openSUSE-Entwickler möchten YaST durch YaST++ ersetzen

16 Februar 2012 2 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

openSUSE LogoWer openSUSE kennt, dem ist auch YaST (Yet another Setup Tool) ein Begriff. YaST ist unbestritten ein unglaublich gutes Tool, seine openSUSE-Distribution zu verwalten. Nun bereiten sich die Entwickler laut eines Blog-Eintrags auf einen Nachfolger vor: YaST++

Derzeit kann ein Systemadministrator eigentlich alles grafisch mit YaST erledigen, was das root-Herz begehrt. Als Beispiele nennen die Entwickler Benutzer anlegen, Bootloader konfigurieren, Netzwerk-Verwaltung und sogar die Konfiguration von Apache. Allerdings räumen die Entwickler auch Nachteile bei YaST ein. Durch das “All in One” besteht die Software auch bei einfachen Aufgaben auf sehr viele Abhängigkeiten. YaST sei in einer veralteten Sprache geschrieben, die ihre Wurzeln im letzten Jahrhundert hat. Nun will man YaST also modernisieren und die Idee für YaST++ war geboren.

openSUSE 12.1 KDE YaST

openSUSEs Rückgrat: YaST

Es soll eine neue Schicht (Bibliothek) für die Konfigurations-Tools in SUSE geben. Diese müsse eine einfache und verständliche API für alle anderen Tools bereitstellen. Ebenso möchte man das ganze in einer modernen Sprache realisieren und die Wahl fiel auf Ruby. Es soll Bindings zu anderen Sprachen geben, damit verschiedene Tools davon profitieren können.

Dieser YaST++ ist nicht unbedingt als Ersatz für die derzeitige YaST-GUI zu sehen, sondern soll das Fundament des Konfigurations-Werkzeugs ersetzen. Andere Bibliotheks-Anwender sollen dies ebenfalls anzapfen können und als offensichtliche Ziele nennen die Entwickler WebYaST und SUSE Studio. Man sei auch gespannt, ob man sich dafür aus der Nicht-SUSE-Welt dafür interessiert.

YaST++ soll in zwei Schichten aufgeteilt sein. Deise werden als YLib und Config-Agents bezeichnet. YLib ist die obere Schicht und stellt dabei die API zur Verfügung (Benutzer anlegen, Zeitzone konfigurieren, …). Config Agents sind in der unteren Schicht angesiedelt und erledigen die eigentlichen Änderungen am System. Die untere Schicht macht sich D-BUS-Diensten zu nutze, die als root laufen und nur von Benutzern mit entsprechenden Rechten gestartet werden dürfen.

Man hat schon an diversen Modulen gearbeitet und als Beispiel gibt man an, dass der Ruby-Aufruf YLib::Users::read({}) eine Liste der derzeitigen Anwender ausgibt.

Die Entwicklung von YaST++ ist derzeit noch in einer sehr frühen Phase. Auch der Name ist noch nicht in Stein gemeißelt. Die Code-Dokumentation liegt auf github und es gibt bereits ein einfaches Tutorial für Neugierige, die ein bisschen experimentieren wollen. Pakete zum Herunterladen stehen im Build Service zur Verfügung und wer seine Meinung dazu äußern möchte, kann das über die YaST-Mailing-Liste tun.



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2 Kommentare zu “openSUSE-Entwickler möchten YaST durch YaST++ ersetzen”

  1. Matthias sagt:

    Bei YaST → YaST++ hätte ich jetzt an C → C++ gedacht. Ruby ist doch nicht einmal standardisiert. Ich kenne es als Ruby on Rails eigentlich nur für Webanwendungen.

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