openSUSE hat Probleme und sucht ein neues Entwicklungs-Modell

Kein Kommentar Autor: Jürgen (jdo)

openSUSE LogoStephan Kulow ist gar nicht glücklich mit der Verspätung von Meilensteinen und hat seinen Unmut mit einer Nachricht an die openSUSE-Factory-Mailing-Liste zum Ausdruck gebracht.

Milestones einfach zu verzögern sei keine Lösung. Er fordert die Community auf, dass man die Verspätung von openSUSE 12.2 zum Ansporn nehmen soll, am derzeitigen Entwicklungs-Modell etwas zu ändern und nach neuen Wegen zu suchen. Anstatt mit den Verzögerungen zu leben, sollte man besser an der Art zu Arbeiten etwas ändern.

openSUSE ist seiner Aussage nach gewachsen. Man habe viele unabhängige Pakete in Factory. Die Schwierigkeiten liegen oft nicht einmal daran, wenn ein Paket verändert wird – die Aktualisierungen funktionieren. Allerdings gebe es Mangel an den Arbeiten, die von dem aktualisierten Paket abhängen. Genau hier sei der Hebel anzusetzen. Zum Glück habe man eine wachsende Zahl an Helfern, die sich um solche Probleme kümmern. Allerdings sei der Umstand in letzter Zeit schlimmer und nicht besser geworden. Seiner Meinung nach liegt das ganz einfach am derzeitigen Entwicklungs-Modell.

Während der Entwicklung von openSUSE 12.2 kann sich Kulow nicht erinnern, weniger als 100 “rote” Pakete in Factory gehabt zu haben. Davon würden einige mehr als 5 Monaten vor sich hindümpeln und nicht repariert. Andere seien seit 6 Monaten mit Änderungen versehen und keiner macht sich die Mühe, diese abzusegnen. Erinnerungs-Mails würden dabei auch noch ignoriert.

Somit hat Kulow einige Vorschläge, um diese Unannehmlichkeiten aus der Welt zu schaffen. Wer andere Vorschläge hat, ist herzlich Willkommen.

  1. Es muss mehr Leute geben, die Integrations-Arbeiten verrichten. Dazu gehören Build-Fehlschläge zu reparieren und sich auch um Bugs unbekannter Herkunft zu kümmern.
  2. Außerdem müsse es mehr in Richtung Staging- und weniger Entwickler-Projekte gehen. apache in Apache, apache modules in Apache:Modules und ruby in rubygems zu haben, sah beim Aufsetzen des Systems ganz gut aus. Allerdings sei es ein Alptraum in Factory. Aktualisierungen bei Apache oder Ruby seien nichts weiter als ein Glücksspiel. Sei Ziel ist hier eine eiserne Strategie zu fahren, dass es eine 0-Toleranz-Regel gibt, wenn Pakete andere unbrauchbar machen
  3. Wenn man mit mehr Disziplin arbeitet, brauche man auch mehr Zeit. Er würde am liebsten Ausgabepläne ganz weglassen oder nur einmal pro Jahr eine neue Version zur Verfügung stellen und sich dann bei Tumbleweed wieder finden.

Stephan Kulow wünscht sich am Ende seiner Nachricht eine offene und ehrliche Diskussion. Stand jetzt sollte man wissen, was beim derzeitigen Entwicklungs-Modell funktioniert und was nicht. Somit sollte man mit vereinten Kräften in der Lage sein, an einer Verbesserung zu arbeiten.

Update: Mittlerweile gibt es auch einen Blog-Eintrag zu dem Thema von Jos Poortvliet. Auch er ruft zu einer offenen Diskussion auf. Eine wichtige Aussage kommt allerdings noch zum Schluss: openSUSE 12.2 wird nicht am 11. Juli 2012 debütieren. Ein neuer Termin wurde dabi nicht genannt.

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