Syncthing: Open-Source-Alternative zu BitTorrent Sync

13 Mai 2014 11 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

BitTorrent Sync hat vom Prinzip her viele Freunde. Allerdings mögen es einige Leute nicht, vor allen Dingen in der Open-Source-Szene, das der Code nicht offen ist: Closed Source.

Syncthing könnte genau das sein, auf das viele gewartet haben. Eine dezentralisierte Möglichkeit, seine Daten synchron zu halten und das ganze als Open-Source. Im Gegensatz zu Dropbox, ownCloud und so weiter, braucht man für die Synchronisation der Daten keinen Mittelsmann oder Server. Die Daten liegen immer nur auf Deinem Rechner in Deinem Profil, sind also privat gehalten.

Die gesamte Kommunikation bei Syncthing ist mittels TLS verschlüsselt. Weiterhin verwenden die Entwickler Perfect Forward Secrecy, um damit Lauschangriffe zu unterbinden. Außerdem wird jeder Node durch ein starkes kryptografisches Zertifikat identifiziert. Es haben nur Nodes Zugriff auf die Daten, denen Du ausdrücklich erlaubt hast, dass Sie sich mit dem Cluster verbinden dürfen.

Für eine Synchronisation ist keine IP-Adresse notwendig. Es funktioniert via LAN und auch Internet. Jeder Rechner wird über eine ID identifiziert. Wer Dateien mit Freunden tauschen möchte, muss ihnen lediglich die ID mitteilen.

Syncthing gibt es für Linux, FreeBSD, Windows und Mac OS X. Es stehen auch Linux-Versionen für ARMv5, ARMv6 und ARMv7 zur Verfügung. Somit sollte die Software auch auf vielen NAS-Systemen, wie zum Beispiel einem Synology laufen. Du kannst die aktuelle Version bei GitHub herunterladen.

Unter Linux packst Du die tar.gz-Datei aus, oder wie das auf meiner ZBOX aussehen würde: tar xzvf syncthing-linux-386-v0.8.5.tar.gz. Nun hast Du einige Dateien, unter anderem Lizenz und README, sowie die ausführbare Datei. Du startest Syncthing nun so: ./syncthing

Syncthing: erster Start

Syncthing: erster Start

Nun erstellt die Software beim ersten Aufruf die RSA-Zertifikate. Das kann je nach Rechner etwas dauern. Weiterhin legt die Software per Standard einen Ordner mit Namen Sync an. Via 127.0.0.1:8080 kannst Du dann das WebGUI erreichen. Über Settings kannst Du einen Anmeldenamen und ein Passwort für das WebGUI einrichten.

Syncthing: WebGUI

Syncthing: WebGUI

Wer, wie ich, einen Headless-Rechner im Einsatz hat, würde das WebGUI nicht aufrufen können, da es per Standard auf 127.0.0.1 (localhost) horcht. Die Konfigurations-Datei (config.xml) liegt im Home-Verzeichnis unter .config/syncthing. Du kannst aber auch einen anderen Ort angeben, wenn Du den Parameter -home verwendest. Für alle Optionen: ./syncthing --help.

Ich muss erst noch ein bisschen damit experimentieren, aber das Ganze sieht sehr vielversprechend aus. Allerdings ist noch nicht alles Gold, was glänzt.

Das mit der Erkennung des lokalen Netzwerks klappt bei mir nicht. Aktiviere ich Global Announce, wird mein Kubuntu-Rechner die Internet-Adresse des Providers identifiziert und die ZBOX mit der des Routers. Weiterhin ist mir das mit der Synchronisation noch nicht so ganz klar. Ich haben auch beiden Rechnern einen Ordner Sync, der per Standard angelegt wird. Will ich diesen nun synchronisieren, bekomme ich ein „Stopp! Doppelt vorhanden!“. Lege ich eine Synchronisation mit „Dokumente“ an, funktioniert das … wie gesagt, da muss ich noch ein wenig experimentieren.

Syncthing: erste Gehversuche

Syncthing: erste Gehversuche

Auf jeden Fall ist das ein Projekt, das man im Auge behalten sollte – gerade schon deswegen, weil es so viele Plattformen unterstützt.

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11 Kommentare zu “Syncthing: Open-Source-Alternative zu BitTorrent Sync”

  1. Martin Zabinski sagt:

    Bitte berichte über deine Erfahrungen wenn es soweit ist.

    • jdo sagt:

      Im Moment gibt es mir da noch zu viele Ecken und Kanten, muss ich ehrlich gestehen. Vorhin ist es mir passiert, dass sich die beiden Systeme gar nicht mehr unterhalten wollten - warum weiß ich nicht. Erst ein Löschen der Konfigurations-Dateien hat die beiden wieder dazu bewegt, zu kommunizieren.

      Aber geschenkt, es ist eine 0.x-Version und die Entwickler sagen, dass ab der Version 1.0 die meisten Probleme ausgebessert sein sollten.

      Ich beobachte das Projekt aber sehr genau, weil ich das Prinzip von BitTorrent Sync eigentlich sehr mag. Bekommen die Syncthing-Entwickler das gebacken, gibt es eine wunderschöne Open-Source-Alternative dazu.

  2. […] ein paar Minuten habe ich auf BitBlokes.de einen interessanten Beitrag über die Synchronisationssoftware “Syncthing” gelesen. Die […]

  3. Antares sagt:

    Wie ist Syncthing denn verschlüsselt, doch hoffentlich nicht mit RC 4, oder? Dann würde das Tool für mich unbrauchbar machen, weil RC 4 in Echtzeit mitgelesen werden kann. AES-128 sollte es schon sein.

    Trotzdem könnte Syncthing was für mich sein. BitTorrent Sync hatte ich schonmal angedacht, aber mir ist das allgemein zu heiß, weil hier ein Filesharing-Protokoll als Basis dient und die sind mir nie geheuer, unterstütze ich auch nicht. Werde mir das Tool mal ansehen. 🙂

  4. Julian sagt:

    Ich hatte selbst vor Kurzem noch damit geliebäugelt, einen entsprechenden Artikel über syncthing zu schreiben.
    Doch bei mir funktionierte die Synchronisierung innerhalb des Netzes nicht oder nur ganz zufällig und sporadisch. Deswegen habe ich den Artikel auch gelassen, denn dieser hat nur (ganz kurz gefasst) folgende Botschaft: "Ich hab ein tolles Programm gefunden - leider funktioniert dies nicht."

    Aber hoffentlich sind die Fehler bald ausgemerzt 🙂

    • jdo sagt:

      Am Anfang hat es gut funktioniert. Ich habe fast den Eindruck, je mehr man an der Konfiguration ändert, diese speichert und je häufiger man Syncthing neu startet, desto mehr fängt es das Spinnen an ... so ein schönes Tool - leider noch so unausgereift ...

  5. maltris sagt:

    Sehr gut. Sowas hatte ich schon erwartet, nachdem BTSync so gut ankam, aber eben immer bemängelt wurde das es nciht offen ist.

  6. […] Open-Source-Alternative zu BitTorrent Sync Zum Original Blog […]

  7. Henning sagt:

    Super Tipp - bin gespannt, welche Erfahrungen du damit machen wirst - hoffentlich teilst du die mit uns ?

  8. asdf sagt:

    Benutze syncthing jetzt auch schon ein paar Wochen und hab eigentlich kaum Probleme außer kleinere Bugs, die relativ schnell gefixt wurden, nachdem ich einen report geschrieben habe 🙂
    Syncthing hört mittlerweile (seit 0.8.7) nach der Installation nicht mehr standardmäßig auf 127.0.0.1, das könnte im Beitrag evtl ergänzt werden.

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