Linux-Kernel 3.3-rc4 bereinigt hässlichen Fehler bei x86

19 Februar 2012 Kein Kommentar Autor: Jürgen (jdo)

Tux Logo 150x150Es scheint schon fast eine Gewohnheit zu werden, dass sich RC-Kandidaten verspäten, schreibt Linus Torvalds in seiner Ankündigung zu Kernel 3.3-rc4. Diesmal gebe es aber auch einen triftigen Grund dafür. Letztes Mal hat sich Torvalds die Schuld selbst gegeben und die Verspätung mit seiner eigenen Desorganisation begründet.

Die Entwickler haben einige Tage gebraucht, um einen Fehler zu finden, der nur bei 32-Bit x86 vorkommt. Das Problem nennt Torvalds einen hässliche „Floating Point State Corruption“ und sie tritt nur bei modernen CPUs auf, die AES-NI Instructions unterstützen. Nun könnte man sich zurecht fragen, warum man mit so einer CPU einen 32-Bit-Kernel einsetzt. Damit der Fehler auftritt muss der Anwender Unterstützung für AES-NI aktivieren und gleichzeitig einen Wireless-Treiber in Benutzung haben, der dies wiederum benutzt. Ich frage mich gerade, wie man auf so einen Fehler überhaupt kommt? Torvalds gibt als wahrscheinlichstes Szenario hierfür die Verwendung der mac80211-Infrastruktur mit WPA und AES-Verschlüsselung (in der Regel WPA2) an.

Wer also eine recht neue CPU im 32-Bit-Modus am Laufen hat und komisches Verhalten feststellt, könnte in dieses Problem gelaufen sein. Als mögliche Symptome gibt Torvalds an, dass der Mauszeiger in X plötzlich in eine Ecke hüpft oder auch Flash-Probleme im Browser.

Um das zu bereinigen, könnte man einen 64-Bit-Kernel kompilieren oder einfach auf den vierten Release-Kandidaten von 3.3 aktualisieren. Der Patch soll auch auf -stable zurückportiert werden.

Laut Torvalds gibt es in rc4 aber noch andere Änderungen. Der abgestandene gma500-Staging-Treiber wurde entfernt. Das gilt auch für den alten pohmelfs-Code (Parallel Optimized Host Message Exchange Layered File System), weil dieser komplett überarbeitet und neu geschrieben wurde.

Ansonsten gibt es noch diverse Treiber- und Dateisystem-Updates und die üblichen Geschichten, wie Torvalds schreibt. Er wünscht sich reichliches Testen des vierten Release-Kandidaten 3.3. Den Quellcode gibt es wie üblich unter kernel.org.

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