8 Gründe, Amazons Kindle Fire HD nicht zu kaufen

10 September 2012 18 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)
Amazon Kindle Fire HD (Quelle: Amazon.de)

Amazon Kindle Fire HD (Quelle: Amazon.de)

Ich kann das nicht bestätigen, sondern muss dem Autor von muktware.com glauben. Er hat eine Liste, bestehend aus 8 Punkten, zusammengestellt, warum er Amazons Kindle Fire HD nicht kaufen würde. Wenn seine Liste auch nur zu 60 Prozent stimmen sollte, hat er Recht.

1. Kein Android

Technisch gesehen läuft Amazon Kindle Fire HD mit einer Android-Version. Allerdings ist diese komplett angepasst und man bekommt von Google nichts mit. Wer schon einmal mit Android zu tun hatte, wird es laut eigener Aussage nicht wiedererkennen.

2. Kein Chrome oder andere Google Produkte

Google arbeite ständig daran, Android zu verbessern. Auf dem Amazon-Gerät gebe es kein Chrome, mit dem man sein Tablet mit dem PC synchronisieren könne – kein GOogle Now – keine Google-Stimmsuche. Man habe eine Android-Version in der Hand, die einem Amazon-Artikel verkaufen kann.

3. Kein Google Play

Amazon hat den Zugriff zu Google Play blockiert. Wer bereits ein anderes Android-Gerät benutzt kann auf Google Play also nicht zugreifen und gekaufte Software dort installieren. Der Zugriff zum größten Android-Markt ist verschlossen.

4. Goldener Käfig des Herstellers

Wer ein Android-Gerät besitzt, kann recht einfach den Hardware-Hersteller wechseln. Die Software ist davon eigentlich unabhängig. Mit Amazon Kindle Fire HD sei man aber komplett in Amazon.com eingesperrt. Die gekaufte Software lasse sich auf keinem anderen Tablet benutzen. Muktware beschreibt diesen Umstand wie “Apple mit schwächerer Hardware”.

5. Bing als Suchmaschine

Amazon scheint einen Pakt mit Microsoft geschlossen zu haben und die Standard-Suchmaschine ist Bing. Microsoft hatte vor wenigen Tagen bingiton ins Leben gerufen, um Konkurrent Google herauszufordern. Die Webseite war aber nach kurzer Zeit wieder geschlossen und auch in meinem Test gewann Google 4:1.

6. Werbung, Werbung und Werbung

Das Gerät ist nicht gerade billig. Die erste Werbung springt einem schon ins Gesicht, bevor man das Gerät entsperrt. Auf einem Gerät, das zwischen 199 und 599 US-Dollar kostet den Anwender mit Werbung zumüllen, ist nicht die feine Art. Amazon soll sich gegenüber CNET geäußert haben, dass es keine Möglichkeit gibt, die Werbung (Sonderangebote) zu unterbinden. Vielleicht müssen erst ein paar findige Hacker das Gerät rooten und dann ein mit ein paar Mods “aufwerten”. Was derzeit nicht bekannt ist, ob Amazon einfach Werbung während der Benutzung des Geräts anzeigen wird.

7. Kindle Fire HD sei kein vollwertige Tablet

Es handle sich um ein tragbares Gerät für Amazon-Süchtige. Für den gleichen Preis oder günstiger bekommt man einen Stier und keinen Ochsen.

8. iPad für Arme

Amazon hat genau wie Apple einen goldenen Käfig geschaffen und sich dabei Open-Source-Technologie, von Google entwickelt, zu Nutze gemacht. Es sei wie ein iPad für Arme – ähnliches Gefängnis mit weniger Komfort.

Gedanken

Dass manche die sonst gelieferten Google-Dienste gar nicht wollen, kann ich sogar noch verstehen. Ich benutze auf dem Smartphone auch kein Chrome, sondern Opera, weil mir der einfach besser taugt – Browser ist Geschmacksache. Dass ich aber gekaufte Android-Software auf dem Kindle Fire HD nicht laufen lassen darf oder kann – sollte die Aussage stimmen – ist ein ganz klares NoGo. Alleine schon die ganzen Spiele, die ich via Humble Bundle gekauft habe, möchte ich installieren können. Und Bing als Suchmaschine geht gar nicht.

Man kann nur hoffen, dass sich Amazon damit in die Nesseln setzt. Ich habe das Gefühl, dass es immer schlimmer wird. Die Großen wollen um die Bohne ihre Anwender einsperren – was man dann gerne als Kundenbindung verkauft. Alle schwafeln immer von Interoperabilität und wie wichtig Open-Source und offene Standards seien, aber das ist in meinen Augen reine Heuchelei der Big Player. Man kann nur hoffen, dass immer mehr Menschen die Augen aufgehen und sie sich bewusst für offenere Geräte entscheiden und damit den digitalen Sklaventreibern den Stinkefinger zeigen. Dumm ist nur, dass der Mensch ein Herdentier ist … “Boah ein Fire HD – das klingt super, muss ultratoll sein!” — “ich hab mir jetzt da auch so was von Apple geholt – das hat man einfach, wenn man dazugehören möchte” …

Es ist wirklich schlimm und man kann einfach nur weiter versuchen, Aufklärung zu betreiben. Helft mit! (Share share share) :)

P.S: Nicht, dass ich was gegen Amazon als Elektro- und Buchhandel hätte – aber die Anwendergängelei is widerwertig – egal ob von Amazon, Apple oder Microsoft.



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18 Kommentare zu “8 Gründe, Amazons Kindle Fire HD nicht zu kaufen”

  1. killx_den sagt:

    Ich glaube gelesen zu haben das Amazon zumindest in den USA die Möglichkeit gibt die Werbung auf dem Kindle Fire HD für 15$ herrausnehmen zu lassen.

    Dazu gab es auch einen Artikel auf Computerbase.

  2. Schoko sagt:

    Muss sagen habe selbst Android auf Smartphone...
    Dieses OS ist 'anders' oder 'etwas neues'!

    Diese Gründe wurden doch von einem geschrieben, der Android über alles liebt und ALLES andere Scheiße ist!

    Man könnte auch einfach alle Punkte zusammen fassen:
    -nicht wie jedes 0815 Android.

    Damit wäre alles gesagt! Naja Werbung ist natürlich ne andere Sache... aber die hat man woanders auch in den Apps... ist was was neues?

    Nicht falsch verstehen... habe kein Kindle und werde mir auch niemals ein holen... aber dieser Beitrag klingt ja schon wie von nem Hater oO

    • jdo sagt:

      Wenn ich mir eine Software für Android kaufe und müsste sie mir dann über den Amazon Store noch einmal kaufen, weil ich die bereits erworbene nicht einspielen kann ist was nicht richtig. Das wäre als könntest Du auf einem Acer keine Windows-Software installieren, die Du gekauft hast und vorher auf einem HP betrieben hast.

      Dass Werbung in freien Apps angezeigt werden, ist eine Sache. Dafür ist die Software kostenlos nutzbar. Dass Werbung auf einem nicht gerade billigen Gerät angezeigt wird ... da fühlte ich mich alsKunde verarscht ...

      • Schoko sagt:

        Man darf es nun mal nicht als 'das Android Tablet' ansehen... Wenn man ein iPad hat und danach ein Droid-Tablet dann hat man genauso wenig seine Apps. Wenn man von Android auf Windows 8 geht, dann verliert man auch seine Apps. Das Problem ist, man hört Android und es MUSS gleich sein!

        Anders betrachtet stimmts schon, ich zahle nicht 2 mal für Doodlejump wenn zu 100% das Gleiche ist...

        • Georg sagt:

          Ein Android-Tablet auf dem jegliche Google-Integration unterbunden wurde bleibt aber ein Android-Tablet. Alle anderen Vor- und Nachteile von Android gegenüber Konkurrenzsystemen wie iOS habe ich dennoch, allerdings wurden produktive Synchronisationsmöglichkeiten herausgenommen (z.B. Google Kalendar Sync usw.), nur die Geld bringenden Dienste ersetzt. Bei einem WEchsel von Android zu Win8 ist es eine ganz andere Situation, dort kaufe ich bewusst ein anderes OS mit anderen Apps und Möglichkeiten. Mit dem Kindle Fire HD wird mir ein Android -Gerät angedreht das eigentlich nur auf meine Geldbörse aus ist, nicht auf mich als Verbraucher.

  3. Toshiro sagt:

    Wobei es natürlich auch Gründe gibt Amazon per se kritisch gegenüber zu stehen. Die extreme Umsatzsteigerungsstrategie auf Konsten des Unternehmensgewinns die Amazon seit längerem fährt wird mir schön langsam suspekt. Amazon ist mitlerweile sehr stark im Denken vieler Menschen verankert, wenn es darum geht "Oh, ich will noch kurz online was kaufen". Das bekommen viele Mitbewerber (online wie offline) sehr stark zu spüren. Und die Konsequenz dieser Marktmacht sind inzwischen leider immer mehr solche "Kundenbindungsprogramme". Das macht Amazon für mich immer uninteressanter.

  4. Geraldine sagt:

    Okay, jetzt bin ich vom Kauf wieder ab.

  5. Kai sagt:

    Amazon so: „Die Apps und Spiele, die sie für Ihren Kindle Fire HD kaufen, können Sie auch auf anderen Android-Geräten verwenden.”

  6. Hans sagt:

    Ich habe mir den Kindle Fire HD gekauft, weil ich der Werbung vertraut hatte.
    Über das Gerät kann ich jetzt so nicht klagen.
    HD; Top Sound; Schnelles I-Net usw. bis dahin ist es der Werbung gerecht geworden.
    Negatives:
    Stark bis extrem eingeschränktes System.
    Selbst Standarts, wie z.B. eigene Hintergrundbilder, Tastaurwechsel (Layout), andere Apps , Flashwiedergabe usw. , sind nicht mit Bordmittel zu machen oder schlicht unmöglich.

    Erst nachdem das Gerät gerootet wurde und der Playstore installiert ist, hat man ein vernünftiges Gerät und dann ist mir Amazon´s Marktpolitik auch s...egal.
    Wer alos damit liebäugelt sich das Gerät wegen der Hardware zu kaufen..nur zu..!
    Anleitungen wie Ihr das Gerät rootet gibt es genügend.

  7. wisman sagt:

    Ja, ja, die bösen von Amazon, wollen sich die Welt untertan machen.
    Gut das wir noch die kleinen Googles, Äpfel und Microsofts haben.

  8. Ois-Isy sagt:

    Schön das es so viele Googlejünger gibt. Denkt Ihr Google trackt nichts mit? Aber bitte macht Ihr mal. Es gibt doch noch viel mehr AppStores. Drittanbieter können auf dem Kindle auch installiert werden. Mann braucht nur die entsprechenden APKs. Die Werbung hat man bei kostenlosen Apps aus Googleplay auch. Also, glaubt was Ihr wollt, aber schreibt “Meinungsmachenden“ Schrott erst wenn Ihr das über was Ihr berichtet, erst wenn Ihr es in der Hand hattet. .....share share share. ;)

  9. Florian sagt:

    Also auf meinem Fire HD laufen alle Apps aus dem Google Play ;)
    Wenn ihr nicht in der Lage seid ein Gerät und die Googlesuche zu bedienen, dann ist das euer Problem und nicht das von Amazon.
    Wir Ois-Isy schon schrieb lassen sich die APS's problemlos installieren.
    Das einzige was mich am Fire HD stört ist, dass es keinen "Desktop" gibt.
    Das macht das Ganze etwas unübersichtlich.
    Die Werbung kommt nur auf dem Bildschirmschoner, diesen kann man deaktivieren (finde Bildschirmschoner auf Tablets eh sinnlos, weil es nichts zu schonen gibt ausser den Akku).
    Also einfach in den Standy und werbefrei

  10. crosa sagt:

    Bis auf einen andren Hintergrund ist es sehr einfach das Gerät zu rooten und einen anderen Launcher zu installiren. Optional bleibt einem auf Wunsch die Amazon-Oberfläche erhalten, bzw. ist diese über ein icon zu erreichen. Zurück auf den Homebutton und der alternative Launcher ist wieder da :) Die Amazon-Prime-Filme-Guck-App ist immer noch verfügbar :)

    Somit Preis/Leistung wirklich top. Das Hintergrundbild ist zwar theoretisch über ein Script auch zu ändern, leider scheint das aber nicht bei allen zu funktionieren.

  11. Solder sagt:

    Wir haben als E-book-reader zuerst den normalen Kindle probiert. Hier konnte man aber keine Bücher aus einer Bibliothek draufladen. Der Kobo-Reader hat meiner Frau aber auch nicht so gefallen, also sind wir beim Kindle Fire HD gelandet. Dieses Gerät kann die beiden Welten Amazon und ebup aus anderen Quellen vereinen. Man muss nur die Aldiko Reader App manuell auf dem Gerät installieren (z.B. mit Raccoon (auf PC) vom Google Playstore das APK laden). So kann man auch andere Software vom Playstore bekommen ohne das Gerät rooten zu müssen. Filme von Instantvideo oder monatlich ein Leihbuch von Amazon funktionieren auch weiterhin. Leider ist der Akku schneller leer als bei den Geräten mit "elektronischem Papier". AVI und MP4 von meinem Server konnte ich auch problemlos abspielen. Das Preis-/Leistungsverhältnis ist dank Amazon-Subventionierung einfach Topp.

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