Tuxera behauptet: NTFS ist das schnellste Dateisystem für Linux

25 Juni 2011 2 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

Tuxera Logo 150x150Tuxera hat eine Behauptung aufgestellt, die es allerdings noch zu beweisen gilt. Der eigens entwickelte und proprietäre NTFS-Kernel-Treiber ist angeblich doppelt so schnell als ext4. Das Dateisystem ext4 ist derzeit so etwas wie der Standard der Dateisysteme unter Linux. Ebenso sei der Tuxera-Treiber schneller als Btrfs oder XFS.

Anton Altaparmakov, einer der Hauptentwickler von Tuxera, hat diese starken Behauptungen aufgestellt. In einem E-Mail an die Linux-Dateisystem-Mailing-Liste schrieb er:

Äh, sorry enttäuschen zu müssen, aber der Tuxera NFTS-Treiber ist schneller als jeder User-Space-NTFS-Treiber jemals sein wird. Außerdem ist er auch schneller als ext3/ext4. Um ein Beispiel auf einem eingebetten System (800MHz, 512MB RAM, 64kiB write buffer size) zu nennen bringt NTFS User Space ein Maximum (Cache Write Throughput) von etwa 15 MiB/s, ext3 75 MiB/s, ext4 100 MiB/s und Tuxera NTFS 190 MiB/s. Das lässt ext4 um fast den Faktor Zwei und NTFS User Space um den Faktor 10 ziemlich alt aussehen. Dateisysteme im User Space haben ihre Applikationen, aber High Performance ist definitv nicht ihr Steckenpferd … Ihr könntet nun sagen, dass der Vergleich nciht fair ist, weil ext3/ext4 ein Journal enthält. Des wegen möchte ich anfügen, dass FAT32 ungefähr 100 MiB/s auf der selben Hardware erreicht, was immer noch die Hälfte von NTFS ist.

Wer normalerweise Unterstützung für Microsofts NTFS unter Linux braucht, benutzt NTFS-3G, was wiederum auf FUSE (Filesystem in User Space) setzt. Damit ist NTFS-3G leichter auf andere Betriebssysteme zu portieren und der Treiber funktioniert nicht nur unter Linux, sondern auch unter BSD, Solaris, Mac OS X und sogar Haiku. Natürlich erzeugt so ein Treiber einen größeren Overhead als native Kernel-Module.

NTFS-3G ging aus einem Fork des Linux-NTFS-Projekts hervor und die erste stabile Ausgabe, 1.0, debütierte im Jahre 2007. Aus diesem Prozess ging auch Tuxera (früher NTFS-3G Technology Ltd.), eine kleine Beratungs-Firma rund um den NTFS-3G-Code und andere Arbeiten an Dateisystemen, hervor. Tuxera bringt Code in NTFS-3G ein, aber bieten auch einen kommerziellen Treiber für Mac OS X und eine proprietäre Version für Linux (Tuxera NTFS) an. Und letztere soll laut Anton Altaparmakov so schnell sein.

In einer zweiten E-Mail über die Treiber-Geschwindigkeit schreibt er, dass Tuxera NTFS allen andere getesteten Dateisystemen den Rang in Sachen Geschwindigkeit abläuft. Lediglich Tuxera exFAT komme annähernd auf die selbe Geschwindigkeit.

Weiterhin schreibt er, dass er hoffentlich bald Zeit habe, um Delayed Allocation zu implementieren, um NTFS das schnellste Dateisystem auf diesem Planeten zu machen, sollte es das nicht sowieso schon sein.

Diese Behauptungen sind derzeit alle unbewiesen. Unglücklicherweise ist Tuxera NTFS nicht Open-Source. Hierzu hat Altaparmakov geschrieben, dass sich dies eines Tages hoffentlich ändern wird.

http://www.tuxera.com/


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2 Kommentare zu “Tuxera behauptet: NTFS ist das schnellste Dateisystem für Linux”

  1. Nostradamus sagt:

    Jo, der KillerTrabbi vom Turbo-Kalle aus Karl-Marx-Stadt ist auch mindestens 3 mal schneller als jeder Ferrari. Hat Turbo-Kalle mir persönlich erzählt und Turbo-Kalle lügt nie.

  2. Heribert Spennlingwimmer sagt:

    Wäre Endlich Zeit dass Android,bzw.Linux Geräte NTFS anwenden können.Bei Vertrags Provider Geräten ist ROOT problematisch bis unmöglich.
    Unverständlich dass man sich von Seiten Android,Google,Linux,und alle Geräte Herstellern und Betriebe nicht ernstlich um eine anwendbare Lösung bemüht.
    Es werden so viele unnötige Anwendungen sonst produziert.
    MfG - HSp

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