UK-Regierung winkt Instagram Act durch: Alle Deine Bilder gehören nun jedem

30 April 2013 11 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

Was denken sich Regierungen eigentlich beim Duechwinken solcher Gesetze? Sind das nicht die selben Regierungen, die Raubkopien auf das Schärfste verurteilen und jemanden, der eine MP3 gesaugt hat am Liebsten aufhängen würden? Oh nein, halt, das sind die Firmen mit den dicken Geldbeuteln, die Regierungen als Marionetten benutzen und dann vom Kopierschutz Abstand nehmen, wenn es in den eigenen Kram passt.

Worum geht es?

The Register hat berichtet, dass Großbritanniens Regierung den Instagram Act durchgewunken hat. Die hatten nämlich schon einmal versucht, den Besitz von hochgeladenen Bildern an sich zu reißen. Bisher waren Werke immer der Besitz des Herstellers und durch internationale Gesetze geschützt – auch wenn das FInden eines Missbrauchs und legale Schritte extrem schwer waren.

Das neue Gesetz in Großbritannien hebt das eigentlich auf, weil die Bilder kommerziell benutzt werden dürfen, wenn sich kein Besitzer ausfindig machen lässt. Sehr viele Bilder im Internet sind verwaist, weil sie keine Metadaten enthalten oder diese einfach von großen Firmen beim Hochladen gelöscht werden. Wenn sich eine Arbeit also nicht identifizieren lässt, darfsie benutzt werden. Der Nutzer müsse lediglich „gewissenhaft suchen“ und das wird in vielen Fällen ergebnislos sein. Also darf man das Bild benutzen, ohne sich strafbar zu machen.

Es kommt aber noch besser, weil das Gesetz den Weiterverkauf nicht verbietet. Wenn einer Deine Arbeit hat, kann er diese auch weiterverkaufen. Türen also weit offen für irgendwelche Aasgeier, die Kohle scheffeln, ohne dem Besitzer auch nur einen Cent zahlen zu müssen. Ganz tolle Wurst – Wahnsinn.

Wie geht es weiter?

Das Gesetz ist noch nicht komplett durch, weol das Parlament noch dafür stimmen muss. Allerdings wäre das wohl nur eine Formsache.

Anwender können nun ihre Fotos komplett aus dem Internet entfernen. Also raus aus Facebook und so weiter und / oder mit einem Copyright versehen. Oder die Werke registrieren, was natürlich ein ziemlicher Aufwand bezüglich Kosten und Zeit bedeutet. Im Moment gäbe es auch nur eine Registrierstelle: PLUS. Fotografen, inklusive David Bailey, gehen bereits auf die Barrikaden.

Die Masse der Leute werden nicht mal merken, dass sie beraubt wurden, sagt Paul Ellis, ein Kämpfer für die Rechte von Fotografen. Sogar Fotografen aus den USA haben Großbritannien den Kampf angekündigt.

Weiterhin könnte gutes Material aus dem Internet verschwinden, meint The Register. Wer sein erk im Internet zur Verfügung stellt, braucht gewissen Schutz.

Die Regierung spricht dabei von Copyright-Ausgleichen und -Befreiung. In Wirklichkeit sieht es so aus, dass der kleine Mann der Dumme ist und sich die Firmen einfach so bedienen können. Tolle Copyright-Reform!Ich hoffe wirklich, dass Deutschland nicht auf so eine Schnapps-Idee kommt. Meine Bilder bleiben auf jeden Fall im Internet, da der Text darunter lang und ausführlich klar macht, dass sie nicht für kommerzielle Zwecke benützt werden dürfen.

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11 Kommentare zu “UK-Regierung winkt Instagram Act durch: Alle Deine Bilder gehören nun jedem”

  1. Ettore Atalan sagt:

    Der Text liest sich als wäre er von einem getroffenen Hund - fernab von jeder Objektivität - persönlich geschrieben.

    • jdo sagt:

      Dein Kommentar liest sich, als hättst Du nicht verstanden, worum es geht ...

      • Ettore Atalan sagt:

        Bei verwaisten Bildern, für die sich offenbar keiner interessiert (sonst hätten sie ja eine Lizenzangabe), muss bei Verwendung niemand mehr eine späte Klage fürchten, wenn der eigentliche Fotograf seine Bilder in einer Zeitschrift o. ä. wiederentdeckt und das große Geld wittert.

        • jdo sagt:

          Ok, Du hast es tatsächlich nicht verstanden ... große Firmen, wie zum Beispiel iStock strippen beim Hochladen jegliche Meta-Informationen. Kaufe ich das Bild bei denen und verwende es auf meiner Webseite, ist keine Angabe mehr dabei. Somit könnte ich mir das Bild klauen, verwenden, weiterverkaufen und so weiter. Der Knackpunkt dabei ist: Beschwere ich mich als Fotograf, nimmt der Räuber das Bild eventuell herunter, geht aber mit Sicherheit straffrei aus. Alles was ich tun muss: Kaufe meine Bilder bei UK-Firmen ein, dann kann ich damit tun, was ich will.

          So, nun lade Du mal nen nagelneuen Kinofilm runter, den Du auf ThePirateBay "gefunden" hast ... da sind vielleicht auch die Copyright-Angaben rausgestrippt ... und dann schau mal, wie weit Du damit kommst ...

          Die haben gerade nen Freibrief gegen das internationale Copyright ausgestellt ... natürlich nun für den Deppen von kleinem Mann, der weder die Zeit, noch das Geld hat, seine Arbeit zu registrieren ...

          • Ettore Atalan sagt:

            Also liegt dein Problem bei Bilderdiensten die beim Hochladen von Bildern ungefragt die Meta-Informationen entfernen.

            Bei Filmen auf ThePirateBay kann einem der Hashwert der Videodatei oder ein verstecktes Wasserzeichen eine Abmahnung bescheren, aber doch keine ominösen Copyright-Angaben in der Datei. Außerdem sind Tauschbörsen schon länger nicht mehr die erste Anlaufstelle in Sachen Urheberrechtsverletzungen, sondern Sharehoster. Kim Schmitz alias Kim Dotcom sagt dir was?

          • jdo sagt:

            Nein liegt es nicht. Mein Problem ist, dass eine Regierung einen Freibrief gegen das Urheberrecht ausstellt. Gegen das unrechtmäßige Benutzen von Bildern tut man sich immer schwer. Allerdings müssen sich die Nutzer nun gar nicht mehr fürchten, da diese Reform des Copyrights die Raubkopierer mehr schützt als den Urheber und das kann nicht sein. Es geht hier nicht darum, wie ich meine Arbeit schützen kann, sondern dass die Kopierer nichts zu befürchten haben. Da nutzt auch ein verstecktes Wasserzeichen nichts, da der Nutzer ja nicht sehen kann, ob die Arbeit geschützt. Du argumentierst hier komplett am Thema oder am eigentlichen Problem vorbei.

          • MatthiasShalom sagt:

            Also gemäss dem Jiu Jitsu Prinzip: Mehr Copyleft 😉 😛

  2. —F. sagt:

    Dieser Gesetzesentwurf ist eine erstaunlich wenig verwässerte Kopie des "Orphan Works Bill", den die Lobbyisten der großen Medienkonzerne in den Jahren 2006 und 08 in den USA einführen wollten — und am Protest der weltweiten Urheberverbände scheiterte.
    Man versuchte, den damaligen US-Gesetzesentwurf am Ende mit einigen geschickten Winkelzügen (Eilanträgen, etc.) durchzupeitschen, was aber –s.o.– dennoch nicht gelang.

    Der in den UK vorgelegte Gesetzesentwurf ist tatsächlich für die Urheber noch schlechter formuliert als das US-Vorbild:

    "Meine Bilder bleiben auf jeden Fall im Internet, da der Text darunter lang und ausführlich klar macht, dass sie nicht für kommerzielle Zwecke benützt werden dürfen."

    Das dürfte Dir nur wenig helfen.
    Denn der UK-Gesetzesentwurf sieht nach meinem Wissensstand keinerlei Strafverfolgung für Verstöße vor.
    So kannst ein Urheber zwar verlangen, dass die Bilder aus den großen Datenbanken (Stockarchiven, etc.) entfernt werden — aber nur, wenn er sie denn durch Zufall (sagenwirmal in einer indonesischen Werbekampagne für Kentucky Fried Chicken) findet.
    Eine weitere Strafverfolgung aber findet nicht statt und es ist fraglich, ob der Urheber Anspruch auf einen finanziellen Ausgleich für die bisherige Veröffentlichung hat.

    Eine der im "Register" genannten möglichen Konsequenzen aus diesem Gesetz ist der Ankauf der in den UK ansässigen Medienhäusern, durch große US-Medienkonzerne und -Datenbanken (nur in den UK ansässige Medienhäuser können sich diese "herrenlosen" Bilder aneignen, da sie unter die UK-Gesetzgebung fallen).
    Dieses ist nach meiner Meinung nicht nur eine "mögliche Konsequenz", sondern der EIGENTLICHE Hintergrund dieses Gesetzesentwurfs.

    So kann der Urheber jedes Bildmotivs, das nicht über ein DIREKT IM BILD SICHTBARES großen Wasserzeichen verfügt, ohne Probleme enteignet werden. Und das nicht nur im UK, sondern –das Internet ist grenzenlos– weltweit. "Soll er doch klagen. Im UK, selbstverständlich."

    Herzlich willkommen im Netz der großen Konzerne, dem "Web 3.0".

  3. MatthiasShalom sagt:

    Dann wirds Zeit für ein Web 4.0 - Das wird jetzt schon anfangen aufzubauen; siehe freifunk und co ^^

  4. —F. sagt:

    @MatthiasShalom

    "Freifunk" ist zwar ein nobler Ansatz, um einen freien Zugang zum Netz zu gewähren, das Netz selbst aber wird in immer stärkerem Maß von Konzernen kontrolliert; den Konzernen ist ein freier Zugang also nur von Nutzen.

    Doch um diesen geht’s hier auch gar nicht. Es geht den Konzernen (Google, Apple, Amazon, Facebook, etc. pp.) um die INHALTE, den "Content". Es gibt die unterschiedlichsten Modelle, am "Content" zu verdienen, einige davon basieren eben darauf, diesen "Content" (zumeist urheberrechtlich geschützte Werke unorganisierter Urheber) "kostenneutral" abzuschöpfen und gewinnbringend weiter zu veräußern.

    Wie Wolfgang Michal, einer der Gründer des Journalistenverbandes "Freischreiber", es sehr eingängig anlässlich der Urheberrechtsreformstreitigkeiten formulierte:
    "Das Urheberrecht ist die Goldgrube des 21. Jahrhunderts" ( —> http://www.wolfgangmichal.de/?p=559 ).

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