Linux für Sehbehinderte aktualisiert: Vinux 3.0.2

15 März 2012 2 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

Vinux Logo 150x150Vinux ist ein Ubuntu-Abkömmling, der sich speziell an Anwender mit einer Sehbehinderung richtet – also kein Wallbuntu. Die Distribution bietet einen Bildschirm-Leser, Vollbild-Vergrößerung und unterstützt Braille-Displays ohne weitere manuelle Konfiguration. Du kannst es als Live-CD laufen lassen oder natürlich auch auf Festplatte oder USB-Stick installieren. Ebenso lässt es sich in einer virtuellen Umgebung betreiben.

Vinux 3.0.2 basiert auf Ubuntu 10.04.4 LTS und bringt laut offizieller Ankündigung unter anderem Linux-Kernel 2.6.32.39, Orca XDesktop 3.1.19, Firefox 10.0.2 und Thunderbird 10.0.2 mit sich. Des Weiteren haben die Entwickler an diversen andere Schrauben gedreht.

Wer sich auf der Konsole anmeldet, wird nun mit Vinux-Tipps versorgt. Die Installations-Scripte wurden verbessert und es gibt ein spezielles Script, mit dem sich eine Installation auf USB-Geräte durchführen lässt. Angenehm ist auch das Vorhandensein von Lukes Speakup-DKMS-Paket. Anwender müssen smit nach dem Einspielen eines neuen Kernels restorespeech nicht mehr manuell anstoßen. Anwender sollten nur sicherstellen, das Paket linux-headers-generic auf dem System zu haben.

CFH, OpenSSH und CPU Frequency Daemon sind per Standard installiert. Remastersys löscht die ssh-Schlüssel für das Remastern nicht mehr. Wegen häufigen Fehlern und eigentlich auch nicht wirklich in Verwendung, wurde YASR entfernt. ISO Master und GTK Record My Desktop mussten ebenfalls von der CD, damit die Größe unter 700 MByte bleiben konnte. Diese lassen sich allerdings via Paketmanager nachinstallieren.

Vinux 3.0.2 bringt ein Extra-Repository mit sich. Das enthält die stabilen Mozilla-Update und Vinux-spezifische Sachen. Als Standard-Desktop setzt Vinux 3.0.2 weiterhin auf GNOME 2.x, wie auch nicht anders zu erwarten war.

Die neueste Vinux-Ausgabe ist für die Architekturen x86 und x86_64 verfügbar. Neben der Standard-Abbilder stehen noch spezielle Versionen für USB und virtuelle Maschinen zur Verfügung. Die Entwickler weisen darauf hin, dass die DVD-Abbilder einige unfreie Codecs und Pakete enthalten.

Du findest alle Versionen im Download-Bereich der Projektseite. Hier noch die Schnellzugriffe auf die DVD-Abbilder: Vinux-3.0.2-I386.iso (1,4 GByte), Vinux-3.0.2-X64-DVD.iso (1,5 GByte)

Recht interessant sind auch die Reviews zu lesen. Vor allen Dingen ein Satz hat sich eingeprägt, wo ein Anwender wettert, dass große Firmen den Markt zu lange mit überteuerten Preisen geknechtet hätten. Vinux sei für ihn da eine sehr willkommene Alternative und das Umschalten zwischen Text- und Grafik-Modus würde ohne Probleme funktionieren.

Ich hab mir Vinux auf jeden Fall auf meine Todo-Liste geschrieben und möchte es mir mal genauer ansehen. Das ist doch mal eine echt tolle Distribution, die auch Menschen mit Sehbehinderung eine Chance bietet Linux und/oder einen Computer zum erschwinglichen Preis zu nutzen. Kann man nur unterstützen und bekannter machen.

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2 Kommentare zu “Linux für Sehbehinderte aktualisiert: Vinux 3.0.2”

  1. Mike sagt:

    Sehr interessant.
    Bisher war mir nur Knoppix/ADRIANE bekannt.
    http://knopper.net/knoppix-adriane/

  2. Manfred Wilke sagt:

    Ich finde es eine super Sache, dass es nun endlich für Menschen mit Sehbehinderung ebenso eine open source Lösung gibt.
    Nach der Installation war ich allerdings etwas enttäuscht.
    Es wurde der kaum anwendbare Unitiy Desktop versucht zu kastrieren.
    Einfache Konfigurationsmöglichkeiten, wie zum Beispiel für den Mauszeiger (Größe, Theme Auswahl), Farben, kontraststarke Texturen oder dergleichen sucht man vergebens.
    Hier wird mit den minimalistischen Boardmitteln des Ubuntu gearbeitet.

    Konfiguration und Individualisierung ist aus meiner Sicht der wichtigste Part an einer Distribution für Sehbehinderung.
    Hier lässt Vinux aber sehr zu wünschen übrig!

    Alles in allem hat die Distribution für mich den einzigen Vorteil, dass Orca vorinstalliert ist.
    Hätte ich es vorher gewusst, wäre ich nicht auf diese Distribution gegangen, sondern hätte mir lieber selber ein schmaleres System gebacken.

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