Fedora 20 “Heisenbug” Alpha ist da

24 September 2013 3 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

Fedora Logo 150x150Die Entwickler der von Red Hat gespondersten Linux-Distribution Fedora haben eine Alpha-Ausgabe von Version 20 mit Codenamen “Heisenbug” ausgegeben.

Fedora 20 wird sich mehr oder weniger mit dem zehnten Geburtstag von Fedora decken. Fedora Core 1 wurde am 6. November 2003 veröffentlicht. Somit ist Fedora bald ein Teenager.

ARM als Primär-Architektur

ARM steigt zu einer primären Architektur auf und gesellt sich damit zu x86 und x86_64. Ein Wunder ist dieser Schritt nicht. ARM dominiert den mobilen Markt. Hobbyisten und Bastler erfreuen sich auch an Gerätn wie dem Raspberry Pi und so weiter.

Verbesserte Funktionen

Laut Veröffentlichungs-Hinweisen wurde der NetworkManager verbessert. Diese sollen vor allen Dingen Power-Anwendern und Administratoren entgegen kommen. Ab sofort ist es mithilfe des Kommandozeilen-Tools nmcli möglich, Netzwerk-Verbindungen hinzuzufügen, zu editieren, zu aktivieren und zu deaktivieren.

Weiterhin bekommt der Netzwerk-Manager Unterstützung für Bonding Interfaces (Netzwerkkarten bündeln) und Bridging. Diese Funktionen sind vor allen Dingen für diejenigen interessant, die virtualisieren und Fail-Over-Szenarien aufsetzen möchten.

In Fedora 20 werden einige Dienste entfernt, die nicht von allen Anwendern als sinnvoll erachtet werden. Anstelle von syslog wird das systemd-Journal nun für das Loggen zuständig sein. Sendmail wird nicht mehr länger per Standard installiert. Die meisten Fedora-Anwender hätten laut eigenen Angaben keine Verwendung für einen MTA (Mail Transfer Agent).

Verbesserungen bei Cloud und Virtualisierung

Au weia, nun wird es Denglisch :) … oder wie es bei Fedora steht: Betriebssystem-Installations-Unterstützung für LVM Thin Provisioning – oder eingedeutscht “schlanke Speicherzuweisung”. Da es hier um Fedora geht und keine Virtualisierungs-Technologien, verweise ich bezüglich Thin Provisioning auf einen Wikipedia-Artikel, der das Thema mehr als ausreichend erklärt. Im Endeffekt spart man im Himblick auf Storage Kosten, weil man nicht jedem System den maximalen Speicherplatz sofort zuweisen muss. Zusätzlich verbessert Fedora mit dieser Neuerung die Snapshot-Funktionalität.

Weiterhin lassen sich Snapshots / Chackpoints mithilfe eines UI in virt-manager realisieren. Das muss man nicht weiter erklären – Snapshots kann man halt nun mit “aufs Knöpfchen drücken” erstellen und auch wieder löschen. Weiterhin wird es eine Rollen-basierte Zugriffskontrolle via libvirt geben.

Sehr interessant ist, dass man nun ARM virtuelle Maschinen auf x86-Hosts laufen lassen kann. Das geht mit den Standard-Tools von libvirt (virsh, virt-manager und virt-install).

Für die Entwickler …

Wie immer wird auch an die Entwickler gedacht und diese beglückt man mit den neuesten Spielzeugen.. Dazu gehören Ruby on Rails 4.0 und Perl 5.18.

Alle Änderungen im Detail

Wer es ganz genau wissen möchte, soll die Wiki-Seite mit dem ChangeSet zu Fedora 20 “Heisenbug” besuchen.

Desktop-Umgebungen und Spins

Fedora 20 Alpha wird mit einer Vorschau zu GNOME 3.10 ausgeliefert (3.9.90). Zur Auswahl steht außerdem KDE Plasma Workspaces 4.11, was schnellere Nepomuk-Indexierung und Verbesserungen bei Kontact, KWin und KGet mit sich bringt.

Fedora bringt einige Abkömmlinge hervor und die Details dazu findest Du in der Spins-Liste.

Hinweis zur Performance

Die Entwickler-Version von Fedora bedient sich eines Kernels, der zusätzliche Debug-Informationen ausspuckt. Somit können die Entwickler Fehler schneller erkennen und adressieren. Allerdings kann sich dieser Overhead natürlich negativ auf die Geschwindigkeit des Betriebssystem auswirken. Wer die Zusatzinformationen nicht will oder braucht, kann mit slub_debug=- booten, oder den nodebug-Kernel aus den Repositories installieren.

Noch ein Wort …

Bei Heisenbug Alpha handelt es sich, wie der Name ganz richtig vermuten lässt, um Alpha- oder Test-Software. Diese ist für den produktiven Einsatz nicht geeignet.

Download

Interessierte können Fedora 20 “Heisenbug” Alpha aus dem Pre-Release-Bereich der Projektseite beziehen. Dort gibt es dann Alles. DVD-Abbilder, Torrents und auch verschiedene Live-Versionen: GNOME, KDE, Xfce, LXDE, Mate und SoaS. Wer die Cloud- oder ARM-Abbilder sucht – da gibt es fast ganz oben eine Navigation, die Desktops, Cloud und ARM bereitstellt. Das ist leicht zu übersehen – finde ich.



Du kannst gerne Deinen Senf zu diesem Beitrag geben: Hier geht es zu den Kommentaren


Schreiben macht durstig! Eine kleine Erfrischung kann daher nie schaden. Wem dieser freie Artikel gefallen hat, der darf mir gerne einen frisch gezapften Hopfen-Tee ausgeben (Paypal - der Spenden-Knopf
oder bitcoin - Adresse: 1NacVNwcLLePUVv8uSafu5Ykdwh8QyDfgK). Ich freue mich über jede noch so kleine Spende. Vielen Dank und Prost!
 Alle Kommentare als Feed abonnieren

3 Kommentare zu “Fedora 20 “Heisenbug” Alpha ist da”

  1. Matthias sagt:

    Schreibst du, gerade als KDE Liebhaber noch etwas über die neue Chakra ISO? Würde mich sehr freuen ^.^ Dankeschön

Antworten