Kairo brennt: Vergleich mit Kaiser Nero

2 Februar 2011 Kein Kommentar Autor: Jürgen (jdo)

Ägypten Flagge 150x150Live-Interview mit NDP-Mitglied (National Democratic Party of Egypt – Mubaraks Partei):

Al Jazeera hat gerade eben ein Mitglied von Mubaraks Partei am Telefon. Der Mann zieht einen interessanten Vergleich zwischen Mubarak und Kaiser Nero. Er habe das Gefühl, dass Mubarak Kairo brennen sehen will. Anders sei es nicht zu erklären, dass der Präsident diese Straßenschlachten zulässt, nur um an der Macht zu bleiben. Das sei kontrovers zu seiner Aussage vom gestrigen Abend, dass er bis zu den Neuwahlen im September diesem Land noch dienen wolle. Er fragt sich, wo die Stimmen der anderen Länder bleiben. Warum diese angesichts dieser Bilder komplett schweigen und nur zusehen.

Die Straßen-Kämpfe dauern mittlerweile fast zwölf Stunden an und es fliegen immer noch Pflastersteine. Gerade eben hat das staatliche Fernsehen gewarnt, dass bewaffnete Gangs Richtung Tahrir Square marschieren. Keiner weiß aber, ob das nur ein Einschüchterungsversuch ist. Die Bilder vermitteln immer noch absolutes Chaos.

Dank Facebook habe ich gerade von Freunden aus Kairo erfahren, dass Freunde von ihnen in Tahrir Square ausharren und den Platz des Friedens gegen die Pro-Mubarak-Demonstranten halten konnten. Ich habe auch Informationen bekommen, dass morgen eine Spenden-Sammlung starten soll, die die friedlichen Demonstranten mit Essen und Trinken versorgen soll. Sobald ich mehr dazu weiß, werde ich das berichten.

Weiteres Interviewmit einem Anti-Mubarak-Demonstranten:

Sie halten aus in Tahrir Square. Es kommen immer wieder Leute, die Essen und Trinken mitbringen. Die Armee halte sich komplett zurück und man sei sich nicht hundertprozent sicher, auf welcher Seite die Armee steht. Er ist sich sicher, dass die Pro-Regime-Demonstranten Geheimpolizei und andere Sicherheits-Kräfte des Regimes seien. Man habe diesen Pässe abgenommen, die das bestätigen. Auf die Frage, was mit diesen festgenommen Leuten passiert sagte der Mann am Telefon, dass diese auch von freiwilligen Ärzten versorgt wurden und sobald sich die Situation beruhigt habe, freigelassen werden.

Mehr über die Unruhen:

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