Fedora 20 „Heisenbug“ Beta ist verfügbar

13 November 2013 Kein Kommentar Autor: Jürgen (jdo)

Fedora Logo 150x150Nach einigen Verzögerungen habe die Fedora-Entwickler eine Beta-Version von Ausgabe 20 zur Verfügung gestellt. Diese Test-Version der von Red Hat gesponserten Linux-Distribution kommt kurz nach Fedoras zehntem Geburtstag.

Die Beta-Version gilt als „Code complete“ und spiegelt im Großen und Ganzen schon wider, wie die finale Ausgabe aussehen wird. Von nun an sollen nur noch Bugfixes einfließen. Die finale Version wird Mitte Dezember erwartet – genauer gesagt vier Tage vor Weihnachten.

Die Entwickler bitten um reges Testen und Feedback. Vor allen Dingen gilt das, wenn man auf Bugs stößt. Da es sich um eine Beta-Version handelt, gibt es auch noch diverse bekannte Probleme. Diese findest Du auf der Common F20 Bugs-Seite.

Was ist neu?

Weil sich ARM neben x86 und x86_64 in den letzten Jahren drastisch gemausert hat, wird man diese Plattform ab sofort als eine primäre Architektur behandeln.

Die Entwickler sprechen in der offiziellen Ankündigung davon, dass neue Ausgaben nicht immer mit massiv neuen Funktionen kommen müssen. Auch kleine Verbesserungen und schwierig zu implementieren Funktionen machen das Leben der Anwender angenehmer.

Verbesserungen bei NetworkManager

NetworkManager wird einige zusätzliche Features für Administratoren und Power-User mit sich bringen. Netzwerk-Verbindungen lassen sich mithilfe des Kommandozeilen-Tools nmcli hinzufügen, editieren, löschen, aktivieren und deaktivieren.

Weiterhin gibt es Unterstützung, für das so genannte Bonding von Netzwerkkarten und Bridging von Netzwerk-Schnittstellen. Bonding und Bridging sind vor allen Dingen bei Virtualisierung und Fail-Over-Szenarien im Einsatz.

Sendmail nicht per Standard an Bord und Logging

In Fedora 20 haben die Entwickler einige Dienste entfernt, die man bisher dem Inventar zugerechnet hat. Allerdings finden wohl viele Anwender keinen Gebrauch dafür und deswegen hat man sie entfernt. Natürlich sind die entsprechenden Pakete weiterhin in den Repositories zu finden und lassen sich nachinstallieren.

Das systemd-Journal übernimmt nun das Standard-Logging und ersetzt somit syslog. Weiterhin wird Sendmail nicht mehr länger per Standard installiert sein. Die meisten Anwender brauchen keinen MTA (Mail Transfer Agent).

Verbesserungen in Sachen Cloud und Virtualisierung

Die Entwickler stellen Abbilder zur Verfügung, die sich sehr gut für öffentliche und private Clouds, wie zum Beispiel Amazon Web Services (AWS) oder OpenStack eignen.

Weiterhin bietet der Installations-Assistent Unterstützung für LVM Thin Provisioning. Auch die Snapshot-Funktionalität wurde laut eigenen Angaben sehr verbessert. Ab sofort ist eine Konfiguration von Thin Provisioning während der Betriebssystem-Installation möglich.

VM Snapshot UI mit virt-manager

Diese Änderung wird das Erstellen von Snapshots wesentlich einfacher machen. qemu und libvirt bringen laut Entwicklern alles mit, um damit sichere Snapshots oder Checkpoints zu erstellen. Allerdings gab es bisher kein einfaches UI, um das zu erledigen.

Weiterhin bringt libvirt Rollen-basierte Zugriffskontrolle mit sich. Weiterhin ist ARM auf x86 mittels libvirt/virt-manager möglich. Beziehungsweise hat man laut eigenen Angaben repariert, dass es mit den Standard-libvirt-Tools läuft (libvirt virsh, virt-manager and virt-install).

Für Entwickler

In Fedora 20 gibt es ein Update für ACPICA Tools. Weiterhin sind Ruby on Rails 4.0 und glibc 2.18 vorhanden.

Du findest eine komplette Liste mit allen Änderungen hier: https://fedoraproject.org/wiki/Releases/20/ChangeSet

Desktop-Umgebungen und Spins

Fedora 20 bringt GNOME 3.10 mit sich. Die Distribution enthält auch die neue GNOME-Applikationen GNOME-Music und GNOME-Maps. Weiterhin wurde das System-Status-Menü überarbeitet und Evolution enthält Zimbra-Unterstützung.

Alternativ ist KDE Plasma Workspaces 4.11 verfügbar. Nepomuk-Indexing ist schneller und es gibt Verbesserungen bei Kontact, KScreen-Integration in KWin und vieles mehr.

X2Go

Das aktuelle nx-Paket in Fedora basiert auf der letzten Open-Source-Version von NoMachine.  NoMachine entwickler nx nicht mehr länger als Open-Source-Projekt. Das X2Go-Projekt hat sich dem nx-Code angenommen und baut darauf auf.

Download

Die aktuelle Beta-Version von Fedora 20 ist im Pre-Release-Bereich der Projektseite verfügbar.

Spins

Spins sind alternative Ausgaben von Fedora. Du findest alle verfügbaren Spins auf dem Spins-Tab der Download-Seite. Nightly-Versionen gibt es hier: http://dl.fedoraproject.org/pub/alt/nightly-composes

Performance-Hinweis

Während der Entwicklungs-Phase verwendet Fedora einen Kernel mit Extra-Debug-Informationen. Somit können die Entwickler auftauchende Probleme schneller adressieren. Allerdings kann sich das negativ auf die Performance auswirken.

Weiterhin sei gesagt, dass es sich hier um eine Test-Version handelt. Anwender sollten also mit Bugs rechnen und die Disitribution möglichst nicht in produktiven Umgebungen einsetzen. Wer einen Fehler findet, möchte diesen bitte melden: http://fedoraproject.org/wiki/How_to_file_a_bug_report

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