilfe einer Kickstarter-Kampagne die Entwicklung von DIME (Dark Internet Mail Environment) gestartet. Es handelt sich dabei um moderne Endpunkt-zu-Endpunkt-Verschlüsselung. Ebenfalls wurde Magma entwickelt, das die dazugehörige Mail-Server-Komponente stellt. Die beiden Komponenten wurden als OPen SOurce zur Verfügung gestellt: DIME und Magma

Derzeit können sich nur bereits Bestandskunden anmelden und ihr Konto auf DIME migrieren. Neue Anmeldungen sollen bald möglich sein. Wer sich vormerken lässt, zahlt derzeit nur die Hälfte des Preises. Für fünf GByte sind das 15 US-Dollar pro Jahr und für 20 GByte fallen 30 US-Dollar an. Angeblich will Snowden als Zeichen seiner Unterstützung sein Konto ebenfalls reaktivieren.

KDE Neon verwendet nun den Calamares Installer

Die aktuelle Entwickler-Version von KDE Neon setzt nicht mehr auf Ubiquity von Ubuntu, sondern verwendet den Distributions-unabhängigen Installer Calamares. Jonathan Riddell schreibt in einem Blog-Beitrag, dass die Sache schon recht gut aussieht.

Gegenüber dem Vorgänger-Installer fehlen laut eigenen Angaben aber noch ein paar Sachen. Untersttzung für unfreie Codecs, Verschlüsselung mit LUKS, Verschlüsselte Home-Ordner und so weiter sind Punkte, an denen noch gearbeitet werden muss. Der Installer scheint mit UEFI zu funktionieren, aber noch nicht mit Secure Boot.

KDE Neon setzt künftig auf Calamares als Installer (Quelle: jriddell.org)

KDE Neon setzt künftig auf Calamares als Installer (Quelle: jriddell.org)

SMPlayer 17.1 mit Unterstützung für Chromecast

SMPlayer 17.1 bringt experimentelle Unterstützung für Chromecast mit sich. Allerdings gibt es an dieser Stelle einige Dinge zu beachten.

Zunächst einmal unterstützt der Chromecast nur bestimmte Formate und Codecs. Einige Videos funktionieren also nicht. Eine Liste mit den unterstützten Formaten findest Du bei Google.

Außerdem muss auf dem System Google Chrome oder Chromium und die Erweiterung Google Cast installiert sein. Anwender von Ubuntu und Debian müssen außerdem das Paket webfs installiert haben. Das ist ein leichtgewichtiger Webserver, über den SMPlayer die lokalen Dateien an den Chromecast serviert. Untertitel sind noch nicht unterstützt.

Weitere Informationen dazu findest Du hier.

Videos der linux.conf.au sind veröffentlicht

Wer zuhören möchte, was auf der linux.conf.au heuer los war, kann ab sofort 155 Videos im YouTube-Kanal der Veranstaltung genießen. Der Großteil der Videos ist zwischen 35 und 45 Minuten. Es gibt aber auch kürzere und längere Beiträge.

Microsoft kann es nicht lassen und spielt weiter mit unfairen Mitteln

Man könnte meinen, dass Microsoft irgendwann mal die Botschaft akzeptiert, dass einige Anwender Edge nicht verwenden wollen. Da nutzt es auch nichts, wenn man es dem Anwender mit jedem Update wieder als Standard in die Fresse schleudert.

Genau das tut Microsoft anscheinend mit Windows 10. Das Problem ist bekannt und wurde schon oft diskutiert. Der Gründer von Vivaldi, Jon von Tetzchner, hat sich bisher zu diesem Thema zurückgehalten und in aller Stille auf Besserung gehofft. Nun ist aber auch ihm der Kragen geplatzt.

Das Problem besteht anscheinend nicht nur bei Updates, sondern auch wenn ein neuer Browser installiert wird. Edge ist dann der Standard. Nicht der neue Browser und auch nicht der alte (außer es war Edge).

Tetzchner versteht schon, dass Microsoft über die geringe Annahme von Edge besorgt ist. Die Lösung des Problems sei aber, einen besseren Browser zu entwickeln.

Für technisch weniger versierte Anwender sei es dann nicht einfach, einen anderen Browser wieder als Standard einzusetzen.

Persönlich finde ich es einfach erbärmlich, dass Microsoft weiterhin mit solchen Mitteln arbeitet. Nicht nur das, sondern es ist auch respektlos, die Wahl des Nutzers einfach nicht akzeptieren zu wollen.

Die neueste Entwickler-Version von Vivaldi 1.7 bietet bessere Sound-Kontrolle, beziehungsweise lassen sich Tabs stumm schalten (Mute). Das gilt vor allen Dingen für Anwender, die mit der Tastatur arbeiten. Wer es ausprobieren möchte, der soll die Befehlseingabe über die Taste F2 aufrufen und dann Mute eintippen. Nun kannst Du den aktuellen Tab, andere Tabs oder alle Tabs stumm schalten. Das gilt auch für die Aktivierung des Sounds. Das ganze sieht so aus:

Stummschalten von Tabs

Stummschalten von Tabs

Kurz notiert

Das freie Magazin befindet sich nun im Archiv-Modus. Es wird keine neuen Ausgaben mehr geben.

Die Entwickler von Arch Linux stellen die Unterstützung für die Architektur i386 ein. Im Februar gibt es noch einmal eine ISO-Datei mit Unterstützung für i686 und danach ist Schluss. Wird weiterhin Unterstützung erwünscht, dann möge die Community bitte einspringen. Die Entwickler von Arch Linux unterstützen die Architektur dann nicht mehr offiziell, stehen aber mit Rat zur Verfügung.

Der Budgie Desktop wird künftig von GBNOME angekoppelt und basiert dann auf Qt5. Die Gründe dafür werden hier ausführlich erklärt.

Google würde interessieren, was sich Bastler für Smart Tools wünschen. Dazu gibt es eine Umfrage. Die Ergebnisse will Google dann veröffentlichen, damit alle um den Erdball verteilten Bastler wissen, was Gleichgesinnten am Herzen liegt.

Du kannst gerne Deinen Senf zu diesem Beitrag geben: Hier geht es zu den Kommentaren




Schreiben macht durstig! Eine kleine Erfrischung kann daher nie schaden. Wem dieser freie Artikel gefallen hat, der darf mir gerne einen frisch gezapften Hopfen-Tee ausgeben (Paypal - der Spenden-Knopf
oder bitcoin - Adresse: 1NacVNwcLLePUVv8uSafu5Ykdwh8QyDfgK). Ich freue mich über jede noch so kleine Spende. Vielen Dank und Prost!
 Alle Kommentare als Feed abonnieren

Antworten