Microsoft an Google: Bitte nehmt uns aus dem Index

30 Juli 2013 10 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

Matrix Teaser 150x150Dass das Ganze ein Fehler im automatisierten System-Dschungel ist, kann man sich schon vorstellen. Lustig ist es trotzdem. Torrentfreak hat entdeckt, dass Microsoft bei Google angeklopft hat, um Microsoft-Seiten aus dem Google-Index zu nehmen.

Die automatisierten Systeme der Copyright-Besitzer stufen auch viele Seiten mit legitimen Inhalten fälschlicherweise als böse ein. So kommt es dann schon mal vor, dass die eigene Arbeit als gestohlenes Werk gekennzeichnet wird. In einer Anfrage von LeakID im Auftrag von Microsoft betraf es dann eben Microsoft.

Google hat den offensichtlichen Fehler aber anscheinend mitbekommen und die Seiten wurden nicht aus dem Index entfernt. Einen Screenshot der Anfrage gibt es hier.

Torrentfreak weist darauf hin, dass der oben genannte Fehler natürlich einen gewissen Unterhaltungswert hat. Allerdings zeigt er auch ein ernstes Problem. So wird als Beispiel angegeben, dass HBO von Google verlangte, eine komplett legale Kopie des Open-Source-Multimedia-Player VLC aus den Suchergebnissen zu nehmen. Der Link ist bis heute noch nicht wieder im Index aufgetaucht.

Manche nehmen das einfach hin und manche wehren sich. So hat ein Anwender, der sich selbst Google dicksuck nennt, einen Antrag gestellt, HBO aus dem Google-Index zu entfernen.

Für Google ist das sicher nicht ganz einfach. Angeblich sind wegen DRMA (Digital Millennium Copyright Act) in diesem Jahr schon zirka 100 Millionen Links eingereicht worden.

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10 Kommentare zu “Microsoft an Google: Bitte nehmt uns aus dem Index”

  1. tux. sagt:

    Google sollte lieber mal den Torrent-Müll aus dem Index nehmen. Braucht keiner. Kad ist besser.

    • jdo sagt:

      Google macht pro-aktiv ja gar nichts ... man muss die Links erst melden, soweit ich das sehe ...

      • tux. sagt:

        Muss man dafür Rechteinhaber sein?

        • jdo sagt:

          Hm, gute Frage. Nach meinem Verständnis kann ich nur etwas als Copyright-Infringement deklarieren, wenn ich auch die Rechte dafür habe. Einreichen kann ich es aber auch anders, wie das HBO-Beispiel zeigt.

          Ich weiß es halt nur von Fotos und da wird es verdammt schwer, wenn man über Microstocks (Shutterstock zum Beispiel) verkauft. Bei der Meldung eines Verstoßes müsste ich ja nachweisen, dass der oder die mein Bild auch rechtmäßig erworben hat. Bei den Microstocks sehe ich aber nicht, wer meine Bilder für welchen Zweck erwirbt.

          Bei einem Screener ist das natürlich einfacher. Das Gebiet ist aber dermaßen verfilzt, dass man es sowieso nicht mehr aufräumen kann - Internet abschalten wäre wohl die einzige Option ... 🙂

          • tux. sagt:

            Na gut, dann gucke ich mal, welche Torrentseiten Programme verteilen, an denen ich mitgearbeitet habe, ohne mich um Erlaubnis zu bitten ... 😀

          • jdo sagt:

            Dann hol Dir gleich Don Quijote mit an Bord. Google nimmt ja nur den Link aus dem Google-Suchindex. Auf der Torrentseite ist der Link aber nicht weg. Suchst Du also direkt über die Torrent-Seite, wird der Link wieder auftauchen.

          • tux. sagt:

            Google führt Torrentseite x nicht mehr auf -> weniger Leute finden Torrentseite x -> Problem nicht gelöst, aber verbessert.

        • Georg sagt:

          Eher förderst du damit noch die Verbreitung der Programme über andere Quellen...hat da nicht so ein Wahl-Neuseeländer erst vor kurzem was neues gestartet?
          Wenn Google es ernst meinen würde, würden die einfach die Hoster und Torrentseiten komplett raus nehmen, mit der ganzen Domain. Oder eben gar keine Zensur des Index. Aber es geht halt doch wieder nur um die Kohle, oder?

  2. Georg sagt:

    Wozu meldet MS überhaupt Links? ISO-Downloads von Windows? Geknackte Office-Versionen? Man sollte bei sowas bedenken, dass da der Bing-Betreiber im Index der Konkurrenz herumpfuscht.
    Wurde Google eigentlich zu solcher Mitarbeit verpflichtet oder gibt es dafür Geld? Ich würde an deren Stelle so wenig wie möglich machen, bis ein Richter mich dazu auffordert...

    • Mapcoder sagt:

      Wie im Originalartikel steht, handelt es sich um Benachrichtigungen nach dem Digital Millennium Copyright Act. DMCA ist ein US-amerikanisches Gesetz, das unter anderem die Haftung von Providern, Hostern und wohl auch Suchmaschinen für Urheberrechtsverletzungen regelt.

      Nach dem Gesetz kann sich ein solches Unternehmen von Haftungsansprüchen freimachen, indem es alle Inhalte, die vom (vermeintlichen) Urheber oder dessen Vertretern beanstandet werden, umgehend entfernt.

      Die Alternative, für sämtliche potentiell rechtswidrigen Inhalte und Links selbst geradestehen zu müssen, ist eigentlich keine. Von daher hat Google kaum eine andere Wahl.

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