Oracle Whitepaper besagt, dass Open-Source teuer und unsicher ist

16 Oktober 2013 2 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

Oracle LogoIrgendwie fragt man sich manchmal schon, ob Oracle nicht zwei verschiedene Firmen ist. Auf der einen Seite setzen Sie Open-Source-Technologien selbst ein und verkaufen das (Oracle Unbreakable Linux), auf der anderen Seite dann wieder so ein Zeugs. Vielleicht wäre Twoface der bessere Firmenname …

Die meisten wissen ja, wie Oracle nach der Akquise von Sun Microsystems zuerst OpenOffice.org und danach MySQL an die Wand gefahren hat. Das Resultat ist bekannt: LibreOffice hat auf eigentlich allen Linux-Distributionen das Büropaket ersetzt und OpenOffice wurde schlussendlich an die Apache Foundation abgegeben -> Apache OpenOffice. Nachdem man MySQL mehr oder weniger hinter verschlossene Türen gesperrt hat, sind die meisten auf MariaDB umgestiegen.

Gegen Android ist man hinsichtlich Java auch vorgegangen, hat aber sang und klanglos verloren.

Natürlich kann man es der Firma nicht verdenken, dass Sie Geld machen wollen. Warum das allerdings bei Oracle immer auf FUD basieren muss – traut man seiner eigenen Software so wenig? Nach meinem Verständnis ist es so, dass man nur gegen etwas Werbung machen muss, wenn man davor die Hosen gestrichen voll hat. Man darf schon vergleichen und seine Vorteile gegenüber anderen Produkten zum Ausdruck bringen – wenn man ein Underdog ist. Habe ich aber sowieso (nach eigenen Ansichten) ein besseres Produkt habe und bin so etabliert auf dem Markt, wirkt die Geschichte eher als trauriger Versuch.

Auf jeden Fall richtet isch das Whitepaper an Regierungen und man behauptet, dass TCO (Total Cost of Ownership) mit Open-Source nach oben geht. Komisch dass immer wieder auch Behörden nach Umstiegen sagen, wie viel Geld sie sich gespart haben.

Man faselt irgendwas von Effizienz und wie teuer alles später mit Eigenentwicklungen wird und und und. Das kommt vor allen Dingen deswegen soooo glaubwürdig, weil Oracle einem seine Produkte ja förmlich nachwirft *hust*.

Besser wird es noch mit dem Satz, dass von der Community entwickelter Code unterlegen ist. Ich bin gespannt, wann Sie dann ihr Unbreakable Linux einstampfen, dass auf einem von der Community entwickelten unterlegenem Code basiert.

Natürlich empfiehlt man in dem Whitepaper anstelle von Community-Dreck dann auch die eigenen Produkte.

Na dann mal husch zurück ins Körbchen und mal die Milliarden Sicherheitslücken in Java stopfen. Ah, halt! Ich vergaß … Die Software von der professionellen Firma Oracle muss ja zwangsläufig besser und sicherer sein, da sie von der professionellen Firma Oracle entwickelt wird.

Man kann sich das ziemlich haltlose Marketing-Gedöns hier in voller Pracht zu Gemüte ziehen (PDF).

Update: Ironie pur oder Situations-Komik? Für den Oktober von Oracle geplante Flicken: 127. Davon betreffen Java: 51! Als kritisch eingestuft: Jede MengeAlle außer eine der Sicherheitslücken in Java lassen sich von außerhalb ohne Authentifizierung ausnutzen! … Muss wohl Open-Source-Müll sein, dieses Java …

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2 Kommentare zu “Oracle Whitepaper besagt, dass Open-Source teuer und unsicher ist”

  1. Alexander sagt:

    Naja, es gibt ja auch genug Gegenbeispiele - die französische Polizei ist glaube ich das jüngste Beispiel. Es kommt halt immer darauf an, wer so eine Studie kauft 😉

    • jdo sagt:

      Das Schlimme ist, dass man sich mit solchen Papieren an irgendwelche "Entscheider" richtet und dann entsprechenden Entscheidungen viel zu oft "auf dem Golfplatz" stattfinden. Aber so war das schon immer und wird sich so schnell auch nicht ändern ...

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