Linux Mint unsicherer als Ubuntu? Mr. Mint, Clement Levebfre, antwortet …

18 November 2013 13 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

Linux Mint Logo 150x150Danke an Matthias für den Link zum Beitrag, indem sich Clement Lefebvre zu den Vorwürfen der Ubuntu-Entwickler äußert, Linux Mint sei unsicherer als Ubuntu.

Die Ubuntu-Entwickler seien wohl mehr rechthaberisch als wissend, fängt Clement Lefebvre seine Erklärung an. Ihm würde das Geschwätz eigentlich nichts ausmachen. Allerdings müsse man nun panischen Anwendern antworten liefern und hätte eigentlich etwas besseres zu tun: Linux Mint 16 „Petra„. Deswegen will er sich kurz halten.

Security vs. Stabilität sei bei Linux Mint eine Sache, die der Anwender selbst konfiguriert. Man hat das bereits im Jahre 2007 erklärt und sei nicht einverstanden, wie Ubuntu die Anwender zwinge, Updates blind zu installieren. Es sei ein Problem mit Regressions und man hat eine Lösung ins Leben gerufen, mit der man selbst sehr gut fährt.

Jeder kann Level-4- und 5-Updates über den Update Manager einstellen. Somit würde man Linux Mint genauso „sicher“ und „instabil“ wie Ubuntu machen. (Ich hätte den Screenshot auch selbst machen können, bin aber gerade mit Kubuntu unterwegs 🙂 )

Update-Manager in Linux Mint (Quelle: linuxmint.com)

Update-Manager in Linux Mint (Quelle: linuxmint.com)

Zu den Firefox-Updates sagt Clement Lefbvre, dass man genau das gleiche Paket wie Ubuntu benutze und dieses auch noch aus dem selben Repository stammt. Firefox ist ein Level-2-Update, das Linux-Mint-Anwender per Standard bekommen.

LMDE (Linux Mint Debian Edition) basiert nicht auf Ubuntu und benutzt deswegen ein eigenes Firefox-Paket. Man sei zwar bei LMDE in der Vergangenheit etwas langsam gewesen, allerdings wurde Firefox auf Version 25 einen Tag nach Erscheinen aktualisiert. Möglicherweise habe man im Ubuntu-Lager LMDE mit dem auf Ubuntu basierendem Linux Mint verwechselt.

Clement Lefebvre sei es egal, was Ubuntu über Linux Mint verstehe und was nicht. Allerdings wolle er damit seine Zeit auch nicht verschwenden. Er verstehe, dass die Meinungsverschiedenheit ein gefundenes Fressen für die Presse ist.

Das Feedback zu Linux Mint 16 sei jetzt schon ausgezeichnet und die Anwender lieben es laut eigenen Angaben. Allerdings habe man noch etlich Bugs, die man lösen müsse. Das sei wichtiger als dumme Fragen von Leuten zu beantworten, die Linux Mint noch nie im Einsatz hatten und in die Welt blasen, dass es unsicher sei.

Man kann sicherlich diskutieren, ob normale Anwender das Konzept von Level-4- und -5-Updates verstehen. Die meisten kümmern sich nicht um so etwas, aber das ist auch genau der Punkt – Nutzer wollen in erster Linie Stabilität. Ich hatte ja erwähnt, dass ein Bekannter bis letzte Woche Linux Mint 10 am Laufen hatte – bis die Festplatte verreckt ist.

Worüber man sich nicht streiten kann, und dieser Punkt hatte mich auch sehr verwundert, ist das von den Ubuntu-Entwickler verbreitete FUD bezüglich Firefox. Ich bekomme immer den neuesten Firefox und das relativ schnell.

Auch wenn mich nun einige wieder als Ubuntu-Hasser bezeichnen werden – es ist in den letzten Jahren wirklich mehr als auffällig, wie oft der erste Stein aus dem Ubuntu-Lager geworfen wird (das gilt nicht für Xubuntu, Kubuntu und andere Abkömmlinge, sondern rein für Ubuntu). Übt man dann Kritik oder sieht sich genötigt, Dinge richtig zu stellen, wird man als Ubuntu-Hasser bezeichnet. Vielleicht die anderen in Ruhe lassen, vor der eigenen Haustüre kehren und mit überzeugenden Ergebnissen antworten?

Ich bleibe jedenfalls dabei: Meine Haupt-Distributionen sind Linux Mint und Kubuntu. Und ja, Linux Mint 16 ist geil – hat aber doch noch, wie angesprochen, ein wenig Schluckauf. Für einen RC nach meinem Geschmack ein wenig zu viele Zipperlein. Beta würde es besser treffen – deswegen nur einsetzen, wenn Du mit Bugs leben kannst.

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13 Kommentare zu “Linux Mint unsicherer als Ubuntu? Mr. Mint, Clement Levebfre, antwortet …”

  1. Georg sagt:

    Wie viele Steine werden aus anderen Lagern geworfen, mangels öffentlicher Aufmerksamkeit jedoch nicht bemerkt?

    Was da auf irgendwelchen Mailing-Listen gesagt wird, in Dev-Blogs oder Foren...da tauschen sich Entwickler aus, die zugleich auch User sind auf einem Medium, welches fast ausschließlich von erfahrenen Anwendern genutzt wird. Würde Canonical ein negatives Bild von Mint zeichnen wollen, würde man andere Kanäle nutzen. Canonical-Entwickler dürfen wohl keine eigene Meinung haben, sonst hyperventiliert die Linux-Community. Es nimmt leider immer mehr die Züge der Apple- und Android-Welt an.

    Was man auf jedenfall an Canonical/Ubuntu kritisieren kann...unabhängig vom Inhalt: Die Leute da wissen, wie man zur Zeit auf sie reagiert. Gibt es da keinerlei Öffentlichkeitsarbeit oder Kontrolle, was wo geteilt wird, und als Unternehmensmeinung aufgefasst werden könnte? Für ein Unternehmen mit jahrelanger Erfahrung reichlich unprofessionell.

    Die Einteilung der Updates, wie es Mint tut, finde ich übrigens eine tolle Idee. Eine jederzeit mögliche Abwägung zwischen Features und Stabilität, schön. Ist es eigentlich möglich, das auch für das "normale" Debian oder Ubuntu nachzurüsten? ODer müsste ich dann gleich die kompletten Mint-Quellen hinzufügen und aus meinem System ein Mint machen?

    • jdo sagt:

      Es geht nicht darum, keine Meinung haben zu dürfen. In diesem Fall wurden (wieder) falsche Aussagen getätigt - das mit Firefox stimmt ganz einfach nicht. Das hat nichts mit Meinung zu tun, sondern ist FUD und nichts anderes.

      Ob das für Debian oder Ubuntu möglich ist, kann ich Dir aus dem Stegreif nicht sagen. Da müsste ich nun eine Suchmaschine bemühen.

      • Georg sagt:

        Ich habe gar nicht darauf geachtet, inwiefern die Aussagen überhaupt richtig oder falsch sind. Ich befürchte nur, dass Canonical sicherlich wieder eine Böswilligkeit unterstellt wird, die nach meinem Ermessen icht gegeben ist. Wie gesagt, gerade den wohl erfahrensten Nutzern Blödsinn verzapfen zu wollen, ist sicherlich ein unsinniger Weg, um das Image der Konkurrenz zu beschädigen. Deshalb gehe ich davon aus, dass da einfach ein paar Leute ihre Meinung veröffentlicht haben, und nun ein Riesenskandal aufgebaut wird, so wie immer bei Ubuntu. Wäre ich Levebfre, ich hätte keinen Blog-Kommentar dazu geschrieben. Oder irre ich mich wieder, und die Anschuldigung wurde zuerst auf einem reichweitenstarken Blog oder gar der Ubuntu-Webseite verbreitet?

        Ich stelle mir vor, man würde jede Aussage aus der MS-Technet-Community als offizielle Meinung darstellen, oder aus jeder blödsinnigen Antwort irgendeines Azubis in der Apple Support Community einen Skandal machen...es passiert auf vielen Blogs ja tatsächlich immer wieder. Ich hoffe, die Linux-Community geht nicht den Weg, jeden Fehler eines Big Players zu skandalisieren. Darunter leidet die öffentliche Wahrnehmung der gesamten Linux-Welt auf Dauer.

        Sofern die Aussagen bezüglich der Sicherheitspolitik von Mint doch explizit eine offizielle Unternehmensmeinung waren...ja, dann ist es mal wieder Humbug was ich schreibe 😉

        Meine Frage bezüglich Mint war natürlich Blödsinn, das Paket mit dem Update-Manager wird es sicherlich nur in den Mint-Paketquellen geben...ich werde mir wohl die Ubuntu Minimal ISO ziehen, die Mint-PAketquellen hinzufügen und mir so ein Mint ohne den Bloat basteln, der ootb dabei ist.

        • jdo sagt:

          Ja, es wurde von Phoronix aufgenommen. Und Lefebvre antwortete, weil wohl viele Anfragen von besorgten Mint-Nutzern kamen.

          Keiner hat außerdem von Canonical gesprochen, sondern von Ubuntu-Entwicklern. Somit spiegelt es die Ansicht von Einzelpersonen wider.

          Du hast aber Recht, dass solche "Ausraster" zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt kommen und man sich das Ganze komplett hätte sparen können - weil es eben im Endeffekt auf Canonical zurückfällt.

          • Georg sagt:

            Gut, Phoronix ist ein anderes Kaliber, als irgendwelche Mailing-Listen oder so. Da kann ich Levebfre auch verstehen, wenn er sich persönlich getroffen fühlt.
            Ich bin gespannt, wie sich in nächster Zeit die Linux-Medienwelt entwickelt. PAsst sie sich der oft oberflächlichen Windows-Berichterstattung an (Chip, PC-Welt), wird sie im Gegenteil noch elitärer, oder bleibt sie auf einem "unprofessionellen" Niveau, mit vielen Privat-Blogs und nur wenigen, vergleichsweise wenig einflußreichen Magazinen? Ich sehe die Berichterstattung rund um Ubuntu so als Richtwert, wie es sich entwickeln wird. DAs interessiert mich persönlich fast schon mehr als die Thematik selber. Vielleicht nimmt sich ja mal jemand der Sache an, so wie netzwertig.com zum THema Cloud Computing.

            Wie ist das eigentlich mit "Ubuntu-Entwicklern" zu verstehen? Selbst wenn diese nicht bei Canonical eingestellt sind, hat doch in technischen Dingen dennoch Canonical das letzte Wort, oder? mMn hat es Canonical nie geschafft, zwischen Ubuntu und sich selbst eine deutliche Grenze zu ziehen - und muss jetzt leider für alle Aussagen gerade stehen, verdient oder nicht. Eine deutlichere Abgrenzung, wie bei OpenSUSE oder Fedora, täte gut.

          • jdo sagt:

            Ich weiß nicht, ob die beiden Herren bei Canonical auf der Gehaltsliste stehen - aber sie hatten halt eine @ubuntu.com-Mail-Adresse.

            Es geht ja auch nicht darum, dass man anderer Ansicht sein kann, einen anderen Weg bestreitet (Mir Display Server / Unity) und so weiter. Das Problem sind offensichtlich falsche Aussagen, mit denen man andere dann in den Notstand zwingt, sich zu rechtfertigen, obwohl sie gar nicht in eine Schlammschlacht verwickelt werden wollten.

            Das hat Shuttleworth mit KWin und Mir Display Server so gemacht und hier ist die Anschuldigung, gerade auf Firefox bezogen, ein ähnlicher Bullshit.

            Es gibt natürlich auch Sticheleien aus den anderen Lagern Richtung Ubuntu. Da wird schon mal Software als Schrott bezeichnet und so weiter - auch nicht besonders nett und eher kontraproduktiv. Aber so komplett falsche Aussagen kenne ich bisher nur aus einer Richtung.

            Da fragt man sich natürlich, was sich Canonical / Ubuntu genau davon verspricht? Also spekulieren könnte man darüber, aber das artet möglicherweise dann auch schnell wieder in FUD aus.

        • bla sagt:

          das sollte doch gehen - einfach die *.deb packete installieren zB Mintmenu oder Mintconfig. Als ich noch Mint benutzt habe warens nur ca 10 pakete die's nur in Mint gab - is aber lange her.

  2. Ekkehard sagt:

    Hi, ich muss nochmal was loswerden: Nutze Xubuntu 13.10 mit Kernel 3.12.1 von "trusty" Stable. Perfekt.
    Ff ist gestern upgedated worden, auf 25.0.1, Tb heute auf 24.1.1
    Welche Probleme gibt es wo?
    Das alles auf einem Discounter-Netbook aus dem Jahr 2008
    Der kleine Freund hat mich bisher durch die Kontinente begleitet und auch alle Sicherheits-Checks überstanden-weltweit!
    Verstehe ich da was nicht?
    Grüsse

    • jdo sagt:

      Ein bisschen weiter über den Tellerrand muss man schon sehen. Nur weil diese Kombination oder die von Dir verwendete Software funktioniert, muss das nicht zwangsläufig für das komplette Paket-Repertoire gelten. Vielleicht macht dieser Kernel im Zusammenhang mit Server-Komponenten von 13.10 komische Dinge - weißt Du es?

      Klar ist Xubuntu eine Desktop-Distribution. Sie verwendet aber auch die selben Repos wie die anderen. Nicht umsonst wollen Firmen Langzeitunterstützung für bestimmte, sich als stabil erwiesene Kombinationen oder Zusammenstellungen haben.

      • Ekkehard sagt:

        ...mit dem "über den Tellerand gucken" meinst du mich oder mein Netbook?
        Geschenkt...
        Ekkehard

        • jdo sagt:

          Werder noch ... Ich meine, dass viele Anwender immer gerne die neusten Applikationen und so weiter haben möchten. Man vergisst dabei aber sehr schnell, was da für eine Arbeit dahinter steckt, das alles zu testen. Von daher geht Mint einen etwas anderen Weg.

          Das war nicht persönlich gemeint.

          Wer immer das Neueste haben möchte ist bei Arch Linux oder so wahrscheinlich eh besser aufgehoben - das ist Rolling.

  3. Ekkehard sagt:

    Naja, bischen unleidig.
    Frage: Wollen Anwender immer das beste haben oder wird dem "Anwender" durch vielfältige Mittel eingeimpft, er müsse jetzt usw. und "Geil" sein?
    Ich bin weder ein Philosoph noch sonstwas: immerhin weis ich, das 1+2X3=7 ist.
    Und nein, bitte nicht irgendwas mit Win->.
    Das habe ich nun endgültig hinter mir 😀

    • jdo sagt:

      Oh, da bin ich jetzt überfragt, weil man da sicher Nachforschungen im größeren Stil an den Tag legen müsste. Aber meine Meinung dazu kann ich loswerden ... 🙂

      Da die Industrie was verkaufen will, wird uns immer und überall eingetrichtert, dass wir immer das neueste und beste brauchen. Auf die Linuxer trifft das sicher auch zu, ist aber in vielen Fällen nicht der Hauptgrund.

      Gehe ich von mir aus, ist es pure Neugier und ich will einfach wissen, was das Neue besser macht, mehr kann und so weiter. Viele Linuxer verspüren bestimmt einen sehr ähnlichen Drang. Nun ist es aber so, dass sich viele davon auch selbst helfen können, wenn es kracht.

      Bei Freunden und Bekannten, die nur Surfen (Facebook, Nachrichten, Sport), E-Mail, Skype und so weiter betreiben wollen, installiere ich mittlerweile grundsätzlich LTS-Versionen. Denen sage ich aber auch nicht groß etwas von "da gibt es ne neuere ...", sondern "das Ding wird bis 2017 mit Sicherheits-Updates unterstützt und es ist wahrscheinlicher, dass Dein Rechner bis dahin verreckt".

      Zu diesem Thema passend haben wir auch noch das Phänomen, dass der Entwickler-Enthusiasmus sicher höher ist als das Streben von Unternehmen nach Sicherheit und Stabilität. Dinge Warten tut keiner gerne, das neueste "Ding" entwickeln will jeder und wenn es dann soweit ist, wird es entsprechend kommuniziert. Dass aber nicht jeder das neueste und tollste "Kernel-Feature" unbedingt braucht, um Facebook zu öffnen, wird leider oft falsch kommuniziert. Die Leute lesen "ist schneller" und wollen es haben - dass das "ist schneller" vielleicht nur auf virtualisierte Cloud-Umgebungen zutrifft ist ja dann erst mal völlig egal.

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