Linux-Kernel: Torvalds zieht Stecker für i386-Prozessoren

12 Dezember 2012 18 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

Tux Logo 150x150Linus Torvalds hat einen Pull akzeptiert, der das Aus für die Unterstützung des Linux-kernels für i386-Prozessoren besiegelt: Pull “Nuke 386-DX/SX support” from Ingo Molnar. Somit löscht man den Baum für die uralten i386-CPUs und macht sich damit das Leben ein bisschen leichter. In der Ankündigung auf git kann man sichtlich Erleichterung lesen. Seit Jahren habe dieser Ballast die Entwicklung bezüglich SMP eigentlich nur behindert.

Aus nostalgischer Sicht sei es ein Verlust, fügt man mit einer gewissen Ironie an. Die alten 386 DX33 aus dem Jahre 1991 werden wohl künftig nicht mehr mit modernen Linux-Kerneln laufen können. Torvalds sagt allerdings auch, dass es hier nicht um Sentimentalität geht, sondern um eine Befreiung.

Mal ehrlich: hat noch irgendwer so eine Kiste am Laufen? Kann man nun endgültig sagen: Requiescat In Pace i386?



Du kannst gerne Deinen Senf zu diesem Beitrag geben: Hier geht es zu den Kommentaren


Schreiben macht durstig! Eine kleine Erfrischung kann daher nie schaden. Wem dieser freie Artikel gefallen hat, der darf mir gerne einen frisch gezapften Hopfen-Tee ausgeben (Paypal - der Spenden-Knopf
oder bitcoin - Adresse: 1NacVNwcLLePUVv8uSafu5Ykdwh8QyDfgK). Ich freue mich über jede noch so kleine Spende. Vielen Dank und Prost!
 Alle Kommentare als Feed abonnieren

18 Kommentare zu “Linux-Kernel: Torvalds zieht Stecker für i386-Prozessoren”

  1. tux. sagt:

    Genau. Portabilität ist Ballast. Das zeigt überdeutlich, wohin sich Linux entwickeln soll.

    • jdo sagt:

      Warum sollte man etwas weiterhin unterstützen, das komplett ausgestorben ist? Man stellt ja auch keine Futtertröge für Dinosaurier mehr auf, nur weil man im Falle eines Falles "kompatibel" ist. i486+ ist ja weiter unterstützt. Aber ich bezweifle ernsthaft, dass noch jemand einen i386 DX im Einsatz hat. Da ist ja jedes Smartphone schneller.

      • JumpLink sagt:

        genau, verwechsle i386 mal nicht mit ix86 oder i486, ArchLinux beispielsweise unterstützt nur Architekturen ab i686. Vermutlich würde darauf noch nicht einmal mehr eine aktuelle leichtgewichtige grafische Oberfläche drauf laufen, geschweige denn die Treiber für die weiteren Hardware-Komponenten wie die Sound-Karte (gab es die da überhaupt schon? XD). Für solche Fälle kann man sich immer noch einen älteren Kernel besorgen, was bei alter Hardware sowieso zu empfehlen ist. Und als Server würde man so einen alten Rechner auch nicht einsetzen.

        • jdo sagt:

          Das erinnert mich daran, als ich damals mit einem 486 DLC mit 4 MByte RAM ein Bild um 2 Prozent drehen wollte. Dieses hatte ich mit einem Handscanner auf den Rechner gebracht und trotz Holzschiene war es eben leicht schief. Das Bild war ein normales Foto von damals (irgendwas 9x7 oder 13x7). Der Rechner hat das sogar gemacht - es hat nur gute 6 Stunden gedauert ... :D

      • tux. sagt:

        Im "Embedded"-Bereich sind "alte" Prozessoren immer noch "Standard". Ich dachte, das wäre eines der Gebiete, in denen Linux mal so richtig punkten wollte.

        Na ja, gibt ja BSD.

        • jdo sagt:

          Mir ist ja mittlerweilen klar, dass Du immer Recht haben willst / musst, aber das Argument ist absolut albern. Wer verbaut bitte heute eine i386-CPU in embedded Systems? Diese Art von CPU wird seit 2007 nicht mehr hergestellt. Es gibt genügend Alternativen, die wesentlich besser sind (ARM, VIA, Atom ...)

          • tux. sagt:

            Ach so. Und Embedded-Systeme vor 2008 haben halt verschissen. Ja.
            Linux ist ja _so_ portabel.

          • jdo sagt:

            Wir reden hier über einen Kernel, der noch nicht einmal draußen ist. Die alten Systeme können alles bis 3.7 einsetzen. Sollte eine Firma diese Unterstützung weiter benätigen, wird sich schon ein Maintainer finden, der den weiter pflegt, sobald die Unterstützung ausläuft. Bis das so weit ist, sind die Systeme aus dem Jahre 2008 wahrscheinlich schon auf dem Schrott.

            Wo bleibt eigentlich FreeBSD 9.1?

          • axt sagt:

            Mir hat mal jemand gesagt, i386 und älter würden in der Raumfahrttechnik eingesetzt werden, da robust und ausgereift oder so. Der Spruch ist allerdings 15 Jahre her. ;)

            Da wissen wir ja jetzt, weshalb die Space Shuttles ausgemustert worden sind. Läuft kein Kernel 3.8 mehr drauf.

          • jdo sagt:

            Müssen sie halt auf die 486er umsteigen ... solange sie nicht die Pentium-CPUs mit dem FPU-Bug erwischen, sollte ja alles in bester Ordnung sein :)

          • tux. sagt:

            FreeBSD 9.1 ist fertig, nur das Release-Announcement nicht.

        • Geb sagt:

          @tux:
          ich weiss ja nicht in welcher zeit Du lebst, aber da hat sich mittlerweile einiges getan. der embedded bereich ist schon seit langem auf ARM umgestiegen (ARM7/9 zB vor 10 Jahren angeboten von Netsilicon und Atmel).
          die 386 derivate sind wirklich überholte PC architektur, da ist der energieverbrauch jenseits von akzeptabel in vergleich zur rechenleistung (siehe kommentare von Jürgen bzw. wurde schon mal ausdiskutiert).

  2. axt sagt:

    > Aus ostalgischer Sicht

    Muß ich in Sachsen das anders sehen als Du in Deiner alten Heimat? Oder meinst Du den Nahen Osten, der dort, wo Du tauchst, sehr nah, quasi schon da ist? :-D

  3. me sagt:

    was wird dann mit wine geschehen? ich frage weil ich bei der installation von wine immer multiarch aktivieren muss und dann wine-bin:i386 installiere.. oder ist das was anderes, dieses i386

Antworten