AquaPi – Der Raspberry Pi als Unterwasserkamera

16 Dezember 2016 Kein Kommentar Autor: Jürgen (jdo)

Ich habe wirklich darauf gewartet, bis sich jemand an einem AquaPi oder einem ähnlichen Projekt versucht. Ich habe selbst schon mit dem Gedanken gespielt, einen Pi in eines meiner Unterwassergehäuse zu stecken und eine Zeitrafferaufnahme zu machen. Das hätte den Vorteil, dass ich die Kamera am Riff platzieren und mich dann entfernen könnte. Als Fan eines gepflegten Tauchgangs mit Kameraausrüstung interessiert mich natürlich alles, was unter Wasser so abläuft.

Der AquaPi

Für den AquaPi brauchst Du ein wasserdichtes Gehäuse, ein Kamera-Modul, einen Akku und wenn Du keinen Pi 3 verwendest, eine WLAN-Karte. Dann kannst Du den AquaPi remote steuern. Dafür kommen die Software-Komponenten hostapd, dnsmasq und Python Flask zum Einsatz.

So, hier fangen die Probleme an. Also den Pi remote steuern funktioniert nur im sehr flachen Wasser oder wenn das Gehäuse noch teilweise über Wasser ist. Das ist klar.

Das nächste Ding ist das Gehäuse. Beim AquaPi wurde irgend so eine durchsichtige Frischhaltebox oder ähnliches genommen. Das ist ebenfalls nur für flaches Wasser tauglich. Gehst Du damit tiefer, wird der Druck das Gehäuse zerstören. Der Inhalt wird dann mit Wasser geflutet und Du kannst Dir vorstellen, dass das weniger gesund ist.

In dem Gehäuse ist der AquaPi nur bedingt sicher (Quelle: raspberrypi.org)

In dem Gehäuse ist der AquaPi nur bedingt sicher (Quelle: raspberrypi.org)

Aber OK, ganz nett. Im flachen Wasser gibt es ja ebenfalls viel zu sehen. Dort Bilder ohne Blitz zu machen, ist sogar besser. Scheint die Sonne, sind im Flachwasser wesentlich mehr Farben zu sehen. Das Bild wird also bunter. Je tiefer Du gehst, desto mehr werden die Farben absorbiert und rot verschwindet zuerst. Deswegen sind viele Aufnahmen von Kameras ohne Blitz einfach nur blau oder haben einen krassen Blaustich. Mit einem Rotfilter kannst Du etwas ausgleichen, aber auch nur bis 15 maximal 20 Meter im Meer.

Mit so einem Bild wirbt man nicht

Aber selbst durch diese technischen Hürden muss ein Bild noch nicht unscharf sein. Was im nachfolgenden Bild nicht zu sehen ist, ist eine Krabbe. Wenn ich für ein Projekt werbe, locke ich mit so einem Werk keinen hinter dem Ofen vor.

Der AquaPi macht keine überzeugenden Bilder (Quelle: raspberrypi.org)

Der AquaPi macht keine überzeugenden Bilder (Quelle: raspberrypi.org)

Das Argument im Artikel, dass einige Unterwasserkameras sehr teuer sind, kann man in diesem Fall kaum gelten lassen. Ich habe GoPro-Klons für unter 100 Euro gesehen, die bis 15 Meter wasserdicht sind und besser Bilder machen. Zumindest machen sie scharfe Bilder.

Wesentlich interessanter in diesem Projekt ist der als optional gekennzeichnete Pimoroni Enviro pHAT. Damit lassen sich Temperatur, Druck und so weiter messen. Damit wäre der Raspberry Pi in seinem wasserdichten Gehäuse eher als Wetterstation geeignet und weniger als Unterwasserkamera.

Was Du von diesem Projekt aber lernen kannst, ist den Raspberry Pi als Access Point zu verwenden.

Nette Pi-Konstellation

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