Kleiner Bug – kann kein Feature sein: Installation der unfreien Broadcom-Firmware

21 Januar 2012 5 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

Ubuntu Bug Logo 150x150Ein Freund hat mich gestern angerufen, dass auf seinem Notebook die WiFi-Karte nicht funktioniert. Er hat Ubuntu 11.10 “Oneiric Ocelot” installiert und unter Windows hat die drahtlose Netzwerkkarte immer tadellos funktioniert. Er hat ein Acer <hab ich vergessen> mit einer Broadcom BCM4311. Was macht man in so einem Fall? Google bemühen. Nach ganz kurzer Zeit hab ich ihm folgende Anweisung schicken können.

  • sudo apt-get update
  • sudo apt-get install firmware-b43-installer
  • sudo apt-get remove bcmwl-kernel-source
  • sudo reboot

Eine halbe Stunde später wieder ein Anruf: “Geht nicht”. Somit hab ich ihm gesagt, er könne gern vorbeikommen und er hatte Recht – es ging nicht. Was ist passiert?

Der firmware-b43-installer lädt eine bz2-Datei aus dem Internet herunter, die dann an die entsprechende Stelle entpackt wird. Nun ist ihm aber während des Downloads anscheinend die Internet-Verbindung abgebrochen oder der Server mit dieser bz2-Datei hatte Schluckauf. Bei den nächsten Versuchen speichert das System die Datei als bz2.1, bz2.2, bz2.3 und so weiter. Dass er es nicht probiert hätte, kann man nicht behaupten. Es ging bis bz2.8. Allerdings hat das Installations-Script immer nur auf die bz2 zugreifen wollen, die natürlich unvollständig auf der Festplatte liegt. Nachdem ich die ganzen Dateien gelöscht hatte, funktionierte die Sache auch tadellos und er kann nun drahtlos Netzwerken.

Hier müsste im firmware-b43-installer eine Prüfung stattfinden, ob die Datei schon existiert, beziehungsweise die aktuell heruntergeladene Datei nehmen. Ich würde das als Bug bezeichnen – ein Feature kann es ja wohl schlecht sein.



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5 Kommentare zu “Kleiner Bug – kann kein Feature sein: Installation der unfreien Broadcom-Firmware”

  1. Alex sagt:

    Bugreport, am besten direkt an Debian!

  2. DonKrawallo sagt:

    Die Frage ist nicht, ob das ein Bug ist, sondern warum Canonical nicht die openFWWF-Treiber ausliefert. Dann würde das Ganze out of the box funktionieren.

  3. Niko sagt:

    Ich denke der Installer sollte nicht nur die jeweils aktuell heruntergeladene Datei verwenden, sondern auch überprüfen, ob sie korrekt übertragen wurde - z.B. per md5sum oder ähnlichem.

    Ansonsten stimme ich DonKrawallo zu, dass man wenn möglich offene Treiber verwenden sollte.

    • jdo sagt:

      Ich bin ja auch für offene Treiber. Allerdings kann ich das in dem Fall schlecht dem Anwender erzählen: "Du, Dein Problem. Ruf mal bei Canonical an und beschwer Dich da. Steck halt ein Kabel ein ..."

      Der verwendet Linux zum ersten Mal und ist eigentlich total begeistert. Der interessiert sich im Moment nicht, ob der Treiber frei oder geschlossen ist. Der will ein funktionierendes System, mit dem er spielen und sich damit weiter beschäftigen kann.

      Den Wille, sich damit auseinanderzusetzen möchte ich auf keinen Fall demoralisieren - im Gegenteil ...

      Grüße,
      Jürgen

  4. stefan sagt:

    Hallo,
    ich hab ein ähnliche Prob auf meinem PC, mit meinen Wlan Stick. Ich bin gezwungen vor jeder einwahl ins Internet den Treiber zu löschen und neu zu installieren. Eigentlich schade. hoffe das Prob ist bei 12.04 verschwunden.auf meinem Laptop funktioniert die Wlanverbindung ohne murren.
    PC und Lap sind von Acer.

    gruß
    stefan

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