Ubuntu 14.04 „Trusty Tahr“ lässt den Anwender wieder wählen, wo das Menü sein soll – Fenster oder globale Leiste

23 Februar 2014 3 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

Wer kann sich nicht daran erinnern: Plötzlich war alles anders mit der Einführung von Unity und die Menüs sind in die globale Leiste nach oben gewandert.

Für mich persönlich ein unsägliches Ding, womit ich einfach nicht umgehen kann. Es behindert und stört mich. Da gab es etliche Diskussionen. Die Entwickler meinten: „Das ist gut für den Anwender!“. Diverse Anwender, inklusive ich, argumentieren: „Kann ich vielleicht selbst entscheiden oder wissen, ob mir das taugt oder nicht? Nur weil Ihr das behauptet, muss ich das noch lange nicht fressen!“. Da ist Ubuntu aber in guter Gesellschaft. Microsoft hat Anwendern mit Windows 8 auch so eine Katastrophe mit diesen saublöden Kacheln vorgesetzt, eine halbgare Lösung, die man nun noch mal aufgewärmt und so eine Art Start-Knopf mit Windows 8.1 wieder eingeführt hat. Richtig brauchbar ist Windows 8 allerdings nur mit Installation der Open-Source-Software Classic Shell. Warum mich das überhaupt kratzt? Naja, als ortsansässiger Geek bringen einem die Leute auch dieses unsägliche Windows 8, wenn etwas nicht funktioniert. Der erste Schritt: Classic Shell installieren.

Irgendwie konnte man das mit den Menüs bei Ubuntu eine Weile auch hinbiegen und so weiter, aber einfach und schön war das alles nicht.

Mit Ubuntu 14.04 LTS „Trusty Tahr“ wird es auch Unterstützung für HighDPI geben. Vielleicht wurde es vorher schon mal (offiziell?) gesagt, aber hier lese ich zum ersten Mal, dass man zugibt, das mit dem globalen Menü sei auf großen Bildschirmen doch nicht ganz optimal. Bei kleinen Bildschirmen sei es gut, aber bei großen ist das Menü möglicherweise zu weit weg vom eigentlichen Fenster – stimmt – haben sich ja Leute auch nur zwei+ Jahre beschwert.

Auf jeden Fall wird man in Ubuntu 14.04 LTS folgendes einführen: Locally Integrated Menus (LIM) – einen Prototyp dafür gab es bereits in Ubuntu 12.04. Die Implementierung gestaltete sich allerdings schwieriger als man gedacht hatte. Man wollte laut eigenen Angaben keine halb fertige UI-Lösung in einer LTS-Version ausliefern (zuhören, Microsoft!).

Nun wird das Ganze so aussehen:

Ubuntu 14.04: LIM (Quelle: blog.3v1n0.net)

Ubuntu 14.04: LIM (Quelle: blog.3v1n0.net)

In den Einstellungen kannst Du Dich entscheiden, welche Version Du bevorzugst. Mit nur einem Klick lassen sich die Applikations-Menüs wieder in die Fenster schubsen.

Ubuntu 14.04: LIM-Einstellungen (Quelle: blog.3v1n0.net)

Ubuntu 14.04: LIM-Einstellungen (Quelle: blog.3v1n0.net)

Wer sich etwas tiefer ins System graben möchte, kann die Einstellungen für LIM auch via com.canonical.Unity.IntegratedMenus gsettings ändern. Auch Doppelklick auf dem Menü für Maximierung des Fenster und so weiter lassen sich dort konfigurieren. Die Entwickler raten allerdings derzeit zur Benutzung der Standard-Einstellungen, bis die Geschichte ausgiebig getestet ist.

Zu Demonstrations-Zwecken steht außerdem ein Video bereit:

Ich persönlich mag zwar Unity immer noch nicht besonders und mir ist KDE oder Cinnamon lieber, aber mit diesem Feature könnte ich mit Unity wenigstens wieder ohne wilde Flüche umgehen und muss keinen Marathon-Strecken mit der Maus auf meinem Bildschirm zurücklegen. Ich finde diese Änderung sehr gut und angenehm.

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3 Kommentare zu “Ubuntu 14.04 „Trusty Tahr“ lässt den Anwender wieder wählen, wo das Menü sein soll – Fenster oder globale Leiste”

  1. Alex B sagt:

    Auf jeden Fall ist es gut, wenn der Anwender selbst entscheiden kann. Ich fand die globale Menüleiste immer angenehm, benutze allerdings auch ein Notebook. Seit ich Unity nicht mehr verwende, hab ich die Funktion auch noch nie vermisst.

    Viele Grüße,
    Alex

  2. Eddy sagt:

    Canonicals dreiste BEVORMUNDUNG welche unter anderem mit der Einführung von Unity verstärkt Einzug gehalten hatte sowie einige andere Unzulänglichkeiten hat mich damals dazu bewegt alle Rechner von UBUNTU zu befreien.

    Nicht nur aus Überzeugung, sondern auch zum Trotz.

    Auf ubunuusers.de wurde ich wegen meiner Haltung als einer der "ewig Gestrigen" bezeichnet.

    Das ich mit meiner Haltung gegenüber der Firma Canonical wohl doch nicht so ganz alleine da stand, beweist wohl der Richtungswechsel mit Trusty.

    Bis jetzt gefällt mir "Trusty" nicht nur optisch ganz gut, sondern es bekommt langsam wieder einen Hauch von Trust. Die Zeit wird Zeigen ob ein Buntu vielleicht wieder meine Platten besiedeln darf.

    Bisher verrichtet das benutzerfreundliches Manjaro (Arch als unterbau) nahezu perfekt. Aber wie heißt es so schön "Never touch a running system"

    • jdo sagt:

      Ich persönlich finde das Ubuntu-Universum oder im weitesten Sinne das Debian-Universum ganz angenehm. Aber ich verstehe Deine Haltung vollkommen. Persönlich verwende ich Kubuntu und Linux Mint.

      Manjaro ist eine sehr angenehme Distribution, da gebe ich Dir Recht.

      Zu ubuntuusers.de und die Ansichten einiger dort, äußere ich mich ungern. Ich kann nur sagen, dass nicht alle so sind. Leider sind scheinbar die Lautesten auch die Verbohrtesten. Aber das scheint eine menschliche Unart im Allgemeinen zu sein.

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