FreeNAS 8.2.0 veröffentlicht und gleich ein Update nachgeschoben

22 Juli 2012 4 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

FreeNAS Logo 2011 Shark 150x150Nach vier Beta-Versionen und einem Release-Kandidaten gibt s ab sofort eine finale Version des kostenlosen NAS-Systems FreeNAS 8.2.0. Diese Ausgabe stellt ein Plugin-basiertes PBI-System vor, das aus PC-BSD übernommen wurde. Somit lassen sich auf einfache Weise eine ganze Reihe an Diensten installieren.

In Sachen ZFS gibt es mehrere Neuerungen, wie zum Beispiel zeitgesteuerte Scrub-Tasks und Schnittstellen-Verbesserungen. Enterprise-Anwender haben Unterstützung für Active-Passive Multipathing.

In der offiziellen Ankündigung wird das Plugin-System als Highlight herausgestellt. Per Standard ist FreeNAS 8.2.0 relativ schlank und ein NAS (Network Attached Storage). Viele Anwender möchten aber alternative Programme oder spezielle Dienste installieren. Das Plugin-System basiert auf FreeBSD Jails und PC-BSD PBIs. Es lassen sich nun zum Beispiel sehr einfach der BitTorrent-Client Transmission, Firefly Media Server oder MiniDLNA UPnP-Server installieren. Laut eigener Aussage arbeiten Community-Mitglieder rund um den Erdball bereits hart an weiteren Plugins.

FreeNAS 8.2.0 Bootscreen

FreeNAS 8.2.0: Bootscreen

Ein Autotuning-Script hilft Anwendern mit limitierter Hardware, ihr System zu optimieren. Low-Level-Systemattribute (Kernel und Sysctls) lassen sich von forgeschrittenen Anwendern über die GUI manipulieren. Des Weiteren gibt es einen Terminal-Emulator in der Web-Administrationsoberfläche. Somit steht eine Option für einen Shell-Zugriff zur Verfügung , wenn SSH keine Option ist. Die Unterstützung als Gast in einer virtuellen Maschine wurde dank eines neuen Erkennungs-Mechanismus ebenfalls verbessert.

Weitere große Verbesserungen gibt es im Volume-Management. Wie bereits erwähnt, lassen sich ZFS-Scrub-Tasks zeitsteuern. Das kannst Du in der Web-Schnittstelle konfigurieren. Per Standard wird der Vorgang alle 35 Tage vorgenommen. Ebenso lassen sich ZFS-Volumen über die Kommandozeile konfigurieren und alle Änderungen werden in der Web-Oberfläche angezeigt.

In FreeNAS 8.2.0-RELEASE wurde ein ziemlich übler Fehler entdeckt, der sich in allerletzter Minute eingeschlichen hat. Deswegen wurde diese Ausgabe gleich komplett von sourceforge.net entfernt und stattdessen ist 8.2.0-RELEASE-p1 eingesprungen. Diese Version hat aber auch einen kleinen Fehler, da ein GUI-Upgrade von 8.2.0-RELEASE auf 8.2.0-RELEASE-p1 nicht funktioniert. Wer also noch nicht auf 8.2.0-RELEASE aktualisiert hat ist fein raus, weil der gleich auf die -p1-Version springen kann.

  • openSUSE 12.2 - GNOME-Edition
FreeNAS 8.2.0

Kostenloses NAS-System auf FreeBSD basierend ...

FreeNAS 8.2.0-RELEASE kann keine ZFS-Pools während des Starts importieren. Somit musst laut Aussage der Entwickler Du die ZFS-Volumes via GUI aushängen. Nun gibt es zwei Haken, einen für Shares löschen und den anderen, um den Massenspeicher als Neu zu markieren. Beide davon müssen ohne Haken sein. Nach dem Aushängen des Volumes musst Du den Auto-Importer laufen lassen und den Pool neu importieren. Danach geht es nach System -> Settings -> Advanced und es wird ein Firmware-Upgrade auf FreeNAS 8.2.0-RELEASE-p1 angestoßen, was zunächst nicht funktioniert und deswegen geht es auf die Shell (oder Webshell). Dort sind folgende Befehle notwendig:

  1. cd /var/tmp/firmware
  2. cat firmware.img | sh /root/update && touch /data/need-update && reboot

Nach dem Neustart solltest Du sicherstellen, dass Version 8.2.0-RELEASE-p1 läuft. Du kannst FreeNAS für die Architekturen x86 und x86_64 bei sourceforge.net herunterladenFreeNAS-8.2.0-RELEASE-p1-x86.iso (96 MByte),FreeNAS-8.2.0-RELEASE-p1-x64.iso (104 MByte)

Installation und grundsätzliche Konfiguration

FreeNAS 8.2.0: Webclient

FreeNAS 8.2.0: Webclient

Nach der Installation verrät Dir das System, unter welcher IP-Adresse Du FreeNAS im Browser erreichen kannst. Bei mir hat sich das System eine IP-Adresse via DHCP geschnappt. Dies auf eine fixe Adresse zu ändern steht aber nur an der zweiten Stelle der To-Do-Liste. Nach dem Anmelden weist ein rotes Alarm-Zeichen darauf hin, dass kein Passwort für den Administrator gesetzt ist. Das ändern wir natürlich sofort. Beachte, dass der Administrator für die Web-Oberfläche admin und nicht root ist.

Die IP-Adresse konfiguriere ich nun zurück auf der Konsole im Startbildschirm von FreeNAS, weil das einfach schneller ist. Die Sprache könntest Du auch auf Deutsch umstellen, in meinem Fall lasse ich diese allerdings auf Englisch. Ich habe in meiner Test-Umgebung 3 Festplatten mit der Größe 11 GByte hinzugefügt, da ich somit Raum zum spielen habe. Somit führt mein nächster Weg zum Volume Manager, da ich dem System Massenspeicher anfügen muss. Hier kannst Du den Festplatten Namen geben und diese als Dateisystem UFS oder ZFS benutzen.

Als nächsten Schritt aktiviere ich den CIFS-Dienst. Somit könnten sowohl Linux- als auch Windows-Rechner auf das NAS via Samba zugreifen. Das findest Du unter Services und CIFS. Ist das richtig konfiguriert, musst Du unter Services natürlich noch den entsprechenden Dienst starten.

Bevor Du Dich an die Plugins machst, ist einige händische Arbeit notwendig. Bevor ich mir hier die Finger wund schreibe und dann trotzdem keiner kapiert, was ich meine, bette ich in diesem Fall ein YouTube-Video an, das eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zu diesem Thema anbietet. Vor dem Aktivieren von Jail musst Du zunächst das Plugins_Jail-PBI herunterladen.

Wenn Du auf Plugins -> Management -> Settings gehst, öffnet sich ein Wizard, mit dem Du drei Schritte durchläufst. Nun musst Du erst einmal einen Gefängnis (Jail) für die Plugins erstellen. Die Ordner kannst Du dabei selbst definieren. Im letzten Schritt lädst Du einfach das entsprechende PBI nach FreeNAS hoch. PBIs kannst Du bei sourceforge.net im Plugins-Ordner von FreeNAS herunterladen. Das Ganze gibt auch noch mal sehr ausführlich in der Dokumentation.

Wer neu bei FreeNAS ist, sollte sowieso einen wirklich guten Blick in die Dokumentation werfen und einfach unglaublich viel damit spielen. Du wirst erstaunt sein, wie ausgereift das System ist und welche Möglichkeiten Dir die das kostenlose NAS-System gibt. Kann anfangs etwas verwirrend sein, aber wenn man mal dahintergestiegen ist, macht FreeNAS einfach Spaß. Diese steht für FreeNAS 8.2.0 als Formate HTMLPDFODT und EPUB zur Verfügung. ISO-Abbilder für FreeNAS 8.2.0 findest Du bei sourceforge.netFreeNAS-8.2.0-RELEASE-p1-x86.iso (96 MByte), FreeNAS-8.2.0-RELEASE-p1-x64.iso (104 MByte)



Du kannst gerne Deinen Senf zu diesem Beitrag geben: Hier geht es zu den Kommentaren


Schreiben macht durstig! Eine kleine Erfrischung kann daher nie schaden. Wem dieser freie Artikel gefallen hat, der darf mir gerne einen frisch gezapften Hopfen-Tee ausgeben (Paypal - der Spenden-Knopf
oder bitcoin - Adresse: 1NacVNwcLLePUVv8uSafu5Ykdwh8QyDfgK). Ich freue mich über jede noch so kleine Spende. Vielen Dank und Prost!
 Alle Kommentare als Feed abonnieren

4 Kommentare zu “FreeNAS 8.2.0 veröffentlicht und gleich ein Update nachgeschoben”

  1. frenas-anfänger sagt:

    Hallo,

    ich hab mal eine grundsätliche Frag,
    woher weiß ich, welche IP und Subnetzmaske ich dem Jail zuweisen soll?
    Also angenommen, mein server ist über xxx.xxx.1.11 zu erreichen (diese info gibt der server mir ja über den bootscreen), was weise ich dann für die plug ins an?

    Vielen Dank für die Beantwortung dieser Anfängerfrage!

    • jdo sagt:

      Die IP-Adresse muss sich vom FreeNAS-System anpingen lassen, sonst funktioniert das Plugins Jail nicht, beziehungsweise zeigen sich installierte PBIs nicht im GUI.

  2. Stefan sagt:

    Hallo
    besten dank für diese Anleitung, leider habe ich immer noch Probleme mit den Plugins.
    Dein Video wird als Privat angezeigt, könntest du das bitte freigeben ?

    Gruß,
    Stefan

    • jdo sagt:

      Das Video wird tatsächlich als privat angezeigt, war aber nicht immer so - die haben das nachträglich geändert - ich habe ein anderes eingebettet - mit dem müsste man es auch verstehen.

Antworten