Auch Red Hats Chef bescheinigt dem Desktop keine rosige Zukunft

21 August 2011 4 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

Red Hat Logo 150x150In einem Interview mit Steven J. Vaughan-Nichols sagte Red Hats CEO Jim Whitehurst, dass der traditionelle Desktop in fünf Jahren nur noch eine Altlast ist. Er wollte damit aber nicht ausdrücken, dass sich der Desktop von heute auf morgen in Luft auflöst. Sein Argument sind die Kosten um so genannte „Fat Clients“ zu warten. Auch ein hochrangiger IBM-Mitarbeiter hat das Ende des PCs schon vorausgesagt und HP will das PC-Geschäft verkaufen und hat den Vertrieb aller mobilen Geräte eingestellt.

Seiner Meinung nach wird das alle Desktops treffen, also Windows, Macs und Linux. Mit der Flut unterschiedlicher Betriebssysteme (Smartphones, Tablets und so weiter) seien die Kosten für die Sicherheit lächerlich hoch geworden.

Whitehurst sieht mehrere Möglichkeiten, wie künftige Firmen-Szenarien aussehen können. Kurzfristig würde VDI (Virtual Desktop Infrastructure) wichtig werden. In diesem Umfeld sieht er Citrix als Marktführer.

Red Hat werde aber auch eine Rolle in Sachen VDI spielen. 2012 möchte der Linux-Distributor sein „Simple Protocol for Independent Computing Environments (SPICE)-based VDI“ wieder einführen. Server-seitig basiert SPICE auf KVM (Kernel-based Virtual Machine). Allerdings habe Red Hat keine Pläne, mit Citrix zu konkurrieren. SPICE sei für die Anwender, die es haben wollen. Der Markt hierfür sei für Anwender, die sowieso bereits Linux im Einsatz haben, Terminal-Applikationen brauchen oder für Linux-basierte Thin Clients. Allerdings habe man nciht vor, 20.000 Windows-Desktops laufen zu lassen. Das sei der Markt von Citrix.

Für die Geschäftswelt sieht Red Hats CEO eine KVM-basierte Cloud une einen Web-Browser als primäres Arbeitsgerät. Ebenso findet er Googles Betriebssystem Chrome vielversprechend und er selbst wolle bald ein Samsung Chromebook ausprobieren. All diese Aussagen kommen nun von einem Vollblut-Linuxer, dessen erste Berührung mit Linux Slackware war und der Fedora 15 als Arbeitsumgebung einsetzt. Die Zukunft wird es zeigen, aber diese Aussagen sind mit Sicherheit höher zu gewichten als das übliche Marketing-Geschwafel.

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4 Kommentare zu “Auch Red Hats Chef bescheinigt dem Desktop keine rosige Zukunft”

  1. Mika B. sagt:

    ...Seiner Meinung nach wird das alle Desktops treffen, also Windows, Macs und Linux. Mit der Flut unterschiedlicher Betriebssysteme (Smartphones, Tablets und so weiter) seien die Kosten für die Sicherheit "lächerlich hoch geworden".....

    3x gelesen aber denn Sinn nicht Verstanden was ist bitte "lächerlich hoch" ? Umgangssprachlich "lächerlich gering" ist ja Bekannt.

    Der Desktop PC Markt wird Schrumpfen aber eher im Konsumermarkt, auch kann ein Smartphones, Tablets und so weiter ihn kaum Ersetzen eher Ergänzen.
    Es wird aber weniger PC Nutzer geben da der PC bisher der Hauptzugang zum Internet war und daher in den letzten 10 Jahren einen Boom erlebte.
    Der PC wird wieder mehr ein Arbeitsgerät werden wie er vor dem Internetzeitalter war und Leute die lediglich im Internet Sürfen wollen ohne das komplizierte PC Wissen werden andere Geräte nutzen.
    Vom Ende des Desktop PC würde ich aber noch lange nicht Sprechen.

  2. Mika B. sagt:

    Es gibt wohl selbst beim Duden mehrere Definitionen , daher ist der Begriff eher Irreführend.
    Zudem warum sollten die Kosten für die Sicherheit von Servern oder der Cloud "Geringer" sein? , weil es dort keine Sicherheit zumindest vor staatlichen Zugriff gibt?

    Ich finde Red Hats CEO Jim Whitehurst Übertreibt hier mächtig und rennt lediglich einer Modeerscheinung hinterher.
    Was sind denn überhaupt Desktop Computer ?
    Sind denn Tablets oder gar Smartphones keine ? auch sie haben eine Desktop Oberfläche und führen Native Programme aus?
    Die einzigsten die man eventuell als "Non Desktop" Rechner bezeichnen könnte wären Rechner mit dem Google "Chrome OS".

    • jdo sagt:

      Es ist schon nicht ganz aus der Welt gegriffen im Bezug auf Wartungs-Kosten. Bei einer Thin-Client-Lösung muss der Admin zum Beispiel das Office-Paket nur auf dem Terminal-Server aktualisieren und jeder hat es sofort. Nachteil ist natürlich, wenn am Terminal-Server was schief geht, steht die ganze Firma ...

      Tablets und Smartphones gehören nicht in die Kategorie Desktop-Computer, deswegen heißen Sie ja Tablets oder Smartphones 🙂

      Der Trend geht im Moment schon sehr zu Browser-Lösungen. Ich hab irgendwo gelesen, dass jemand LibreOffice mit geringen Veränderungen in einem Browser hat laufen lassen. Wenn der Browser das wichtigste Instrument wird, ist das darunterliegende Betriebssystem obsolet beziehungsweise werden die Fat Clients automatisch weniger.

      Dennoch finde ich auch, dass der Untergang des PCs noch Jahre entfernt sein wird - gerade im Heimbereich.

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