ownCloud enttäuscht über die Gründung von Nextcloud – Kredit wurde gekündigt

3 Juni 2016 2 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

Manche hoffen nun vielleicht, dass gerade eine neue Seifenoper gegründet wurde. Ich hoffe, dass sich der Sturm schnell legt. Gestern wurde ein Fork der ownCloud angekündigt, der sich Nextcloud nennt.

Nun hat ownCloud eine Stellungnahme zum Sachverhalt abgegeben. Dass der ehemalige Kollege Frank Karlitschek ein Konkurrenzprodukt zu ownCloud auf die Beine stellen möchte und dazu noch einige Entwickler mitgenommen hat, überrascht und enttäuscht. Er habe sehr viel zur Community-Edition der ownCloud beigetragen und sei ab heute nicht mehr in diesem Projekt involviert.

ownCloud werden weiterhin Software und Wartung für die künftigen und existierenden Kunden zur Verfügung stellen. Professionelle Services und Consultants wird es weiterhin geben und Verbesserung des Produkts stehe weiterhin im Fokus. Man sei auf einen Konkurrenzkampf vorbereitet.

Ebenso äußert sich ownCloud zum Vorwurf Frank Karlitscheks, dass die Community gestärkt werden müssen. Aus diesem Grund habe man eine Stiftung gegründet, der sieben Mitglieder vorstehen. Sie kommen aus der GitHub Community, aus der Community der Anwender und ein Repräsentant der ownCloud ist auch dabei. Somit sei sichergestellt, dass es immer eine freie und komplett offene Version der ownCloud gibt. Die Community Edition. die als Open Source verfügbar ist, werde das Rückgrat der Firma bleiben.

Die Ankündigung der Nextcloud habe aber auch Konsequenzen für ownCloud, Inc. in Lexington, MA. Die Hauptgeldgeber in den USA haben den Kredit gekündigt. Deswegen müssen man die Pforten von ownCloud, Inc. sofort dicht machen und acht Angestellten kündigen. Die ownCloud GmbH ist davon nicht direkt betroffen und das Wachstum der ownCloud Foundation ist oberste Priorität.

Natürlich gibt die ownCloud so eine Stellungnahme ab, denn nun wird das Ringen und das Gezerre um die Kunden losgehen.

ownCloud oder Nextcloud?

Derzeit stellt sich die Frage noch nicht wirklich, da es die erste Version der Nextcloud noch nicht gibt. Willst Du weiterhin diese Schiene fahren, dann wirst Du Dich aber irgendwann entscheiden müssen.

Meine persönliche Meinung dazu ist, dass ich eher auf das Pferd Nextcloud setze. Ich sehe da durchaus Parallelen zu OpenOffice.org und LibreOffice. Die Kernentwickler sind fast geschlossen zu letzterem Projekt gewechselt und haben irgendwie auch gewonnen. Wenn neun von zehn Hauptentwicklern die ownCloud verlassen und zur nextcloud wechseln, dann muss irgendetwas im Argen sein. Die Gründe wissen wir aber immer noch nicht und werden sie vielleicht auch nie erfahren. Aber man verlässt sich einfach sein Baby und gründet eine neue Firma.

Nextcloud macht der ownCloud zu schaffen

Nextcloud macht der ownCloud zu schaffen

Jos Poortvliet hat einen langen Blog-Beitrag verfasst, auf was sich Entwickler einstellen oder freuen können. Bei Nextcloud will man wesentlich schneller auf Pull Requests reagieren und die Community soll wesentlich stärker eingebunden sein. Darüber hinaus wird in diesem Beitrag bestätigt, dass Kalender, Kontakte und Spreed.ME offiziell unterstützt werden.

In diesem Beitrag ist ebenfalls herauszulesen, dass die Firma ownCloud der Community zu wenig Mitspracherecht einräumte.

Michael Hall von Ubuntu hat geantwortet und vorgeschlagen, die Nextcloud sofort als Snap in Ubuntu aufzunehmen. Unterstützung macht sich da gerade wohl schnell breit.

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2 Kommentare zu “ownCloud enttäuscht über die Gründung von Nextcloud – Kredit wurde gekündigt”

  1. Didi sagt:

    Wenn die für Nextcloud gut funktionierende Plugins und stabile Upgrade-Programme entwickeln, werde ich einer der Ersten sein, die wechseln.

  2. Alexander sagt:

    Vor allem stabile Upgrades sind wichtig. Ich habe keine Lust bei jedem Upgrade oder Update Angst um meine Daten zu haben oder befürchten muss, dass ohne Troubleshooting die Kiste nicht wieder hochkommt.

    Denn dank PHP-Schicht ist owncloud resourchenfressender als eine native Lösung wie Synology Cloud Station. Bei mir synct die Cloud Station auf einer DS212+ aus dem Jahre 2012 mit 10-20 MB/s, das owncloud-Plugin krebst dagegen bei max. 5 MB/s und BT Sync ist auch kaum schneller als 3 MB/s. Syncthing habe ich auch getestet, aber es war epic fail. Es wollte einfach nicht. :-/

    owncloud hat schon seine Vorteile; vor allem das Konzept der Federations. Aber wenn schlechte Ressourcen-Effizienz mit nicht zuverlässigen Upgrades kombiniert werden, bleibe ich lieber fern von owncloud.

    Zuverlässigkeit steht bei mir an erster Stelle. Wenn das Projekt dies besser hinbekommt, gebe ich nextcloud eine Chance.

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