Fedora 18 wird tmpfs für /tmp benutzen

3 April 2012 3 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

Fedora Linux LogoIn einer Zusammenfassung des letzten Fedora-Meetings berichten die Entwickler von einigen interessanten Dingen. Den Glasgow Haskell Compiler (GHC) wird es in Version 7.4 geben.

Wesentlich spannender finde ich persönlich aber, dass die Entwickler tmpfs für /tmp einsetzen werden. tmpfs ist ein verbesserter Ersatz für die Ramdisk. Informationen werden nur so lange in tmpfs gehalten, wie das Beitreibssystem am Laufen ist. Bei einem Neustart sind alle Daten in tmpfs gelöscht.

Als Vorteile für Fedora geben die Entwickler weniger E/A-Operationen auf Festplatte aus, was sich positiv auf die Lebensdauer von SSDs auswirkt. Ebenso würde man dadurch ein bisschen Geschwindigkeit gewinnen und sogar etwas an Energie sparen.

Solaris setzt bereits seit 1994 auf tmpfs. Das Gleiche gilt für viele andere UNIX-Systeme. Debians nächste Ausgabe soll auch tmpfs für /tmp einsetzen. Ubuntu hat diesen Schritt wohl für Ausgabe 12.10 im Sinn.#

Große Auswirkungen auf Applikationen sind nicht zu erwarten. Der Aufruf von /bin/mount sollte allerdings tmpfs für /tmp ausgeben. Sollten Anwendungen allerdings riesige Datenmengen auf /tmp ablegen, soltlen Entwickler andere Verzeichnisse dafür verwenden. In der Diskussion und den Kommentaren ist zu lesen, dass Brennprogramme zum Beispiel /var/tmp benutzen sollen. Wer große Downloads darin abgelegt hat, möchte diese im Home-Verzeichnis des jeweiligen Benutzers speichern.

Das komplette Log des Fedora-Meetings vom 2. April 2012 findest Du hier.



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3 Kommentare zu “Fedora 18 wird tmpfs für /tmp benutzen”

  1. tux. sagt:

    Äh, also /tmp soll jetzt im RAM vorgehalten werden? Schwachsinnsidee.

  2. Leszek sagt:

    Debian Wheezy macht das jetzt schon seit einem Monat so und ich finde das auch nicht so prickelnd.
    Gerade wenn man mit Audacity mal nen größeres Audiostück bearbeiten will geht einem der RAM aus. (20 % ist es denke ich was Debian momentan vom RAM für /tmp vorsieht)
    Oder denkt man mal an Screencasting Tools, die auch alle standardmäßig in /tmp speichern.
    Ich sehe schon die Probleme die viele damit haben werden, weil die "Consumer"-Software (wie eben Audacity, KDEnlive und co.) einen Switch to /var/tmp nicht so schnell hinkriegen wird.
    Zudem /var/tmp ja sowieso falsch wäre für solche Art von Daten, da diese eigentlich nach einem Neustart auch wirklich weg sein sollten.

    Ich fand die Idee, die ich im Ubuntu Forum gelesen habe nicht schlecht, dass man tmpfs für tmp benutzen kann mit einem unionfs, dass einspringt, wenn tmpfs volläuft und dann aber auch bei jedem boot geleert wird.
    Nur bin ich gerade mit unionfs/aufs aber nicht so fit und weiß nicht ob man da quotas oder sowas einstellen kann, bei denen dann neue Dateien nicht im tmpfs gespeichert werden sondern auf platte.

    Auf jedenfall bin ich erstmal wieder zu /tmp auf Platte gewechselt. Das läuft einfach.

  3. noqqe sagt:

    Jetzt müssen Anwendungen entscheiden ob /tmp oder /var/tmp ? Nur wegen ein bisschen Performance?

    Betriebssysteme sind dazu da es so einfach wie möglich zu machen Programme zu schreiben.

    Stabilität muss Performance weichen. Hurra.

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