Was haben die Römer jemals für uns getan? Mark Shuttleworth spricht, was Ubuntu an freie Software zurückgibt

15 September 2010 Kein Kommentar Autor: Jürgen (jdo)

Ubuntu LogoWer die Zeit hat, sich den englischsprachigen Roman von Mark Shuttleworth über die Rolle von Ubuntu in Sachen “etwas zurück geben” an freie Software durchzulesen, findet diesen in aller Ausführlichkeit in seinem Blog. Dem Ubuntu-Projekt wird immer wieder vorgeworfen, dass es nicht genug an das Ökosystem der freien Software zurück gibt. Auch das proprietäre Ubuntu One stößt auf massive Kritik in der Open-Source-Welt. Hier einige interessante Auszüge der Rede.

Wie auch immer gebe das Ubuntu-Projekt freier Software Einzigartiges, spezielles und Wichtiges: Das Bekenntnis, es dem normalen Anwender so einfach wie möglich zu machen. Die Idee hinter freier Software sollte für jedermann sein. Dies gelte sowohl für wirtschaftliche Aspekte als auch für die Benutzerfreundlichkeit. Somit müsse man den Willen zeigen, die eigentliche Probleme zu beseitigen. Dieses Bekenntnis sei eine Rückgabe an die open-Source-Entwickler. Wenn man die Menge der Anwender verzehnfachen könne, hätte man den Wert der Großzügigkeit ebenfalls um den Faktor zehn gesteigert. Jede Minute, die man mit Problemlösungen verbracht habe, sei zehn Mal so wertvoll. Er sei stolz auf die Zeit und die Energie, die er in das Ubuntu-Projekt stecke. Er könne viele andere Dinge tun, aber nichts würde die Welt auf die gleiche Weise beeinflussen.

Was mache man für freie Software und was leiste er selbst?

Erstmals liefere man sie aus. Dann geben man Hunderten von von Übersetzern, Designern und so weiter die Möglichkeit an der Ubuntu-Bewegung teilzunehmen, weil es für sie einfach sei, den Zeh ins kalte Wasser zu halten. Dies sei keine leichte Aufgabe.

Sonst noch was?

Man repariere auch. Man möge sich nur an das Papercuts-Projekt erinnern. Normale Anwender interessiere so etwas komplexes wie der Linux-Kernel nicht. Sie wollen, dass Dinge einfach funktionieren. Die Ubuntu-Entwickler hätten hunderte von solchen Papercuts in vielen Applikationen ausgemerzt. Davon profitiere nicht nur Ubuntu, sondern auch jede andere Distribution, die diese Anwendungen ebenfalls ausliefert.

Persönlich bin ich über die Rede von Shuttleworth hin- und her-gerissen. Er hat wohl Recht, wenn man es dem normalen Anwender so angenehm wie möglich machen will. Ja sogar muss, wenn sich Linux weiter verbreiten soll. Ein Umsteiger will sich nicht plagen, zum Beispiel irgendwelche MP3-Codecs zusammenzusuchen oder eine Konfigurations-Datei auf der Konsole anzupassen, um zwei Bildschirme gleichzeitig betreiben zu können.

Ich verstehe aber auch den Unmut der anderen, die sagen, Ubuntu trage nicht genug zu X und dem Kernel bei, sondern ernte nur die Lorbeeren. Schließlich ginge ohne einen funktionierenden Kernel absolut gar nichts. Aber man kann es wohl nie allen Recht machen.



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