ownCloud-Tipp: Daten lokal via WebDAV (dav2fs) kopieren

13 Oktober 2012 Ein Kommentar Autor: Jürgen (jdo)

ownCloud Logo 150x150Wenn man eine ownCloud frisch aufgesetzt hat, will man vielleicht eine ganze Menge und sehr viele Daten dort vom lokalen Server reinkopieren. Selbst wenn die Daten des Kontos nicht verschlüsselt werden (funktioniert meines Wissens in ownCloud 4.5 noch nicht – oder besser gesagt nicht mehr, kommt aber wieder), kann man nciht einfach im Verzeichnis des Anwenders Daten reinschieben. Im Internet is zu lesen, dass einige es wohl so realisiert haben, dass sie die Tabelle oc_fscache geleert und krude Datenbank-Hacks durchgeführt haben. Das stünde in diesem Forum, auch für SQLite. Ich persönlich lasse aber davon die Finger. Erstens müsste ich die Prozedur jedesmal wiederholen, wenn ich Daten manuell reinkopiere und zweitens pfusche ich nicht gerne in der Datenbank herum, die meine Daten verwalten soll – also wenn es nicht unbedingt sein muss. Das kann man auch eleganter lösen, wenn man wie ich die ownCloud auf einem eigenen Linux-Serverchen laufen hat.

Bekanntlich bringt ja ownCloud einen eigenen WebDAV-Server mit. Und unter Linux kann ich ein WebDAV-Verzeichnis auch lokal einbinden. Dazu musst Du aber davfs2 installieren, zumindest heisst es unter Ubuntu so: sudo apt-get install davfs2.

Weiterhin nehmen wir an, dass mein ownCloud-Benutzer bitblokes heißt und es auch auf dem Server einen Benutzer bitblokes gibt, in dessen home-Verzeichnis ich ein Verzeichnis tempocdav angelegt habe. Nun binde ich das ownCloud-Verzeichnis lokal, aber via WebDAV ein (ownCLoud ist bei mir unter http://<IP-Adresse>/owncloud/ zu erreichen, liegt also in /var/owncloud/):

  1. sudo mount -t davfs http://localhost/owncloud/remote.php/webdav/ /home/bitblokes/tempocdav/ -o uid=bitblokes

Nun fragt mich die ownCloud nach meinem Benutzernamen und Passwort für das ownCloud-Konto und bindet dann lokal das WebDAV-Verzeichnis ein. Der Parameter -o uid=bitblokes bewirkt übrigens, dass der Benutzer bitblokes auf das Verzeichnis tempocdav schreiben darf. Jetzt kann ich die Daten nach ./tempocdav verschieben und sie landen auch auf korrekte Weise in der ownCloud – ohne mit der Datenbank spielen zu müssen.

ABER: Nun kann ich zwar direkt vom Server auf den Server kopieren, aber dav2fs ist grausamst langsam. Wer also große Datenmengen hat – Kopieren vor dem Schlafen gehen anwerfen und lange ausschlafen … bei mir waren es sehr viele kleine Dateien, von daher nicht so dramatisch. Wer große Verzeichnisse und Datenmengen hat, könnte mit dem Parameter table_size in der Datei /dev/dav2fs/dav2fs.conf spielen – oder diversen anderen Einstellungs-Möglichkeiten. Außerdem habe ich lieber ausgeschlafen … ;)

Ich weiß, das Leben ist kein Wunschkonzert, aber was toll für die Zukunft wäre: Ein klines Script, mit dem man ownCloud sagen könnte “bau mal die DB anhand der im Ordner xyz liegenden Dateien neu auf”.



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Ein Kommentar zu “ownCloud-Tipp: Daten lokal via WebDAV (dav2fs) kopieren”

  1. dakira sagt:

    Ist der rechner nicht headless, kann man auch gvfs (Gnome) oder kio (KDE) benutzen. Einfach in Nautilus "Verbinden mit Server" wählen.

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