Torvalds an Fedora-Entwickler: Gebt mir einen neueren Kernel und nicht das „altertümliche“ Zeugs

23 Oktober 2013 4 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

Linus Torvalds 150x150Linus Torvalds hat sich via Google Plus an die Entwickler des Fedora-Projekts gewandt und nachgefragt, warum es keine neu generierten Installations-Abbilder mit aktuellerem Kernel gibt. Sei Problem sei gewesen, dass das Installations-Abbild mit einem „altertümlichen“ Kernel 3.9 ausgeliefert wird. Dieses würde zwar auf den meisten Rechnern starten, allerdings funktionierte WLAN nicht auf seinem neuen Notebook.

Seine neuere Haswell-Maschine werde auch perfekt von Fedora unterstützt, so lange man eine neueren und im Repository befindlichen Kernel installiert. Nun fragt Torvalds nach, warum man diesen nicht gleich mit anbieten würde.

Torvalds: Gebt mir Abbilder mit aktuellerem Kernel!

Torvalds: Gebt mir Abbilder mit aktuellerem Kernel!

Gegenargumente kamen unter anderem von Davi Airlie. Man hätte nicht die Ressourcen, extra Q&A-Runden einzulegen und Bugfixing zu betreiben. Deswegen wolle man solche Abbilder nicht erstellen.

Nun prasseln viele gute Ratschläge ein. Torvalds könne Rawhide nehmen. Das will er aber nicht, da zu instabil. Dann könne er sich bei einem der Respins bedienen oder den neueren Kernel einfach via Ethernet aktualisieren. Das lässt er auch nicht gelten, da Ultrabooks keine Ethernet-Anschlüsse mehr hätten.

Die Argumente mit Q&A seien außerdem Bockmist. Man könne das Abbil einfach Fedora 19.x nennen und Anwender warnen, dass hier aktuellere Pakete enthalten sind.

Man solle sich die Ausreden sparen. Im Moment gibt es ein Installations-Abbild, das gar nicht funktioniert. Somit müsse man eines das vielleicht funktioniert nicht testen.

Funktioniert gar nicht oder funktioniert vielleicht?

Funktioniert gar nicht oder funktioniert vielleicht?

Weiter unten im Jahr kommt der Hinweis, dass man Installations-Abbilder zweimal pro Jahr erneuere. Das nächste hieße dann Fedora 20.

Ich bin gespannt, was dabei rauskommt. Man kann irgendwie beide Seiten verstehen. Für Anwender ist es eine Katastrophe, wenn man eine Distribution installiert und bei dieser dann nicht alles funktioniert. Es gibt auch ein Beispiel im Thread, bei dem zwei Leute Ubuntu 12.04 auf neueren Geräten versuchten zu installieren und kein Glück damit hatten.

Auf der anderen Seite wachsen, wie es Davi Airlie ausdrückt, zusätzliche Ressourcen nicht auf Bäumen. Aber ein ungetesteter Respin mit neuerem Kernel und fetten Warnzeichen könnte ich mir auch gut vorstellen.

Am Besten hat mir der Satz mit dem „ancient Kernel 3.9“ gefallen … so alt ist der jetzt auch nicht …Allerdings ist er bereits sei Juli 2013 als EOL markiert. Die Lebensdauer von Kernel 3.9 war eher kurz: April 2013 bis Juli 2013.

Just for Fun – Des Torvalds Biographie

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4 Kommentare zu “Torvalds an Fedora-Entwickler: Gebt mir einen neueren Kernel und nicht das „altertümliche“ Zeugs”

  1. Simon sagt:

    Wie üblich harte Worte von Hr. Torvalds. Man kann das ja zum Glück etwas besser einordnen, da man auch sonstige Aussagen von ihm kennt.

    Würde jedoch jemand anderes derart ausholen (inklusive "fucking stupid" und "nonsense"), würde dies ganz anders behandelt werden. Man vergleiche Reaktionen auf Linus' Post (habe eben nur durchgescrollt) mit denen von Hr. Shuttleworth, da liegen für mich Welten dazwischen - und ich frage mich, ob das wirklich fair ist. Wenn letzterer über z.B. KDE/Red Hat-Veröffentlichungen derart hergezogen hätte (hypothetisch), würden sich wohl wieder viele "persönlich angegriffen" fühlen. Ich meine hier gerade, einen sehr deutlichen Kontrast zu sehen.

  2. Georg sagt:

    Wie sinnvoll ist es denn, für so ein Image, welches anscheinend längere Zeit genutzt werden soll, einen Kernel mit einem so kurzen Unterstützungszeitraum zu wählen?

    Das Installations-Image könnte ja mit einem Kernel mit langer Unterstützung laufen und bei der Installation des Systems mehrere Kernel anbieten (3.9 als EOL gar nicht anbieten, einen älteren als "stable" anzeigen, andere als "unstable" oder so).

    Fedora ist doch kein System für blutige Anfänger. Dafür gibt es Ubuntu, mit Einschränkungen Mageia und OpenSuse, und für maximale Stabilität Debian. Ein neuerer Kernel wäre wohl wirklich angebracht. Aber auchw enn nicht, einen Kernel als Standard anzubieten, der EOL ist, ist fahrlässig. Sind 3.9-spezifische Sicherheitslücken etwa so unwahrscheinlich, dass sie niemanden interessieren?

    Dass zwei Leute Ubuntu installiert haben und das auch nicht klappt, ist ja ein tolles Argument. Wenn Canonical doof ist, dürfen wir das auch, oder was soll das bedeuten? Bisschen Hate auf Ubuntu weiterleiten, ads geht natürlich immer in der Linux-Community, hat inzwischen was von Android vs iOS, und Win-Fanboys vs Apfeljünger, traurig.

    • Jakob sagt:

      Fedora kommt mit dem bei Releaszeitpunkt neuestem Kernel und bekommt via Paketverwaltung dann auch neuere als Update. Wer nicht updatet, bleibt bei dem alten und muss ev. Sicherheitslücken in Kauf nehmen, aber das ist ja logisch.

  3. Jakob sagt:

    Sehe ich wie Linus. Ganz besonders schlimm wars bei F18, der installer war so saumäßig buggy, trotzdem musste man 6 Monate bis zum nächsten release warten bis diese bugs gefixt wurden.

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