Windows-Kernel-Entwickler: Wir sind langsamer als andere Betriebssysteme und der Grund ist …

12 Mai 2013 Kein Kommentar Autor: Jürgen (jdo)

Windows 8 Logo 150x150… ui ui ui, da sind einem Windows-Insider aber mächtig die Gäule durchgegangen. Er hat sich via TOR an einer Diskussion auf Hacker News beteiligt. Der Kommentar wurde in der Zwischenzeit von ihm selbst gelöscht, weil er glaubt, ein bisschen zu streng reagiert zu haben und er im Eifer des Gefechts nicht alles so meinte, wie es sich zunächst anhörte.

Der Kommentar ist auch nicht verschwunden, weil ein Blogger diesen viel zu interessant fand, als dass man ihn nicht veröffentlichen sollte. Der Windows-Kernel-Entwickler fängt schon mal so an:

Windows ist in der Tat in vielen Bereichen langsamer als andere Betriebssysteme und die Lücke wird größer. Der Grund dieses Problems ist auf sozialer Ebene zu suchen. Niemand reicht Verbesserungen für Ruhm und Ehre ein, wie das in der Linux-Welt ist.

Weiterhin machen es sich die Abteilungen untereinander schwer. Verschiedene Teams arbeiten an unterschiedlichen Komponenten des Kernels und es sei verpönt, Patches von außerhalb anzunehmen. Wenn man in der Linux-Welt etwas schrittweise verbessert, würde man mit Ruhm und Ehre überschüttet. In den Windows-Teams zählen laut Angaben des sauren Entwickler solche Kleinigkeiten nichts.

Weiterhin habe man Probleme, gute Leute zu finden und zu halten. Talentierte Entwickler würden lieber zu Google gehen und man selbst dürfe sich mit Frischlingen von den Universitäten ohne jegliche Erfahrung plagen. Die jungen Entwickler würden außerdem dazu tendieren, lieber neue Funktionen einzupflegen anstelle Bestehendes zu verbessern. Neue Funktionen sehen in den Augen des Chefs einfach besser aus als „Verbesserungen eingepflegt“. Man solle sich ganz einfach Microsoft-Releases aus der nähren Vergangenheit ansehen, um das belegen zu können.

Der Windows-Entwickler hat den Blogger kontaktiert und relativiert seine Aussagen etwas, da er einigen Leuten nach eigener Meinung Unrecht getan habe. Dem NTFS-Team zum Beispiel, die zwar sehr hässlichen Code warten, aber durchaus sehr gute Entwickler mit einem soliden Projekt sind. Er vergleicht NTFS in Sachen Code-Monster mit systemd.

Dennoch sei er nicht sehr beeindruckt, was die Personalabteilung da in den vergangenen Jahren eingestellt hat und einige gute Freunde hätten die Firma verlassen. Auch hier rudert er etwas zurück, da er nicht für Microsoft global sprechen könne.

Er entschuldigt sich einfach, dass im die Pferde durchgegangen sind und es sei nicht alles sooo schlecht, wie er das dargestellt hat. Er sei nur ein kleines Rädchen in der Truppe und nicht das Windows-Äquivalent von Ingo Molnar. Allerdings lässt sein Wutausbruch dennoch tiefe Einblicke zu und auch wenn der Entwickler im zweiten Beitrag sagt, dass er nicht bei Windows mit entwickeln würde, wenn er es für einen technologischen Alptraum halte, kann man aus dem ersten doch einen gewissen Respekt für die Entwicklung des Linux-Kernels herauslesen.

Windows-Entwickler ist mächtig sauer

Windows-Entwickler ist mächtig sauer

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