Ubuntu 12.10 könnte GNOME-Abkömmling mit sich bringen und an Upstart festhalten

12 Mai 2012 5 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

Ubuntu Logo 150x150Auf der UDS-Q (Ubuntu Developer Summit) wird darüber diskutiert, ob man eine weitere Geschmacksrichtung ausgeben soll. Anscheinend ist die Nachfrage zu einer GNOME-Version der Distribution nicht außer acht zu lassen. Zumindest wurde ein Diskussions-Eintrag mit dem Titel “Discuss what demand there is to make a GNOME flavor of Ubuntu, what it would contain and if it would have patches over upstream GNOME and what work needs to be done to make it happen.” registriert.

Also auf Deutsch heisst das: Die Entwickler unterhalten sich darüber, was geschehen müsse, um eine GNOME-Version von Ubuntu auf den Markt zu bringen und ob Patches gegenüber den herkömmlichen GNOME-Paketen einfließen.

Ubuntu mit GNOME-Geschmacksrichtung?

Ubuntu mit GNOME-Geschmacksrichtung?

Die Frage ist, ob Canonical eine weitere Baustelle öffnen will, wo man mit “keine Kubuntu-Unterstützung mehr” gerade erst eine große geschlossen hat. Ebenso will man in Quantal Quetzal künftig auf Unity 2D verzichten und für die Standard-Ausgabe von Ubuntu wollen die Entwickler ein eigenes Kontrollzentrum und haben daher das von GNOME geforkt.

In einer anderen Sitzung wurde bereits der Fahrplan für Upstart festgelegt. Unter anderem stehen interaktives Starten und Cron-Ersatz auf dieser Liste. Während andere Distributionen auf systemd statt Upstart setzen, scheint sich Canonical hier nicht wegbewegen zu wollen. Ob das daran liegt, dass systemd vom selben Entwickler (Lennart Poettering) ist, der auch PulseAudio (gerade als Version 2.0 erschienen) geschrieben hat, ist reine Spekulation. Ich hatte nur in diversen Foren schon gelesen, dass er nicht nur Fans hat, auch wenn seine Gegner ihm ausgezeichnete Entwicklerqualitäten zusprechen.



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5 Kommentare zu “Ubuntu 12.10 könnte GNOME-Abkömmling mit sich bringen und an Upstart festhalten”

  1. lz83 sagt:

    Es geht darum, dass Upstart von Canonical entwickelt wurde und systemd nicht. NIH. Dafür klammert man sich dann gerne am schlechteren System fest. Die Entscheidung wurde auch nicht von der Ubuntu-Community getroffen, sondern vor dem UDS von Shuttleworth festgelegt. Es geht um Kontrolle und Copyright-Assignment:
    https://plus.google.com/115547683951727699051/posts/X3fUhyJREKq

    • jdo sagt:

      Danke für den Link! ... wenn ich das richtig verstehe, wird GNOME von systemd abhängig sein. Dann widerspricht sich Canonical mit der GNOME-Geschmacksrichtung selbst, beziehungsweise müssen da auch auf eigene Faust weiterentwickeln - oder?

  2. burli sagt:

    Die Gründe von Upstart wurden schonmal genannt. Die Hauptgründe waren glaube ich, dass Canonical systemd noch nicht für ausgereift und vor allem für zu vielschichtig hält. So eine Art eierlegende Wollmilchsau

    • Matthias sagt:

      Naja, es geht viel mehr darum, dass Canonical die Kontrolle über upstart hat, aber nicht über systemd. Mehr dazu steht bereits oben ^^
      Lennart selber ist zwar streitbar, im Grunde ist an ihm bzw. seinem Code und seinen Ideen aber absolut nichts auszusetzen. Ich konnte ihn mal persönlich kennen lernen, und finde, dass er auch menschlich okay ist. Und wenn man Kritik vernünftig äußert, hört er - wenn er Zeit hat - auch sehr geduldig zu.
      Dass Canonical systemd nicht unterstützt ist glatter Selbstmord. systemd ersetzt nämlich ConsoleKit und bringt diverse weitere Features, wie z.B. Multiseat Support und einige distributionsübergreifende Verbesserungen. Upstream, d.h. GNOME/GTK+/KDE und alle anderen Projekte werden bald auf die Idee kommen, von den neuen Funktionen zu profitieren, da fast alle anderen Distributionen auf systemd setzen. Canonical darf das dann alles rauspatchen. Für andere, nicht-Linux OSes ( BSD) existiert vllt. noch optional ConsoleKit support irgendwo, aber Canonical muss CK dann trotzdem aleine weiter pflegen.
      Bei der Manpower von Canonical ist das unmöglich - und selbst SUSE und RedHat haben früher mit einer ähnlichen Taktik so große Probleme bekommen, dass beide jetzt "upstream first" arbeiten. Ubuntu wird irgendwann früher oder später auseinanderfliegen und die Qualität wird massivst leiden. Ich schreibe sobald ich Zeit habe noch einen Blogbeitrag zu dem Thema, es sind nämlich schon jetzt extrem interessante Tendenzen in den Communities zu erkennen :)

    • Tomboy sagt:

      Da wundert es einen, dass der Linux Kernel ein gesetzt wird.

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