Gentoo hat udev geforkt: eudev

18 Dezember 2012 Kein Kommentar Autor: Jürgen (jdo)

Gentoo Logo 150x150Man hatte bei Gentoo schon längere Zeit laut über einen udev-Fork nachgedacht und hat dies nun in die Realität umgesetzt. Auf der Mailing-Liste erklärt man nun die Gründe.

udev Upstream ist von systemd geschluckt worden. udev ist aber nicht immer zwingend kompatibel zu älteren Systemen und benötigt neuere Kernel-Ausgaben. Solche Abhängigkeiten ließen sich aber vermeiden. Nachdem udev nun Teil von systemd ist, ist die Ganze Sache nach Meinung der Gentoo-Entwickler noch schlimmer geworden. Die systemd-Entwickler hätten kein Interesse daran, Alternativen zu unterstützen. Deswegen sah man sich zu diesem Fork genötigt.

systemd befinde sich derzeit in einem Übergang von der GPL zur LGPL. Da man den Fork inmitten dieses Prozesses angeleiert hat, wird auch eudev unter der LGPL stehen.

Die Gentoo-Entwickler möchten mit dem Fork ganz einfach die Probleme aus der Welt schaffen, die systemd-udev mit sich gebracht hat. Im Speziellen fokussiert man sich auf bessere Kompatibilität mit existierender Software wie OpenRC und Upstart, ältere Kernel und so weiter.

Regressions will man minimal halten, indem kleinere Änderungen von einem eudev-Entwickler inspiziert werden müssen und alle großen Änderungen von zweien – der Autor ist dabei ausgeschlossen.

Weiterhin schmiede man schon an einem Plan, udev schneller zu machen. Allerdings sei ein stabiler Startvorgang wichtiger, als ein einige Millisekunden schnelleres Booten. Man sei auch schon auf Regressions bei systemd gestoßen, die dem beschleunigten Start zum Opfer gefallen sind. Die Entwickler erklären das genauer in der Mailing-Liste.

Bisher habe man das Build-System umgeschrieben und Kompatibilität für ältere Kernel bis 2.6.31 wieder hergestellt. Weiterhin gibt es eine erste Beta-Version von eudev, die sich auch im Portage-Baum befindet. Es gibt laut eigenen Angaben allerdings noch einige Probleme bezüglich der Abhängigkeiten. Derzeit arbeite man auch an Unterstützung für uclibc, um die 70-persistent-net.rules wieder einzuführen. Weiterhin möchte man ein eigenständiges /usr wieder einführen.

Sobald eudev in Gentoo fertigestellt ist, will man in die große weite Welt gehen und andere Distributionen animieren, am Projekt teilzunehmen. Im Idealfall will man die Software so entwickeln, dass andere Distributionen auf einfache Weise systemd-udev damit ersetzen können.

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