Bildverwaltungs-Software digiKam 3.5 unter Kubuntu 13.10 selbst kompilieren

29 Oktober 2013 4 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

digiKam Logo 150x150Ich bin immer mehr dabei, mich mit digiKam als Foto-Verwaltung anzufreunden. Der Grund dafür ist ganz einfach: Es passt eben zu KDE.

Nun gibt es an sich an digiKam 3.4, welches das Standard-Paket für Kubuntu 13.10 „Saucy Salamander“ ist, nichts auszusetzen – bis auf eine Sache. Aus irgendwelchen Gründen ist die Nepomuk-Unterstützung nicht in das Paket kompiliert (ich weiß nun auch warum -> siehe Hinweis weiter unten).

Nun werden einige bei Nepomuk die Nase rümpfen und sofort „Ressourcen-Schwein“ in Gedanken haben, aber das ist weit weniger schlimm als man meint. Vor allen Dingen mit einem modernen Rechner ist Nepomuk im Hintergrund echt kein Problem. Ganz im Gegenteil – ich mag es. Es erleichtert mir die Suche ungemein und spielt gut mit Kontact und sogar KRunner (Alt + F2) zusammen. Normalerweise geht das eben auch mit digiKam.

Genauer gesagt kann ich beide Programme miteinander verknüpfen. Vergebe ich bei Bildern Tags (Schlagwörter, Stichwörter, was auch immer), kann ich diese normalerweise von digiKam an Nepomuk übergeben und auch von Nepomuk lesen. Das erleichtert natürlich die Suche im Datei-Manager. Tja, aber aus irgendwelchen Gründen hat man bei DigiKam 3.4 für Kubuntu 13.10 die Nepomuk-Unterstützung außen vor gelassen. Man würde die Option normalerweise unter Einstellungen -> digiKam einrichten -> Metadaten finden.

Hinweis: Das mit Nepomuk klappte nicht und der Grund ist hier nachzulesen. Die Nepomuk-Schnittstelle ist kaputt und man muss das erst reparieren – das erfuhr ich allerdings erst später. Nun war der ganze Aufwand nicht ganz umsonst. Ich habe wenigstens die neueste Version von digiKam. Diese wiederum bringt gegenüber Version 3.4 keine neuen Funktionen, sondern lediglich Bugfixes. Ob sich der Aufwand lohnt – soll jeder selbst entscheiden.

digiKam 3.4: Keine Nepomuk-Unterstützung

digiKam 3.4: Keine Nepomuk-Unterstützung

Dummerweise, zumindest habe ich das bei meinen Recherchen so verstanden, lässt sich die Nepomuk-Unterstützung nicht einfach wie ein Plugin hinzufügen und aktivieren. Man muss sie reinkompilieren.

Allerdings dachte ich mir: „Wenn ich mir schon den Aufwand mache und neu kompiliere, dann nehme ich gleich die neueste Version!“. Derzeit aktuell ist digiKam 3.5. Nun hört sich das wesentlich schlimmer an als es ist.

Zunächst einmal brauchen wir einige zusätzliche Pakete. Diese installieren wir so (das belegt dann knapp 500 MByte auf der Platte extra):

  • sudo apt-get install gcc cpp make cmake checkinstall libgpod4-nogtk
  • sudo apt-get build-dep digikam kipi-plugins

Danach holst Du Dir aus dem Download-Bereich der Projektseite den aktuellen Tarball und packst diesen im Anschluss aus:

  • tar xjvf digikam-3.5.0.tar.bz2

Im Anschluss hüpfen wir in das Verzeichnis und erschaffen ein Unterverzeichnis build. Darin spielt im Anschluss die Musik:

  • cd digikam-3.5.0
  • mkdir build
  • cd build
  • $ cmake -DCMAKE_BUILD_TYPE=release -DCMAKE_INSTALL_PREFIX=`kde4-config --prefix` ..
  • sudo checkinstall --pkgname=digiKam3.5 --install=no make install

Sollte Dir nach einem koffeinhaltigen Heißgetränk sein, ist nun der richtige Zeitpunk. Das Kompilieren wird je nach Rechner eine Weile dauern. Also schön geduldig sein.

digiKam 3.5: kompilieren

digiKam 3.5: kompilieren

Während des Kompilierens fragt Dich der Prozess einige Dinge. Ich bin hier einfach den Standard-Antworten gefolgt.

Ist der Vorgang abgeschlossen, haben wir eine wunderbare deb-Datei erzeugt, die wir mithilfe des Paket-Managers installieren können. Konsole funktioniert natürlich auch:

  • sudo dpkg -i digikam3.5*.deb (an dieser Stelle meckert das System, dass einige Bibliotheken nicht überschrieben werden können. Du hast wahrscheinlich die alte Version noch nicht deinstalliert: sudo apt-get purge digikam digikam-data kipi-plugins kipi-plugins-common. Alternativ könntest Du auch aus dem build-Verzeichnis mit make install arbeiten. Mit make uninstall könntest Du wieder deinstallieren. Ich habe make install verwendet, weil sich das Paket zwar installieren lässt, digiKam danach aber nicht startet. Es lohnt sich auch, die README-Datei durchzulesen. Bei den CMAKE-Optionen kannst Du digiKam zwingen, die lokalen Implementierungen von ibkipi, libkexiv2, und libkdcraw zu verwenden und nicht die der installierten KDE-Version).
digiKam 3.5: Kompilieren fertig und deb erzeugt

digiKam 3.5: Kompilieren fertig und deb erzeugt

Auf jeden Fall lässt sich digiKam 3.5 unter Kubuntu 13.10 kompilieren und installieren. Wie gesagt sind die Vorteile der aktuellsten Version gegenüber digiKam 3.4 nicht so massiv. Ich hoffte auf Nepomuk-Unterstützung, die ich allerdings nicht bekam. Hätte ich es vorher gewusst, hätte ich die Aktion wohl sein gelassen.

digiKam 3.5 unter Kubuntu 13.10

digiKam 3.5 unter Kubuntu 13.10

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4 Kommentare zu “Bildverwaltungs-Software digiKam 3.5 unter Kubuntu 13.10 selbst kompilieren”

  1. Mike sagt:

    Hallo,

    super Artikel vielen Dank ! Ich hab das ganze nachvollziehen wollen, bin jedoch auf die Nase gefallen vermutlich weil ich das ganze unter KDE basierend auf Mint15 OLivia versucht habe. Das ist ja noch aufsetzend auf Ubuntu 13.04 und da bekomme ich probleme mit OpenCV bzw. libkface welches angeblich zu alt sei. Mist !
    Gibts da ne Chance das dennoch hinzubekommen oder muss ich mir dazu eine passende Linux version mit passendem Kernel installieren DAMIT ich compilieren kann ? Mir gehst drum dass ich ein KDE Paket haben mächte das auf meinem Produktivsystem (13.04) läuft. Wenn ich Digikam nun unter 13.10 compiliere lüppt das dann auf 13.04 ?

    Weiss das jemand ? Danke und happy tuxing 😉
    Mike

  2. Cool Hand sagt:

    Das ist einer der vielen Gründe warum ich auf Manjaro (arch) umgestiegen bin: aktuelle Versionen. Und alles funktioniert. 🙂

    • jdo sagt:

      Ich hab Manjaro auf der ZBOX laufen - da ist Ubuntu 13.10 (also die Unity-Version) brutal - unbrauchbar. Aber das Manjaro läuft schon ziemlich lange und ich bin erstaunt, wie stabil das Ganze ist.

  3. Cool Hand sagt:

    Manjaro ist für Arch was Ubuntu für Debian ist. 😉

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