Sind sie nicht alle ein bisschen Ubuntu?

6 Februar 2012 8 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

Ubuntu Logo 150x150In der „Frage und Antwort“-Sektion der Distrowatch Weekly ist ein sehr schöner, ich würde sagen, Nachtrag zum Thema, dass Linux Mint der Mutter Ubuntu den Rang abgelaufen hat – so wurde es zumindest von einigen Leitmedien verbreitet. Beziehungsweise hat eines damit angefangen und die anderen sind auf den Hype aufgesprungen.

Anfang 2010 mit der Veröffentlichung von Ubuntu 10.04 hatte Ubuntu laut eigener Aussage eine Anwender-Basis von 12 Millionen. Mit Ubuntu 10.10 wuchs die Zahl auf 16 Millionen und seit Ubuntu 11.10 zähle man 20 Millionen. Diese Nummer werde aus verschiedenen Quellen zusammengestellt (Sicherheits-Updates, Downloads …). Ich zitiere:

In early 2010, around the time Ubuntu 10.04 was released, Ubuntu had an estimated install base of 12 million users. About a year ago, after the launch of Ubuntu 10.10, it was estimated there were 16 million users. Now, in the wake of version 11.10, Ubuntu has an estimated 20 million users. Gerry Carr, Director of Communications at Canonical, says these figures come from a variety of places: ‚It’s a combination of things — active connections to our security servers being one of the most prominent. We also get other connection data, we look at downloads and a small number of other checks, So it’s robust.‘

Die Wachstumszahlen sind natürlich beeindruckend und der Fragestellende erklärt sich das Phänomen, dass Ubuntu auch Derviate wie Linux Mint und Peppermint OS mit einbezieht. Die Antwort von Jesse Smith auf den Punkt gebracht – Warum denn auch nicht?

Es ist eigentlich egal, ob Kubuntu, Linux Mint oder Peppermint. Wenn Du die Linux Mint die speziellen Anpassungen wegnimmst, hast Du dann Ubuntu. Wenn Du Ubuntu installierst und die Mint-Repositories hinzufügst, ist es dann Mint? Wer die Ubuntu-Repositories wegen Updates konsultiert, könne auch gezählt werden.

Ich fasse es deswegen noch einmal auf, weil ich mich nun mit dem Beitrag „Ubuntu verliert an Popularität? Schaut mal über den Tellerrand liebe Leitmedien!“ bestätigt sehe. Ubuntu als Fundament ist populärer denn je. Was Canonical mit seiner Standard-Desktop-Ausgabe macht, steht auf einem anderen Blatt – das bitte nicht verwechseln. Und wenn man ganz weit in den Horizont blickt, müsste man große Teile des Erfolgs eigentlich Debian zuschreiben.

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8 Kommentare zu “Sind sie nicht alle ein bisschen Ubuntu?”

  1. plantoschka sagt:

    Jap die Basis die Ubuntu anbietet ist großartig, da braucht man nicht viel zu sagen. Ohne Ubuntu kein LinuxMint.

  2. Marco sagt:

    Ein Jammer, dass man bei der Oberfläche so gegeneinander arbeitet, aber wenigstens kann man auf die gleichen Software-Pakete zugreifen 🙂

    • martin sagt:

      was heißt nun gegeneinander - man sollte die ziele der einzelnen entwicklungen hinterfragen - cannonical möchte imho eine universelle zukunftsweisende visionäre Bedienoberfläche schaffen die problemlos zum Standart auf Mobiles, Tablets, TV's, Desktops, Eingebetteten Systemen (Steuerungen, KFZ-Amaturenbrett, was weiß ich) werden könnte - linux mint wiederrum versucht den "Herkömmlichen"-Anwender vor dem ganzen Oberflächen-"Weltuntergang" zu schützen indem es ihm eine gewohnte Umgebung zur Verfügung stellt in der er sich problemlos zurechtfindet und wie gewohnt arbeiten kann. Ich finde beides hat seine Berechtigung und beides ist für ein "Vorankommen" von linux wichtig.

  3. vinz sagt:

    Ich halte das für Quatsch.
    Ubuntu, Mint und Konsorten gehen imho völlig unterschiedliche Wege, eine Enduser-Distribution zu stricken. Als Ubuntero entscheide ich mich doch bewusst für Ubuntu und gegen Mint. Somit verzerrt das Zusmmenwerfen von Zahlen die Realität. Natürlich gäbe es ohne Ubuntu kein Mint, aber nach dieser Logik müssten die Zahlen von Ubuntu dann ja eigentlich bei Debian mit einfließen. Was natürlich auch Unsinn ist.

    • burli sagt:

      Nicht ganz. Ubuntu basiert zwar auf Debian, hat aber seine eigenen Quellen und ist nicht einmal unbedingt kompatibel.

      Mint basiert auf Ubuntu und verwendet auch die selben Quellen. Deb Pakete sind beliebig austauschbar. Mint unterscheidet sich lediglich dadurch, dass es ein paar Pakete hinzufügt.

  4. chris sagt:

    Jap. Debian rules. Das spüre ich langsam nach immer stärker, nach ein paar Jahren Ubuntu Nutzens. Aber Ubuntu hat aus seinem Debian-Unterbau was ganz großes geschaffen, das darf man auch nicht vergessen.
    Ich kann dem Artikel nur zustimmen! Mint == Ubuntu + ein paar Anpassungen...
    Damit will ich Mint nicht schmälern! Die Ideen haben absolut Berechtigung! Aber ist doch nur ein angepasstes Ubuntu...
    mein Senf... 🙂

  5. martin sagt:

    ...ich hasse es, wieder und wieder dieses mehr oder weniger gegeneinander Gehetze. wie schon von Vorrednern erwähnt ohne kernel kein linux, ohne debian kein ubuntu, ohne ubuntu kein linux mint (linux mint debian edition mal ausgenommen)! Sicher ist gewisses Feedback für die Entwickler der unzähligen distros wichtig und der Drang "besser" zu sein als andere (in sportlicher Hinsicht) hat auch etwas Positives für sich. Nun sind es für die einen (hypothetische) Nutzerzahlen und für Distrowatch die Seitenaufruf Statistik an der man den den Rang/Ruhm einer Linuxdistro festmachen will, was meiner meinung nach alles sehr fraglich ist. Jedem ist es freigestellt in welche Richtung er entwickelt sei es unity, gnome3, mint's cinnamon project - es gibt immer befürworter, chronische verweigerer etc. Man muß auch mal den mut haben für dinge wie z.B. cannonical mit unity prügel einzukassieren wenn man etwas neues erschaffen will, wovon jetzt nicht jeder gleich begeistert ist.

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