Spielen unter Linux: OpenGL-Benchmarks unter KDE, Unity, Xfce, LXDE und Enlightenment 17

16 Februar 2013 10 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

Bodhi Linux Logo 150x150Jeff Hoogland, Macher der Linux-Distribution Bodhi Linux, hat einen Benchmark-Test durchgeführt. Damit wollte er herausfinden, welche Desktop-Umgebung am besten für Spiele geeignet ist. Er hat dafür sein eigenes, auf Ubuntu 12.04 basierendes Bodhi-System genommen und dann die in den Repositories vorhandenen Desktop-Umgebungen. Als Test selbst hat ein kurz aufgenommenes Demo von Team Fortress 2 von Steam heruntergeladen gedient. Keine weiteren Applikationen sind auf dem Linux-Desktop gelaufen.

Als Hardware diente ein Notebook mit einem i7-Prozessor, 6 GByte Arbeitsspeicher und eine NVIDIA 330M GT. Als Treiber kamen die proprietären NVIDIA-Treiber 310.xx zum Einsatz. Ich gebe einfach mal die Testergebnisse wieder, weil man das nicht so stehen lassen kann:

  • KDE   – 55.0 FPS
  • XFCE – 55.7 FPS
  • Unity  – 60.5 FPS
  • LXDE – 66.5 FPS
  • E17     – 66.7 FPS

Nun ist das mit den Desktops immer so eine Sache und in den Kommentaren wird darauf hingewiesen, dass Xfce bei vielen Distributionen mit GNOME-Applikationen ausgeliefert wird und man bei KDE das Compositing eine Bremse ist. Hoogland erwidert zwar, dass er von einem Otto-Normalverbraucher ausgeht, der eben sein System so nimmt, wie es installiert wurde.

Martin Gräßlin hat in einem Blog-Eintrag als Reaktion auf einen Phoronix-Benchmar vor einiger Zeit geschrieben, dass Linux-Desktops nicht mit dem Fokus auf das Spielen entwickelt werden – im Speziellen gilt das für KDE. Außerdem empfiehlt auch er, Compositing zu deaktivieren, während ein Spiel läuft. Bei KDE funktioniert das sogar sehr einfach, weil es dafür ein Tastatur-Kürzel gibt: Shift + Alt + F12. Nun wäre es wirklich interessant, wie der Benchmark nun für KDE aussieht.

Interessant ist auch ein Kommentar auf Gräßlings Beitrag. Dort steht er solle sich nicht über den angesprochenen Benchmark ärgern, weil spielen unter Linux nicht so relevant ist. Wie schnell sich die Zeiten doch ändern können … 🙂

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10 Kommentare zu “Spielen unter Linux: OpenGL-Benchmarks unter KDE, Unity, Xfce, LXDE und Enlightenment 17”

  1. Phillip sagt:

    Ich wollte mich einfach mal für deine Artikel bedanken. Ich finde hier immer die besten News mit tollen Aspekten und lerne auch viel!

    Phillip
    Ps: Das Hai-Bild(hoffe es ist ein Hai) finde ich echt toll, habe es als Hintergrundbild .:)

    • jdo sagt:

      Bitte schön 🙂

      Ja, das ist ein Hai ... allerdings ist der recht ungefährlich und harmlos, der ernährt sich von Plankton. Ein gewisser Sicherheits-Abstand ist trotzdem ratsam, wenn der Dir ausversehen eine mit der Schwanzflosse mitgibt, kann das unangenehm werden.

  2. Georg sagt:

    Inwiefern macht ein solches Benchmark denn Sinn? Allein ein geöffneter Firefox oder auch LibreOffice können mehr Leistung verbraten als die Desktop-Environments. Und KDE kann man zum Beispiel auch recht gut und eifnach auf schlank trimmen, gibt ja für einige Distributionen Pakete wie "kde-low-fat-settings" oder so was in der Art.

    Also mit StarCraft 2 bekam ich, wenn ich mich richtig erinnere, unter Xubuntu am meisten FPS, dann kam Ubuntu mit Unity, und dann erst Ubuntu + Gnome-Shell und Lubuntu. Kubuntu habe ich nicht getestet, Gnome war glaube ich deutlich am langsamsten.

  3. dakira sagt:

    Hier mal ein praktischer Tip von mir, wie du mit laufendem Unity noch mal 15 FPS mehr rausholen kannst als in den Beispielen oben. Du startest einfach einen seperaten X-Server. Dafür gibt es zwei Vorbedingungen. Dein User muss in der Gruppe "audio" sein und du musst die Rechte haben einen X-Server aus einem anderen X-Server heraus starten zu können. Das besorgt man so:


    sudo adduser $USER audio
    sudo sed -i 's/console/anybody/g' /etc/X11/Xwrapper.config

    Danach muss man den Rechner neu starten.

    Mit

    xinit -- :1

    bekommt man nun einen neuen X-Server (über STRG+ALT+F8 erreichbar, der alte liegt weiterhin auf F7) mit einem xterm aus dem heraus man starten kann, was man will. Man kann mit xinit auf unter voller Pfadangabe Steam starten. Alle Spiele die aus Steam heraus gestartet werden laufen dann auch auf dem blanken X-Server.

    • Georg sagt:

      Ist der Tipp unabhängig vom Desktop oder nur für Unity hilfreich? Ich muss das mal auf KDE ausprobieren. 😀

    • jdo sagt:

      Also in diesem Punkt verstehe ich dann Hoogland schon, wenn er sagt, dass er mit den Augen eines Normal-Anwenders getestet hätte. Der Tipp ist super, fällt aber doch in die Kategorie Fortgeschrittener Anwender ... 🙂

      • dakira sagt:

        Das mag sein. Aber es löst soo viele Probleme. 😉

        Ich würde an Valves Stelle ja zwei Steam-Starter erstellen. Einen normalen und einen "Fullscreen", der diese Methode benutzt. Dann ist es für den Anwender absolut transparent.

  4. Matthias sagt:

    Shift + Alt + F12 ist etwas einfacher als einen separaten XServer per Kommandozeile zu starten, aber ich glaube viele Linux-Gamer schwören drauf.

  5. ShalokShalom sagt:

    Georg kubuntu-low-fat-settings (geht nicht in mint kde etc)

    Shift + Alt + F12 schaltet sämtliche Effekte und Composting in Kwin aus.

    Das ganze auf die DE zu übertragen, halte ich für vermessen:

    Verschiedene Distros mit verschiedenen Kernel usw erzielen sicherlich wiederum verschiedene Ergebnisse:

    Chakra ist zb sicher ein gscheites Eck flotter als Kubuntu ?

    Übrigens gibts auch speziel an Spiele angepasste Kernel, somit liese sich doch eine spezielle Distro bauen

    Am besten noch mit einem eigenen Benutzer Account, der fürs Spielen und Steam ausgelegt ist - und nur darauf ?

    Matthias

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